Osteuropa-Fernsehtipps
06. März 2010 – 12. März 2010
Tagesübersicht
Samstag, 06. März
10.30-11.00 Phoenix
Was von Dschingis Khan übrig blieb: Das Orchon-Tal und Merv, Mongolei und Turkmenistan
Ein Film von Elke Werry, Manfred Linke, SWR/2007
11.00-11.45 Phoenix
Königin der Flüsse: Auf der Weichsel quer durch Polen
Ein Film von Ulrich Adrian, ARD-Studio Warschau, PHOENIX/2010
11.36-12.20 MDR
Verbotenes Paradies - Die Tiere von Pripjat
Ein Film von Marion Pöllmann
Was wäre, wenn es auf der Welt plötzlich keine Menschen mehr gäbe, wenn sie plötzlich völlig von der Erde verschwänden? Wie und wie schnell würde die Natur darauf reagieren? Die Antwort darauf fand das Filmteam in einem entlegenen Winkel Europas. Dort gibt es ein Dorf, das von den Menschen verlassen und ganz der Natur überlassen wurde.
In den Häusern blieben nur Haustiere zurück. Pflanzen überwucherten die Gärten und setzen sich in den Gemäuern fest. Von dem immer dichter werdenden Unterholz, durch das kein Mensch mehr streift, fühlen sich Wildtiere angezogen, selbst solche, die fast ausgestorben waren. Während die Wildtiere in die Häuser eindringen, versuchen die einstigen Haustiere, sich in der Wildnis draußen zurechtzufinden. Doch das Dorf, das auf den ersten Blick so idyllisch wirkt, birgt ein furchtbares Geheimnis.
11.45-12.15 Phoenix
Die neuen Trakehner: Ein Wintermärchen aus Masuren
Ein Film von Hartmut Idzko, SWR/2009
12.15-13.00 Phoenix
Polens Ostseeküste. Vom Frischen Haff bis Usedom
Ein Film von Robin Lautenbach, ARD-Studio Warschau, PHOENIX / RBB/2008
16.00-16.30 Das Erste
Weltreisen: Mein Moskau
16.30-17.15 Phoenix
Die Ostsee (1/2): Zwischen Deutschland und Estland
Ein Film von Thomas Willers, NDR/2007
Die Ostsee, ein Meer mit einem grenzenlosen Reichtum an Formen, Farben und Leben, entstand am Ende der Eiszeit. Die 2teilige Naturdokumentation zeigt die Entstehungsgeschichte dieses einmaligen Meeres und seiner Küsten, beleuchtet die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt und besucht die Menschen, die von und mit der See leben.
17.15-18.00 Phoenix
Die Ostsee (2/2): Zwischen Litauen und Dänemark
Ein Film von Thomas Willers, NDR/2007
Sonntag, 07. März
12.00-12.45 Hessen3
Reisewege Polen - Im unbekannten Nordwesten
Ein Film von Julia Leiendecker
Badestrände, unberührte Waldgebiete und riesige Seenplatten - eines der unbekanntesten Urlaubsreviere Europas liegt gleich hinter der deutschen Grenze, in Polens Nordwesten. Doch noch vor Kurzem war das Nachbarland hierzulande in den Köpfen weiter weg als Griechenland oder Italien. Die filmische Reise beginnt in Swinousjscie. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts war hier ein beliebtes Kurbad. Daran hat sich nicht viel geändert.
Auf ungewöhnliche Weise nimmt sich Pjótr Piwowarczyk der preußischen Geschichte an. Im Fort Gerhard ist er Kommandant einer friedlichen Armee von Touristen. Täglich absolvieren Besucher hier Übungen unter den „strengen“ Blicken ihrer Vorgesetzten. Pjótr findet, dass Vergangenheitsbewältigung auch mit einem Schmunzeln funktioniert. Die spektakulären Kreidefelsen im Wolliner Nationalpark sind die nächste Station. Wo das Land steil abbricht zum Meer und die Wellen tosend ans Ufer schlagen, soll das Märchen vom „Fischer und seiner Frau“ entstanden sein. Ganz anders präsentiert sich das Hinterland im Wolliner Nationalpark. In den ausgedehnten Wäldern ist ein Reservat für Wisentpopulationen entstanden. Die quirlige Hauptstadt Stettin ist Kontrastprogramm zur Küste und dem ländlichen Hinterland.
