„Ökumene ist kein Luxus“

Samstag, 05. September 2009

Internationaler Kongress Renovabis: Kardinal Kasper sieht im Dialog der Kirchen eine Grundbedingung für Europas Zukunft

FREISING. Die Dringlichkeit eines Dialogs von Christen verschiedener Kirchen und Konfessionen hat der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper unterstrichen. Der Dienst an der Einheit der Kirche sei auch ein Dienst am Frieden in der Welt, in Europa und im je eigenen Volk, sagte Kasper am Donnerstag (3. September) beim 13. Internationalen Kongress Renovabis in Freising. Ökumene sei kein Luxus, der zum normalen kirchlichen und pastoralen Geschäft hinzukomme, so der Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen. Vielmehr sei Ökumene eine wesentliche und zugleich höchst aktuelle Verpflichtung der Kirche und aller Christen: „Sie ist heute eine Grundbedingung, damit Europa Zukunft haben kann.“ Kasper verwies darauf, dass Europa „irgendwie“ der Atem ausgegangen sei. Das gelte nicht nur im Blick auf den politischen Integrationsprozess, sondern noch mehr hinsichtlich der religiösen, geistigen und moralischen Grundlagen Europas. Dort sei das Christentum immer mehr am Verdunsten. Damit verleugne Europa nicht nur seine Geschichte, es habe auch die Hoffnung auf seine eigene Zukunft aufgegeben. „Europa muss sich an seine Geschichte erinnern und so aus dem christlichen Glauben neue Zuversicht schöpfen“, machte der Kardinal deutlich. Das wiederum könne nur eine gemeinsame, eine ökumenische Aufgabe sein: „Nur so kann Europa mit beiden Lungenflügeln atmen.“ Mit Blick auf das ökumenische Gespräch der Kirchen im östlichen und westlichen Teil Europas nannte Kasper zwei Voraussetzungen für den Erfolg: Beide Seiten müssten sich von Vorurteilen frei machen, und der Westen müsse seine eigene Geschichte neu studieren. Insgesamt aber seien die Kirchen auf einem „sehr guten“ ökumenischen Weg.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Dieser Feststellung schloss sich der Metropolit der rumänisch-orthodoxen Metropolie von West- und Südeuropa, Erzbischof Joseph (Pop) an. Der Dialog zwischen Christen unterschiedlicher Kirchen und Konfessionen sei eine alltägliche Realität, so Erzbischof Joseph. Damit erinnerte er an die Situation der rund drei Millionen Rumänen orthodoxen Glaubens, die im westlichen Teil Europas oft als konfessionelle Minderheit leben. Auch Erzbischof Joseph ließ keinen Zweifel daran, dass die Kirchen gemeinsam Verantwortung für den Kontinent übernehmen müssten. Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth hatte zuvor seinen Wunsch bekäftigt, dass der Kongress ein Zeichen der Hoffnung für die Überwindung der kirchlichen Spaltung setzen möge. Er bezog sich dabei auf das Grußwort des Erzbischofs von München und Freising, Reinhard Marx. Darin spricht Marx davon, dass es den Christen nicht zur Ehre gereiche, dass sie im 21. Jahrhundert noch immer um die Einheit ringen würden. Damit gäben sie einer Welt, die auf der Suche nach Orientierung sei, ein schlechtes Beispiel. Mehr denn je empfänden Christen in Ost und West die jahrhundertealten Trennungen als schmerzlich: „Darin sehen sie einen eklatanten Widerspruch zum Wunsch Jesu ‚Alle sollen eins sein’.“ – Noch bis Samstag (5. September) werden sich knapp 400 Teilnehmer aus 30 europäischen Ländern beim Renovabis-Kongress mit dem Thema „Einheit suchen – Vielfalt wahren. Ost und West im ökumenischen Gespräch“ auseinandersetzen.

Kurzinfo: Internationaler Kongress Renovabis

Renovabis, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, führt im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz seit 1997 jährlich im Spätsommer einen Internationalen Kongress durch. Diese Veranstaltung dient der Information und Diskussion über wichtige Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft in Mittel- und Osteuropa, darüber hinaus aber auch über Themen von gesamteuropäischer Bedeutung. Durch die Teilnahme von zahlreichen Gästen aus allen Teilen Europas hat sich der Kongress zu einem wichtigen Forum des Dialogs zwischen Ost und West entwickelt.

Renovabis – the solidarity initiative of the German Catholics with the people in Central and Eastern Europe – has been conducting its annual International Congress on behalf of the German Bishops‘ Conference since 1997. The conferences aim on the exchange of ideas on clerical and social problems related to the transformation in Central, Eastern and South-Eastern Europe and on the communication and development of the partnership between East and West. The participants come from all parts of Europe and thus contribute to the pan-European importance of the congress.

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Internationaler Kongress Renovabis
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Dr. Christof Dahm
Renovabis, Domberg 27, 85354 Freising
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Fax: +49 (0) 8161 5309-44
E-Mail: da@renovabis.de

Sachbearbeitung Internationaler Kongress Renovabis
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Renovabis, Domberg 27, 85354 Freising
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Fax: +49 (0) 8161 5309-44
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