Überdiözesanes Programm gegen Frauenhandel (Prävention und Betreuung)

LitauenLitauen

Projektbeschreibung

Frauenhandel und Zwangsprostitution sind aktuelle Erscheinungsformen der organisierten Kriminalität. Der überwiegende Teil der Frauen kommt aus den ärmeren Teilen Mittel- und zunehmend Osteuropas. Durch wirtschaftliche Armut und gesellschaftliche Perspektivelosigkeit werden Frauen eine leichte Beute der Menschenhändler. Auch litauische Frauen müssen als Zwangsprostitutierte in Deutschland aber auch anderen Ländern, z.B. Großbritannien arbeiten. Außerdem ist Litauen Transitland für Frauen aus Weißrussland und Russland.

Seit 2001 führt die Caritas Kaunas ein überdiözesanes Hilfsprogramm zur Prävention und zur Betreuung und Wiedereingliederung zurückgekehrter Frauen durch. Die bisherige Arbeit war sehr erfolgreich, es gelang die Vernetzung im In- und Ausland. Die Koordinatorin arbeitet eng mit Behörden in Litauen und im Rahmen der Zeugenschutzprogramme auch mit den ausländischen Behörden zusammen. Durch das Projekt konnte zahlreichen Frauen (und deren Kindern) geholfen werden; die katholische Kirche wird als kompetenter Partner im Kampf gegen Menschenhandel und Prostitution in Litauen anerkannt.

Kern des Projekts ist die Finanzierung der 11 Projektmitarbeiterinnen. In Kaunas arbeitet die überdiözesane Koordinatorin. In den fünf Zentren des Projekts arbeiten jeweils zwei Sozialarbeiterinnen. Zu den Aufgaben und Zielen gehört die materielle, juristische, psychologische und geistliche Betreuung Betroffener sowie die Bekanntmachung des Projektes, um möglichst vielen betroffenen Frauen Hilfe zukommen zu lassen. Die Klientinnen erhalten Beratung, materielle Starthilfe und bei Bedarf eine sichere Wohnung sowie Rechtsbeistand vor Gericht. Zum Teil werden die Frauen über Jahre hinweg betreut, da sie schwer traumatisiert sind.
Neben der Präventionsarbeit werden kirchliche und gesellschaftliche Einrichtungen im Inland weiter für die Problematik sensibilisiert. Außerdem gibt es Überlegungen, auch Vergewaltigungsopfer zu betreuen und in der Präventionsarbeit allgemeiner auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“ einzugehen.

Projektbewertung

Der Aufbau effizienter Strukturen in unseren Partnerländern ist ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des Frauenhandels. Es ist den Partnern bereits gut gelungen, Finanzierungsquellen für die materiellen Betreuung der Opfer zu erschließen. Bereits jetzt beteiligen sich mehrere Gemeinden an diesem Projekt, es besteht Aussicht auf Zuschüsse aus EU-Mitteln. Andererseits sind die derzeit bereits beschäftigten Sozialarbeiterinnen mit zeitweise je über 30 zu betreuenden Frauen überfordert und die Qualität der Arbeit ist gefährdet. Deshalb soll die Zahl der Sozialarbeiterstellen erhöht werden. Es wird versucht, bereits in der Zwischenzeit öffentliche Zuschüsse auch für die Personal- und Verwaltungskosten zu erlangen.

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