12.30-13.55 Br-Alpha
Reise nach Böhmen
15.05-15.50 WDR
Als der Osten noch Heimat war - Westpreußen
Ein Film von Ulla Lachauer
Westpreußen als ehemalige deutsche Provinz spielt eine besondere Rolle. Die Region entlang der Weichsel fiel nach dem Ersten Weltkrieg zu großen Teilen an den neu gegründeten Staat Polen. Die Deutschen waren nun Minderheit unter „fremder“ Herrschaft, sie konnten nicht mehr im Staatsdienst arbeiten und mussten sich nach den neuen, polnischen Regeln des Alltags richten. Auf dem Lande änderte sich nicht viel: Dort, wo Grund und Boden Deutschen gehörte, blieben sie die Herren und wurden auch von ihren polnischen Arbeitern als solche angesehen.
Im Mittelpunkt der Dokumentation steht die Stadt Graudenz/Grudzianz. Hier gründete die nach dem Ersten Weltkrieg verbliebene Minderheit eine deutsche höhere Schule, um ihren Kindern auch weiterhin eine Ausbildung in der Muttersprache zu ermöglichen. Ehemalige Schülerinnen und Schüler dieser Schule, die 1932 den Namen Goetheschule erhielt, erzählen von ihren Erlebnissen als Kinder und Jugendliche. Sie erinnern sich an die Schwierigkeiten der Eltern, Polnisch zu sprechen, an die beinahe noch feudalen Lebensumstände auf dem Lande und an das Bemühen der Deutschen, um jeden Preis „unter sich“ zu bleiben.
Ab 1933 wurden die Spannungen zwischen der polnischen Mehrheit und der deutschen Minderheit deutlicher - immer wieder sorgten Einflüsse aus dem nationalsozialistischen Berlin für Irritationen. Als dann im Herbst 1939 die Wehrmacht Polen überfiel, jubelten viele deutsche Westpreußen den vermeintlichen Befreiern zu. Den Terror gegen Polen und Juden nahmen sie billigend in Kauf - und konnten sich bis zum Schluss nicht vorstellen, dass am Ende dieses Krieges der Verlust der Heimat stehen würde.
17.30-18.00 Das Erste
Gott und die Welt: Mein sibirisches Abenteuer. Eine deutsche Pastorin in Novosibirsk
Ein Film von Rita Knobel-Ulrich
Bei minus 40 Grad friert gern mal die Wasserleitung ein oder die Autobatterie versagt. Wenn dann noch einer kommt, der murmelt, das Weib habe in der Gemeinde zu schweigen, holt sie erst einmal tief Luft. Stefanie Fendler ist Pastorin und erlebt seit 2007 mit Mann und drei Kindern ihr sibirisches Abenteuer.
Ihre russlanddeutsche Gemeinde in Novosibirsk hat mit stoischer Knorrigkeit die langen Jahre der Verfolgung überlebt und merkt nun, dass sich im fernen Deutschland die Zeiten geändert haben. Stärkung erfährt die junge Pastorin von Rückkehrern, die das Leben im windschiefen sibirischen Holzhaus mit Plumpsklo und Kuh dem bequemen, aber anonymen Leben im 10. Stock einer deutschen Großstadt vorziehen. Sie kennen das Deutschland von heute und unterstützen die Pastorin in ihrem Bemühen, die Gemeinde für die Zukunft fit zu machen, vor allem aber junge Leute für die Kirchengemeinde zu begeistern.
