Suche nach den gemeinsamen Wurzeln
Samstag, 05. Dezember 2009
Renovabis-Partnerschaftstreffen: Aktive aus ganz Deutschland geben Beispiel dafür, wie vielfältig das Engagement im Osten Europas ist
FREISING. Laura Grund (17) und Cristiano Spina (19) müssen nicht lange überlegen. „Ich war neugierig und wollte meine Geschichtskenntnisse erweitern“, sagt Cristiano. Bei Laura war’s genauso. Die beiden Schüler vom Albert-Einstein-Gymnasium in Berlin gehörten zu den insgesamt 32 Teilnehmern eines tri-nationalen Geschichtsprojekts. Unter dem Motto „Fremde-Heimat“ ging es darum, an den Beispielen Polen, Ukraine und Deutschland Themen wie Grenzverschiebung, Flucht und Vertreibung aufzuarbeiten. Dabei sollten die Jugendlichen aus den genannten Ländern im Alter zwischen 16 und 22 Jahren als Gast und Gastgeber über Zeitzeugengespräche, Besuche im Nachbarland sowie Arbeitskreise Geschichte „spürbar“ erleben, wie die Bildungsreferentin des Berliner Ludwig-Wolker-Hauses, Katarzyna Rychlewicz-Saad, am Samstag (5. Dezember) in Freising deutlich machte. „Die Idee war, sich die gemeinsamen Wurzeln in Europa bewusst zu machen“, so Rychlewicz-Saad.
Die gebürtige Polin und die Schüler des Einstein-Gymnasiums gehörten zu den etwa 130 Teilnehmern am Renovabis-Partnerschaftstreffen auf dem Domberg, das heute zu Ende ging. Sie stellten dort ihr Projekt vor und gaben damit ein eindrucksvolles Zeichen für das vielfältige partnerschaftliche Engagement von Einzelpersonen, Vertretern aus Pfarrgemeinden, Verbänden und Vereinen im östlichen Teil Europas. Das Treffen, zu dem das katholische Osteuropa-Hilfswerk traditionell Anfang Dezember die meist ehrenamtlich Aktiven aus dem gesamten Bundesgebiet nach Freising einlädt, dient vor allem dazu, sich auszutauschen und über neue Entwicklungen in den östlichen Partnerländern zu informieren.
Kirchen der östlichen Tradition
In diesem Jahr setzten sich die Teilnehmer thematisch mit den Kirchen der östlichen Tradition auseinander. Zu diesen zählen die griechisch-katholischen und die orthodoxen Kirchen. Damit klang bei diesem Treffen bereits der Renovabis-Arbeitsschwerpunkt in den nächsten zwölf Monaten an. So wird Renovabis 2010, im Jahr des Ökumenischen Kirchentags in München (12. bis 16. Mai), unter dem Motto „Alle sollen eins sein“ die christliche Ökumene näher beleuchten.
Den Teilnehmern boten in diesem Jahr wieder Gäste aus dem östlichen Teil Europas Informationen aus erster Hand. Zu ihnen gehörten die Theologin Anna Briskina-Müller, promovierte Kirchenhistorikerin aus St. Petersburg und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Konfessionskunde der orthodoxen Kirchen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, und Pfarrer Rastislav Čižik, Geistlicher der griechisch-katholischen Kirche in der slowakischen Hauptstadt Bratislava; außerdem Andriy Mykhaleyko, Geistlicher der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche und Direktor des Instituts für Kirchengeschichte an der Universität der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche in Lviv (Lemberg), sowie die serbisch-orthodoxe Christin Irena Pavlović, Doktorandin an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Erlangen. Arbeitskreise behandelten Themen wie „Theologie und Spiritualität der Ikonen“, „Neue Kommunikationstechnologien in der Partnerschaftsarbeit“ oder das „Soziale Engagement der Orthodoxen Kirche(n)“.
