Die Schere klafft auseinander

Mittwoch, 09. September 2009

Vertreter von Kirche in Not, Renovabis und US-amerikanischer Bischofskonferenz betonen, wie nötig die Hilfe für den Osten Europas auch künftig ist

FREISING. Auf die nach wie vor angespannte soziale Situation im östlichen Teil Europas haben Vertreter der katholischen Hilfswerke „Kirche in Not“ und Renovabis sowie der US-amerikanischen Bischofskonferenz hingewiesen. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise habe die Schere zwischen Reich und Arm in den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas noch weiter auseinanderdriften lassen, betonten die Teilnehmer eines gemeinsamen Treffens auf dem Domberg in Freising. Zwar habe man bereits viel für die Menschen am Rand der Gesellschaft erreicht, hieß es mit Blick auf 20 Jahre politische Wende im früheren kommunistischen Machtbereich des europäischen Kontinents. Doch bleibe weiterhin eine Menge zu tun. Auch sei die Wahrnehmung falsch, vor allem die mittel- und osteuropäischen Länder, die bereits Mitglied der Europäischen Union (EU) seien, bräuchten keine Hilfe mehr. Die Vertreter von Kirche in Not, Renovabis und US-amerikanischer Bischofskonferenz nannten als Beispiele für eine besorgniserregende wirtschaftliche Entwicklung den EU-Mitgliedsstaat Lettland sowie Bosnien und Herzegowina, die Republik Moldova und die Ukraine. Durch die Krise hätten manche erfolgversprechenden Projekte der vergangenen Jahre einen herben Rückschlag erlitten.

Seit 15 Jahren treffen sich die Hilfswerke „Kirche in Not“ und Renovabis sowie Vertreter der US-amerikanischen Bischofskonferenz regelmäßig, um sich über Förderprojekte im östlichen Teil Europas abzustimmen und sich über den Stand der Entwicklungen in den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas auszutauschen. Allein 2008 unterstützten sie Maßnahmen in einer Höhe von zusammengenommen fast 54 Millionen Euro. Zu den Förderschwerpunkten zählen insbesondere Projekte, die den katholischen Ortskirchen in ihrer Minderheiten-Situation zugute kommen, sowie Ausbildungsbeihilfen und Stipendien für junge Menschen. Derzeit beteiligen sich Kirche in Not, Renovabis sowie die US-amerikanischen Bischöfe beispielsweise gemeinsam an den Baukosten eines Pastoralzentrums der römisch-katholischen Kirche in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, der Theologischen Hochschule im serbischen Subotica sowie eines Heims für alte, kranke und pflegebedürftige Priester der Erzdiözese Sarajevo in Bosnien und Herzegowina.