Novosibirsk ist die drittgrößte Stadt Russlands mit einem großartigen Opernhaus, wo alle Klischees über Bären, Fellmützen und Filzstiefel obsolet werden. Ihr Gemeindesprengel ist so groß wie ganz Deutschland. Einmal im Monat fährt sie mit dem Nachtzug ins 1000 Kilometer entfernte Krasnojarsk, um dort zu taufen, zu trauen, zu beerdigen. Oder sie kämpft sich durch Schneemassen und besucht winzige Dörfer, die „nur“ ein paar hundert Kilometer entfernt sind.
Dort in der Stube auf dem eilig sauber gewischten Wohnzimmertisch baut sie ihren Altar auf und hält Gottesdienst. Dann trifft sie manchmal ein strafender Blick, weil warme, aber unziemliche Hosen an Stelle des standesgemäßen Rocks unter ihrem Talar aufblitzen. Sie nimmt es mit Humor, versteht, dass überkommene Werte und Regeln nicht auf einmal über Bord geworfen werden können. Redaktion: Uwe Michelsen
18.00-18.45 Phoenix
Königin der Flüsse: Auf der Weichsel quer durch Polen
Ein Film von Ulrich Adrian, ARD-Studio Warschau, PHOENIX/2010
(Wh. v. Vortag)
18.45-19.15 Phoenix
Die neuen Trakehner: Ein Wintermärchen aus Masuren
Ein Film von Hartmut Idzko, SWR/2009
(Wh. v. Vortag)
19.15-20.00 Phoenix
Polens Ostseeküste: Vom Frischen Haff bis Usedom
Ein Film von Robin Lautenbach, ARD-Studio Warschau, PHOENIX / RBB/2008
(Wh. v. Vortag)
19.15-20.00 Br-Alpha
Nächstes Jahr am Ararat: Armenische Christen zwischen Kaukasus und Deutschland
21.45-22.30 Phoenix
Armenien
Ein Film von Olaf Bock, ARD-Studio Moskau, PHOENIX/2010
Montag, 08. März
11.25-11.55 Hessen3
Pflegerin mit Herz. Eine Polin für Oma
Ein Film von Ute Jurkovics
Die 79-jährige Käthe Jorch hatte mehrere Schlaganfälle und leidet seit Jahren unter Demenz. Eigentlich müsste sie ins Heim, denn ihr Mann Heinrich ist selbst behindert und kann sie nicht mehr pflegen. Doch über eine Agentur fand der Rentner eine private Betreuerin, die er auch bezahlen kann.
Genowefa kommt aus Polen und freut sich über ihren neuen Job, obschon sie ihre eigene Familie verlassen muss, um in Deutschland zu arbeiten. 100.000 Osteuropäerinnen, wird von Experten geschätzt, versorgen in Deutschland pflegebedürftige alte Menschen. Ohne die modernen Wanderarbeiterinnen aus Polen, Tschechien und Litauen würde das hiesige Pflegesystem vermutlich zusammenbrechen. Denn für die mehr als zwei Millionen hilfsbedürftigen alten Menschen reicht die Zahl der Heimplätze bei Weitem nicht. Die meisten von ihnen werden zu Hause gepflegt - von Verwandten oder Frauen wie Genowefa.
Heinrich Jorch kostet die Rundumbetreuung seiner Ehefrau 1.800 Euro im Monat. 1.200 Euro davon erhält Genowefa, der Rest geht an die Vermittlungsagentur in Polen. Dort ist die Pflegerin angestellt und auch versichert. Eine deutsche Pflegekraft könnte sich Heinrich Jorch nicht leisten, sie kostet ungefähr dreimal so viel wie die Helferin aus Polen. Die Filmautorin Ute Jurkovics hat drei osteuropäische Betreuerinnen mit einem Kamerateam bei ihrer schwierigen Arbeit begleitet. Sechs Tage pro Woche rund um die Uhr wickeln sie alte Menschen, kochen Gemüsebrei, beziehen Betten und sind immer zur Stelle, wenn ihre Schützlinge Hilfe brauchen.
14.30-15.00 WDR
Willkommen auf der Weichsel - Von Bullen, Skispringern und Sozialisten
Eine WELTWEIT-Reportage von Ulrich Adrian
Von den beiden Quellen im Süden Polens bis zur Mündung im Delta an der Ostsee sind es genau 1047 Kilometer, eine weite Reise für die Weichsel. Der Fluss trennt das Land von Süden nach Norden ziemlich genau in der Mitte. Die Weichsel ist fast unberührt - es gibt viel Natur und eine einzigartige Tierwelt. Und es ist ein seltsamer Fluss, fast kein Schiffsverkehr, kein Tourismus, keine Industrie, eigentlich völlig nutzlos, aber kein Pole würde auf ihn verzichten.
Es gibt Esoteriker, die die Weichsel trommelnd zum Ausflug in eine andere Welt nutzen, und Paraglider, die für die polnische Polizei aus der Luft Umweltverschmutzer am Fluss suchen. Wer dem Sozialismus nachtrauert, ist am Weichselufer mit seinem Trabant Marke Eigenbau willkommen, nachts sind illegale Fischer auf der Weichsel unterwegs. Sandomierz rühmt sich, die schönste Stadt an der Weichsel zu sein: Hier werden in der historischen Kulisse die populärsten polnischen Filme gedreht. Wir begleiten einen Extremsportler, der einen Monat lang die ganze Weichsel auf einem Kajak unterwegs war und fahren auch zum Weichsel-Staudamm, in dem die polnische Geheimpolizei vor ziemlich genau 25 Jahren den Solidarnosc-Priester Jerzy Popieluszko ermorden ließ. Entlang der Weichsel lassen sich viele Geschichten erzählen.Und: Die Weichsel ist der schönste Fluss Europas, die „Königin der Flüsse“, so die durchgehende Meinung unter den Polen.
15.00-15.50 WDR
Planet Wissen: Medizin-Tourismus - Für Kronen nach Polen
Für die Zahnkronen nach Polen und für die Stammzellen nach Bangkok. Der Gesundheitstourismus boomt. Verständlich, denn im Ausland kostet eine Schönheitsoperation oder das neue Gebiss oft nur die Hälfte und die europäische Union fördert sogar diese Entwicklung. Jeder EU-Bürger kann sich inzwischen in jedem Land seiner Wahl medizinisch behandeln lassen. Planet Wissen zeigt, wie dieser sogenannte „Gesundheitstourismus“ funktioniert und erklärt die undurchsichtige Rechtslage. Im Studio sind der Experte Jens Juszczak von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Rechtsanwalt Tobias Kiwitt.
Dienstag, 09. März
02.30-03.10 Phoenix
Die Ostsee: Zwischen Deutschland und Estland
Ein Film von Thomas Willers, NDR/2007
Die Ostsee, ein Meer mit einem grenzenlosen Reichtum an Formen, Farben und Leben, entstand am Ende der Eiszeit. Die 2teilige Naturdokumentation zeigt die Entstehungsgeschichte dieses einmaligen Meeres und seiner Küsten, beleuchtet die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt und besucht die Menschen, die von und mit der See leben.
03.10-03.55 Phoenix
Die Ostsee: Zwischen Litauen und Dänemark
Ein Film von Thomas Willers, NDR/2007
04.25-04.40 Phoenix
Gefährliche Fracht auf der Ostsee: Die Spur des russischen Öls
Ein Film von Patrick Baab, Andreas Kirsch, NDR/2005
12.05-12.30 3sat
Slowenien Magazin
In Kooperation mit dem slowenischen Fernsehen berichtet das österreichische Magazin über Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur Sloweniens.
