Vorurteile und Klischees überwinden

Dienstag, 22. Dezember 2009

Renovabis veröffentlicht aktuelles OWEP-Heft zu Bulgarien

Es gibt wohl kaum einen unter den neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, dessen Wahrnehmung in Deutschland so stark von Vorurteilen besetzt ist wie Bulgarien: Ein buntes Bild von balkanischen Schafhirten, Joghurt, Ilja-Rogoff-Pillen und Rosenöl haben über lange Zeit die Vorstellung über dieses Land geprägt, Korruption und Kriminalität kommen heutzutage noch dazu. Solche Klischees haben verdunkelt, was Bulgarien an Kultur, landschaftlicher Schönheit und alter Tradition zu bieten hat.

Das vorliegende Heft der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (Nr. 4/2009) will dazu beitragen, Vorurteile über Bulgarien durch fundierte Urteile zu ersetzen. Die Autorinnen und Autoren informieren über ganz unterschiedliche Aspekte der bulgarischen Gegenwart, von der aktuellen politischen Situation über die Lage des ländlichen Raumes bis hin zur Literatur. Auch die Kirchen werden behandelt, die orthodoxe Mehrheitskirche, die das Geschick des Landes so stark geprägt hat und die seit Jahren an einer Spaltung leidet, wie auch die kleine katholische Ortskirche mit ihrem speziellen Erbe.

Es gehört zu den schlechten Gewohnheiten in den großen europäischen Nationen, dass die kleineren Länder kaum oder nur sehr einseitig wahrgenommen werden. Auch für Bulgarien gilt, dass man dort im Allgemeinen viel mehr über Deutschland, die deutsche Geschichte und die deutsche Kultur weiß, als das umgekehrt der Fall ist. Diesem deutschen Defizit wird das aktuelle OWEP-Heft zwar nicht ganz abhelfen können. Es soll aber doch einen kleinen Beitrag dazu leisten und dazu ermuntern, sich mit diesem „kleinen“ Land im Südosten Europas zu beschäftigen, um seine Besonderheiten, seine reiche Geschichte und seine Schönheit für sich zu entdecken. Nur wenn solche Prozesse der gegenseitigen Wahrnehmung einsetzen, kann Europa wirklich zusammen wachsen.

Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und vom katholischen Osteuropa-Hilfswerk Renovabis herausgegeben. OWEP kostet als Einzelexemplar 6,50 Euro. Die Zeitschrift kann telefonisch 08161/5309-71 oder per E-Mail: owep@renovabis.de angefordert werden. Ein Überblick über den Inhalt der aktuellen Ausgabe ist im Internet unter www.owep.de möglich. Dort sind auch zwei Beiträge im Volltext abgedruckt: