„Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben“

Dienstag, 01. Dezember 2009

Renovabis würdigt Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags und sieht Chancen für künftige Erweiterung der EU

FREISING. Auf die stabilisierende Wirkung des Lissabon-Vertrags auch für die europäischen Länder, die bislang noch nicht der Europäischen Union angehören, hat Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth hingewiesen. Am Tag des Inkrafttretens des Lissabon-Vertrags am heutigen Dienstag (1. Dezember) äußerte sich Demuth zuversichtlich, dass durch das neue Vertragswerk die Erfolgsgeschichte der Europäischen Idee fortgeschrieben werde. Der Lissabon-Vertrag schaffe nicht nur die strukturellen Voraussetzungen für das Funktionieren der EU und für den Zusammenhalt der 27 EU-Mitgliedsländer. Vielmehr erhöhe der Vertrag die Aussicht, dass weitere europäische Staaten künftig der EU beitreten können, so Demuth. Der Hauptgeschäftsführer des katholischen Osteuropa-Hilfswerks nannte hier konkret die Länder des westlichen Balkans.

Demuth: Wunder, dass Vertrag überhaupt zustande gekommen ist

Demuth sprach mit Blick auf die unterschiedlichen Verfasstheiten der 27 EU-Länder und auf die zahlreichen Widerstände im Vorfeld des Vertragsabschlusses von einem Wunder, dass der Lissabon-Vertrag überhaupt zustande gekommen sei. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Vertrag nur eine weitere Etappe auf dem wichtigen Weg zu mehr Gemeinwohl für möglichst viele Menschen auf dem europäischen Kontinent sei. Der Renovabis-Hauptgeschäftsführer erinnerte dabei an die Erklärung, welche die Delegierten bei den diesjährigen Ersten Katholischen Sozialtagen in Danzig verabschiedet hatten. In dem Dokument werden solidarisches Handeln und die Gestaltung Europas auf der Basis von christlichen Werten als entscheidende Aufgaben genannt. Darüber hinaus würdigte Demuth, dass der Lissabon-Vertrag mit Artikel 17 ausdrücklich die Rolle der Kirchen als Dialogpartner der EU hervorhebe. Darin käme die Wertschätzung für den kirchlichen Beitrag in der Tradition der christlichen Soziallehre zum Ausdruck. In diesem Sinne wirke auch Renovabis. „Das Hilfswerk erklärt sich mit den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft solidarisch und fördert über seine Projektarbeit im östlichen Teil Europas die Würde des Menschen“, so Demuth.