Mittwoch, 10. März
14.45-16.40 arte
Slobodan Milosevic - Das letzte Gericht
Mit der Verlesung der Anklageschrift am 12. Februar 2002 wurde der Prozess eröffnet. In der Anklageschrift wird von einer „kriminellen Vereinigung“ gesprochen und Slobodan Milosevic angeklagt, an der Planung, Anordnung, Durchführung und Unterstützung von Verbrechen an nationalen, religiösen oder ethnischen Gruppen beteiligt gewesen zu sein. Insgesamt 66 Klagepunkte werden ihm in drei Anklageschriften vorgeworfen: Anklagepunkte im Kroatienkrieg (1991 - 1995), Bosnienkrieg (1992 - 1995) und Kosovokrieg (1998 - 1999).
Slobodan Milosevic wird angeklagt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord und wegen der Massaker von Vukovar und Srebrenica. Allen drei Anklagepunkten zufolge sei Milosevic auch verantwortlich für Massenvertreibungen, Deportationen, Folter, Plünderungen und Morde an Zivilisten.
Die Anklage beendete den „Fall Slobodan Milosevic“ am 25. Februar 2004, nach 280 Gerichtstagen. Prozessbeobachter hatten schon viel früher mit einer Beendigung gerechnet. Bedingt aber durch Milosevics Krankheitszustand, gab es nur ein zähes Vorankommen im Prozess. Im Sommer 2004 legte Slobodan Milosevic eine Liste vor: Mehr als 1.600 Zeugen sollten vorgeladen und angehört werden. Die Verteidigungsphase verzögerte sich ebenfalls wegen Milosevics Krankheit. Medizinischen Berichten zur Folge hatte sich sein gesundheitlicher Zustand lebensbedrohlich verschlechtert. Auf Anraten seiner Ärzte hatten die Richter den Prozess mehr als ein Dutzend Mal unterbrochen.
Im Eröffnungsplädoyer seiner Verteidigung führte Slobodan Milosevic aus, dass die Geschichte des Balkankonfliktes auf verdrehte Weise dargestellt worden sei, um die wahrhaft Schuldigen zu schützen. Einer der „Hauptschuldigen“ an der Zerstörung des früheren Jugoslawien, fügte er hinzu, sei Hans-Dietrich Genscher - deutscher Außenminister von 1974 bis 1992.
17.15-18.00 3sat
mare TV - Reportage: Dalmatiens Küste - Inselwelt in der Adria
Ein Film von Florian Huber
Vor Kroatiens Küste liegen mehr als 1.000 Inseln. Ihr südlicher Teil heißt Dalmatien mit den Kornaten als größter Inselkette, ein bizarres, karstiges Steinparadies mit nur 25 Einwohnern. Kapitän Nicola Papesa macht dort die Runde mit seinem Supermarktschiff. Die Leute kommen gern zum Einkaufen auf sein Boot, denn Obst, Gemüse und Zahnbürsten bekommt man sonst nur eine ganze Tagesreise weit entfernt. Es sei dort wie Italien, nur ohne Italiener, sagen einige über Dalmatien.
Die Hafenstadt Split war einst eine Siedlung der Römer, in Zadar sprechen viele Einheimische fließend italienisch. Die Küche in Dalmatien ist mediterran, die Menschen entspannt. Ciro Burtina, der alte Schiffsschrauber von der Halbinsel Murter, liebt das gemütliche Chaos auf seiner Werft, Schwammtaucher Drago seinen entspannten Job unter Wasser.
Fischer Ivan Bulat verliert in der Bucht von Skradin schon mal seine Netze aus den Augen. Und Steinmetz Ante lässt die Mittagspause auf der Marmorinsel Brac direkt in den Feierabend münden. Sein ganzer Stolz ist die Meeresorgel von Zadar, die er gebaut hat. Ein weltweit einmaliges Instrument, gespielt von Wind und Wellen. Wenn Berto, der Gondoliere von Zadars einziger Ruderbootfähre, nach der Arbeit nach Hause fährt, macht er oft einen Abstecher dorthin. Der Film von Florian Huber „Dalmatiens Küste - Inselwelt in der Adria“ stellt Dalmatien und seine Bewohner vor.
