Förderung des Sozial- und Pastoralzentrums in Chişinău, Republik Moldau

Alt, arm allein? In Chişinău wurde ein Ort der Hilfe und Geborgenheit für alte und bedürftige Menschen geschaffen.
- Land: Republik Moldau
- Förderbereich: Soziale Aufgaben
Projektbeschreibung
Titanic – ein Name, mit dem man die tragische Geschichte eines Ozeandampfers verbindet. Tragische Geschichten rund um die Titanic gibt es aber auch in Chişinău, der Hauptstadt der Republik Moldau.
Der Wohnblock „Titanic“ in Chişinău, Republik Moldau.
Die meisten der 750.000 Einwohner der moldawischen Hauptstadt Chisinau leben in Plattenbausiedlungen aus sowjetischer Zeit.
Der baufällige Wohnblock Nummer 2 in der Strada Florilor (übersetzt heißt das „Blumenstraße“) wird von den Bewohnern „Titanic“ genannt, weil die Keller bei starken Regenfällen regelmäßig vollaufen. Die „Titanic“ ist einer von vielen sozialen Brennpunkten in der Republik Moldau. Die Probleme des Landes - Armut und Perspektivlosigkeit - verdichten sich hier auf engsten Raum. Nur jede fünfte der 78 Familien in der Strada Florilor verfügt über Arbeit und ein regelmäßiges Einkommen. Hier spielen sich jeden Tag Tragödien ab, von denen - im Gegensatz zum Schicksal der Menschen auf der berühmten Titanic - kaum jemand etwas erfährt.
Auch Claudia Mischenko lebt in dem verfallenen Plattenbau.
Zum Beispiel Claudia Mischenko: ihre Wohnung im Plattenbau hat keine Heizung und kein warmes Wasser. Sie hat ihr Leben lang gearbeitet, aber es reichte nie für eine Alterssicherung. Ihr einziger Sohn arbeitet im Ausland. Lange hat sie nichts von ihm gehört. Sie lebt ohne Ansprache und in großer Armut.
Ihr Schicksal steht stellvertretend für viele Menschen in der Republik Moldau, die zu den ärmsten Regionen in Europa gehört. Armut, ein marodes Gesundheits- und Bildungssystem, kaputte Straßen und Häuser prägen das Land. Die meisten jungen Menschen verlassen die Republik Moldau auf der Suche nach Arbeit. Zurück bleiben Alte und Kranke in den Dörfern und Trabantensiedlungen. Die staatlichen Renten sind sehr gering: mit rund 40 Euro im Monat betragen sie oft nur ein Viertel eines einfachen Durchschnittseinkommens. Medikamente, warme Kleidung, Heizmaterial – all das ist Luxus. Viele alte Menschen schämen sich ihrer Armut und kämpfen täglich mit Mutlosigkeit und Verzweiflung.
Casa Providentei: Ein Ort der Hilfe und Geborgenheit
Ein Ort der Hilfe und Geborgenheit für Menschen in Notlagen - ob alt oder jung - hat die Erzdiözese Chişinău errichtet. „Casa Providentei“ heißt das Sozialzentrum – Haus der Fürsorge. Hier gibt es eine Suppenküche, die täglich mehr als 200 heiße Mahlzeiten für alte Menschen, für Straßenkinder und Obdachlose zur Verfügung stellt. Für Kinder gibt es ein Tageszentrum, in dem sie ein Mittagessen bekommen, bei den Hausaufgaben unterstützt werden und verschiedene pädagische Angebote wahrnehmen können.
Im Tageszentrum werden Kinder bei den Hausaufgaben unterstützt.
Aber auch an die einsamen Alten wie Claudia wird gedacht: an sie richtet sich das Angebot eines eigenen Tageszentrums. Hier trifft man sich nachmittags zum Basteln und Stricken, zum gemeinsamen Fernsehen oder zur Domino-Runde. Das soziale Miteinander ist sehr wichtig, um Freude ins Leben zurück zu bringen und die Hoffnung nicht zu verlieren. Denjenigen, die zum Besuch im Tageszentrum zu schwach sind, wird das Essen nach Hause gebracht. Bei diesen Besuchen können die Helfer erkennen, ob die alte Frau oder der alte Mann Medikamente oder einen Arztbesuch brauchen.
Gut für die Seele: miteinander sprechen, statt einsam zu sein.
Die geistig behinderte Domnica spielt „Mensch ärgere dich nicht“.
Projektbewertung
Die Casa Providentei leistet einen wertvollen Dienst am Menschen. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die Bedürftigen zuverlässig ansprechbar. Weil das Zentrum den Status eines Vereins erlangt hat, ist es nun möglich, auch wirtschaftlich tätig zu sein. Eine Bäckerei und eine Nudelwerkstatt, die bisher für die Suppenküche arbeiteten, werden daher zukünftig versuchen, ihre Waren auch kommerziell zu vertreiben. Um die soziale Arbeit langfristig selber zu finanzieren, müssen tragfähige Konzepte wie dieses erarbeitet und umgesetzt werden. Deshalb unterstützt Renovabis die laufenden Kosten des Projektes bis zum Jahr 2012.
- Projektträger: Edgar Vulpe, Casa Providentei
- Fördersumme: Seit 2004: 115.000 EUR
- Bewilligungsjahr: 2009
- Projektlaufzeit: 2010-2012
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Infos zur Republik Moldau
- Länderinfo Republik Moldau
- Projekt: Förderung des Sozial- und Pastoralzentrums in Chişinău, Republik Moldau
- Projekt zum Anhören 2010/1: Casa Providentei, ein Haus der Fürsorge für alte Menschen in Chişinău/Moldawien
- 7 Fragen an Bischof Anton Cosa
