Einrichtung einer Berufsausbildungsküche
- Land: Bulgarien
- Förderbereich: Soziale Aufgaben
Projektbeschreibung
Bulgarien, das südliche Balkan-Land, kämpft mit Arbeitslosigkeit, mit Abwanderung, mit Armut. Große Teile der Bevölkerung leben unter dem Existenzminimum. Rentner haben durchschnittlich nur 45 Euro im Monat zum Leben. Oft sind sozialer Probleme und Abwanderung Arbeit suchender Eltern die Gründe, warum so viele Kinder keine Familie mehr haben und im Heim aufwachsen. Die Situation in den bulgarischen Kinderheimen ist - gemessen an westeuropäischen Standards - dramatisch. Die Gebäude sind in desolatem Zustand, die pädagogische Betreuung oft völlig unzureichend. Ein weiteres großes Problem ist die Situation der Jugendlichen, nachdem sie mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter aus dem Heim entlassen werden - ohne in irgendeiner Form auf das Leben „draußen“ vorbereitet worden zu sein. Dann laufen sie Gefahr, in kriminelles Milieu abzurutschen. Gerade junge Frauen sind besonders gefährdet, Opfer von Frauenhandel zu werden.
Ziel des Projektes ist es daher, Jugendlichen bereits im Waisenheim eine anerkannte Berufsausbildung im Bereich Gastronomie zu bieten, damit sie, wenn sie aus dem Heim entlassen werden, eine berufliche Perspektive haben. Aber auch nach der Ausbildung werden die Jugendlichen bei der Jobsuche begleitet. Renovabis unterstützt den „Verein zur Förderung bulgarischer Kinderheime e.V.“ und seinen Partner vor Ort (die bulgarische Organisation NAVA (National Alliance for Volunteer Action)) bei der Einrichtung einer Ausbildungsküche im Kellergeschoss des Kinderheimes Bratisgovo.
Projektbewertung
Die Ausbildungsküche versorgt ca. 100 Kinder in den Waisenheimen mit drei Mahlzeiten pro Tag. Darüber hinaus hat das Projekt aus mehreren Gründen Modellcharakter: es geht auf die prekäre Situation der zum großen Teil Roma-Jugendlichen ein; es werden neue Ausbildungsstandards etabliert (eine duale Ausbildung mit Theorie und einem hohem Anteil an Praxis, wie wir sie in Deutschland haben) und es wird in einer Koalition mehrerer Partner durchgeführt, darunter auch die griechisch-katholische Kirche. Schließlich wird daran gearbeitet, von Anfang an eine Übertragbarkeit auf andere Teile des Landes zu ermöglichen.
- Projektträger: Dr. Christel Uebel, Verein zur Förderung bulgarischer Kinderheime e.V.
- Fördersumme: 50.000 EUR
- Bewilligungsjahr: 2009
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Infos zu Bulgarien
- Länderinfo Bulgarien
- OWEP-Heft 4/2009, Schwerpunkt: Bulgarien
- OWEP-Artikel: Martin J. Ivanov: Vergessener Schatz am Rande Europas: Die Dobrudscha – zwischen Bulgarien und Rumänien
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- Projekt zum Anhören 2010/2: Medizinische Versorgung der Roma in Sliven/Bulgarien