20.15-21.05 3sat
Ketten im Kopf. Frauenhandel von Osteuropa bis in die Schweiz
Ein Film von Béla Batthyany
Frauenhandel existiert auch in der Schweiz. Doch man darf sich kein falsches Bild machen. Die Opfer - zum größten Teil junge Frauen aus Mittel- und Osteuropa - sitzen nicht angekettet oder eingesperrt in dunklen Kellerlöchern. Irina aus Moldawien zum Beispiel musste zwei Jahre lang in unzähligen Cabarets ihren Körper verkaufen, um ihre Schulden abzuarbeiten. War sie so naiv oder so verzweifelt? Wusste sie nicht, was auf sie zukommt? Welche Gründe zwangen sie dazu, ihr Heimatland Moldawien zu verlassen?
In Irinas Heimatland erleiden viele junge Frauen ein ähnliches Schicksal: Sie verlassen ihr Land, die Familie und ihre Kinder in der Hoffnung, im Ausland schnelles Geld zu machen. So auch Svetlana R. Doch anstelle des Jobs in einem Restaurant in Istanbul landete sie in einem der zahlreichen Bordelle auf der nördlichen, türkischen Seite Zyperns. „Ketten im Kopf“ ist ein Film über Frauenhandel von Osteuropa bis in die Schweiz.
21.45-22.45 Br-Alpha
Planet Wissen: Moskau – Kontraste rund um den Kreml
In Moskau genießen Superreiche prunkvollen Luxus, und gigantische Wolkenkratzer wachsen in den Himmel. Moskau boomt. Die russische Hauptstadt gehört zu den teuersten Städten der Welt. Doch ein Großteil der Einwohner lebt im Plattenbau und kämpft mit hohen Mieten und knappem Wohnraum. Es ist ein Leben unter den wachsamen Augen des Kreml. Denn eine kritische Meinungsäußerung gehört immer noch nicht zum Alltag der Moskauer. Dafür aber ein nervenaufreibender Verkehr. Wer in Moskau Auto fahren möchte, muss Geduld mitbringen. Stundenlange Staus sind typisch für die kontrastreiche Metropole. Die WDR-Redakteurin Karla Engelhard hat Moskau als ARD-Korrespondentin hautnah kennen gelernt und berichtet bei Planet Wissen über ihre ganz persönlichen Erfahrungen.
Donnerstag, 11. März
03.45-04.30 Phoenix
Prag: Die goldene Stadt
Ein Film von Georg Schmolz, NDR/2004
05.15-06.00 Phoenix
Budapest: Metropolen des Ostens
Ein Film von Gabriele Denecke, RBB/2006
Freitag, 12. März
14.15-15.00 3sat
Bilderbuch: Danzig
Ein Film von Manfred Uhlig
Leonard Szmaglik pirscht durch die Straßen von Danzig. Die alte Hansestadt in Polen an der Ostsee ist für den 74-jährigen ehemaligen Kranführer Stoff für eine lebenslange fotografische Leidenschaft. Die Werftarbeiterstreiks, die Besuche von Günter Grass in seiner Heimatstadt, den Wiederaufbau der zerstörten Innenstadt - all das hat Szmaglik auf Film gebannt. Fast eine Million Fotos sind es mittlerweile, in zwei alten Kleiderschränken seiner Ein-Zimmer-Wohnung bewahrt er sie auf.
Die nach dem Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstörte Innenstadt Danzigs wurde liebevoll restauriert, ein Prozess, der noch immer nicht abgeschlossen ist. Auf einem Baugerüst in 60 Meter Höhe flickt der Denkmalpfleger der Marienkirche Tomasz Korzeniowski zerbröselte Ziegelsteine. Eine Million Ziegel hat die größte Backsteinkirche der Welt, jeder zehnte muss restauriert werden - eine Sisyphosarbeit.
