Zeitzeugen berichten

Freitag, 17. Juli 2009

Die jüngste Ausgabe der Renovabis-Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ widmet sich dem Wendejahr 1989

FREISING. Wie war das eigentlich damals vor 20 Jahren, als im Osten Europas die kommunistischen Systeme zusammenbrachen? Was ging in den Köpfen der Menschen vor? Die jüngste Ausgabe von „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) geht genau diesen Fragen nach. Das Besondere daran: Die OWEP-Redaktion lässt Zeitzeugen zu Wort kommen. Durch ihre ganz subjektive Sicht gewinnt der Leser ein facettenreiches Bild vom politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungsprozess, der seit 1989 den östlichen Teil Europas grundlegend verändert hat. – Dieses OWEP-Heft mit dem Titel „Zwanzig Jahre Wende – Gespräche mit Zeitzeugen“ steht inhaltlich in engem Zusammenhang mit der Jahreskampagne des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis. So erinnert Renovabis 2009 unter dem Leitwort „Zur Freiheit befreit“ an den 20. Jahrestag der politische Wende und lenkt dabei den Blick auf die Menschen, die von der neu gewonnenen Freiheit bis heute nicht profitieren konnten.

Gespräche in Paris, Prag und Warschau

Eröffnet wird die Ausgabe mit einem Beitrag von Professor Hans Maier. Darin schlägt der frühere bayerische Kultusminister und ehemalige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) einen weiten Bogen von den Zeiten des Kalten Kriegs bis zur Abfolge der Ereignisse seit Mitte der achtziger Jahre. Der nächste knappe Text stammt von Professor Michael Albus. Darin beschreibt der verantwortliche OWEP-Redakteur die äußeren Umstände, aber auch die Atmosphäre bei der Entstehung der sechs folgenden Interviews. Diese führte Albus zwischen November 2008 und Januar 2009 bei Reisen nach Paris, Dresden, Wittenberg, Prag und Warschau. Seine Interviewpartner sind der polnische Staatsmann und Publizist Professor Władysław Bartoszewski, die russische Schriftstellerin und Dissidentin Tatjana Goritschewa, der tschechische Theologe und Psychologe Professor Tomáš Halík, der tschechische Dissident Jiří Kaplan, der frühere Präsident des Deutschen Caritasverbandes Prälat Hellmut Puschmann sowie der Publizist und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer. Schriftlich antworteten auf Fragen der Redaktion der Vizerektor der Ukrainischen Katholischen Universität Lwiw Professor Myroslav Marynovych (1977-1988 als Dissident inhaftiert) sowie der emeritierte Bischof von Łowicz in Polen, Alojzy Orszulik. Als Sekretär der Polnischen Bischofskonferenz erlebte Orszulik viele Entwicklungen in den achtziger Jahren in seiner Heimat mit. Außerdem äußert sich die russische Publizistin Dr. Irina Scherbakowa, Mitarbeiterin der Menschenrechtsorganisation „Memorial“.

Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und vom katholischen Osteuropa-Hilfswerk Renovabis herausgegeben. OWEP kostet als Einzelexemplar 6,50 Euro. Die Zeitschrift kann telefonisch 08161/5309-71 oder per E-Mail: owep@renovabis.de angefordert werden. Ein Überblick über den Inhalt der aktuellen Ausgabe ist im Internet unter www.owep.de möglich.
Dort sind auch zwei Beiträge im Volltext abgedruckt: Gespräch mit Władysław Bartoszewski, Anmerkungen von Irina Scherbakowa