Doch während der Erhalt der architektonischen Kostbarkeiten Danzigs im EU-Mitgliedsland Polen langfristig gesichert ist, plagen den Fotografen Leonard Szmaglik Sorgen um sein Archiv. „Was soll aus meinen Negativen werden, wenn ich nicht mehr bin?“, fragt er sich. Geld für eine sichere Aufbewahrung hat er nicht. Mit seiner kargen Rente kann der ehemalige Werftarbeiter nicht einmal die Reparatur seines defekten Elektroherds bezahlen. Der Film „Bilderbuch: Danzig“ folgt Leonard Szmaglik auf seinen Streifzügen durch Danzig und dokumentiert den Wandel der ehemals deutschen Stadt.
21.45-22.45 Br-Alpha
Planet Wissen: Ostpreußen – Spurensuche in einem Land der Widersprüche
Königsberg und Kaliningrad, Kommunismus und Kapitalismus, Tradition und Aufbruch in die Moderne. Ostpreußen - eine Region voller Widersprüche. Die wunderschöne Region zwischen Weichsel und Memel war über Jahrhunderte ein Teil Deutschlands. Heute gehört sie zu Polen und Russland. Wie leben die Menschen in Ostpreußen heute? Was hat die Region touristisch zu bieten? Wie wird es sich in Zukunft entwickeln? Planet Wissen begibt sich auf eine Spurensuche zusammen mit dem Studiogast Wolf von Lojewski, dessen Vorfahren in Ostpreußen gelebt haben. Der Journalist hat die Region viele Male besucht und dabei Land und Menschen auf faszinierende Weise kennen gelernt. Zweiter Studiogast ist der Historiker Andreas Kossert. Auch er hat Wurzeln in Ostpreußen und ist ein ausgesprochener Kenner der osteuropäischen Geschichte und Kultur.
22.40-00.10 Arte
Die neuen Nonnen von Moskau
Dokumentarfilm, Deutschland 2009, NDR, Erstausstrahlung
Was auf den ersten Blick wie ein Rückschritt ins Mittelalter erscheint, ist eine typisch russische Zukunftsvision: die Architektin Mutter Elisaweta (62), die Archäologin Mutter Nikolaja (62), die Philosophin Mutter Elaria (36), die Ingenieurin Julia (37) und die Juristin Olga (29) träumen von einem besseren Russland, das durch einen starken Glauben zu seinen Wurzeln zurückfindet.
Mutter Elisaweta, Mutter Nikolaja und Mutter Elaria waren die ersten Nonnen des Iwanow-Klosters, die nach der Revolutionen von 1917 wieder die Weihe zur Nonne empfangen haben. Julia und Olga steht diese Zeremonie noch bevor. Sie leben seit zwei Jahren im Kloster und durchlaufen eine Probezeit. Nach der Weihe müssen sie alles, was in der Welt für sie Bedeutung hatte, hinter sich zurücklassen: Familie, Eltern, Freunde.Die Weihe zur Nonne bedeutet einen Abschied von der Welt, wie sie sie bisher kannten.
Julias Mutter hat ein Leben lang in der sowjetischen Rüstungsindustrie gearbeitet. Für sie ist die Entscheidung der Tochter kaum nachzuvollziehen - Julias Vater, enttäuscht über die Entscheidung seines einzigen Kindes, wird zur Weihe nicht kommen. Olga ist Waise. Ihr Freund kam vor sechs Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Die Mutter ihres Freundes wird zur Weihe kommen. Sie versucht Olga zu unterstützen, doch die ist längst in einem neuen, geistlichen Leben. Sie sagt: „Ich bin für diese Welt gestorben.“
Eine Nonnenweihe findet unter strengstem Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur die engsten Angehörigen dürfen dabei sein. Die Autorin Beate F. Neumann hat sich seit vielen Jahren um eine Drehgenehmigung bemüht, jetzt gewährte ihr das Iwanow-Kloster Einblick in seinen streng ritualisierten Alltag, und sie durfte die Weihe der jungen Frauen filmen.
