Handeln gegen Frauenhandel
Freitag, 05. März 2010
Zehn Jahre Aktionsbündnis gegen Frauenhandel mit Renovabis
FREISING/MÜNCHEN. „Handeln gegen Frauenhandel“ ist die Devise eines Netzwerks von Organisationen aus Bayern, die der Zwangsprostitution den Kampf angesagt haben. Besonderer Fokus dabei: das skrupellose Geschäft mit Frauen aus dem osteuropäischen Raum, das nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vor mehr als 20 Jahren explosionsartig zunahm. Dies war auch ein wichtiger Grund für das Katholische Hilfswerk Renovabis, sich dagegen stark zu machen. Denn von Projektpartnern beispielsweise in Tschechien, Litauen, Bulgarien und Rumänien war Renovabis über die menschenverachtenden Praktiken informiert worden; zahlreiche Projekte konnten vor Ort realisiert werden - ebenso aber auch die preisgekrönte, mehrfach gesendete Fernsehdokumentation „Die Balkanroute“ von Ulrike Baur, die das Schicksal einer Betroffenen nachzeichnet.
Auf dem Freisinger Domberg, dem Sitz der Renovabis-Geschäftsstelle, ist schließlich im Februar 2000 das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel ins Leben gerufen worden. Als eklatanten Angriff auf die Menschenwürde brandmarkte die damalige Gründungstagung das Geschäft mit der „Handelsware Frau“. Die Jubiläumsveranstaltung des Bündnisses, die am diesjährigen Weltfrauentag (Montag, 8. März 2010) in Kooperation mit Renovabis und der Hanns-Seidel-Stiftung in München stattfindet, nimmt den Titel der Gründungsveranstaltung wieder auf: „Die Würde der Frau ist (un-)antastbar“.
Experten beleuchten im Konferenzzentrum München der Hanns-Seidel-Stiftung in der Lazarettstraße 33 viele Themen. Dabei nimmt die Bewusstmachungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland eine wichtige Position ein: Inge Bell, die Journalistin und für diese Arbeit Preisträgerin „Frau Europas 2007“ zeigt einen Film dazu. Vertreter von Staatsanwaltschaft, Polizei und verschiedenen Beratungsorganisationen ziehen Bilanz, ob und was sich beim Skandalthema Frauenhandel in den letzten zehn Jahren verändert hat. Daran beteiligt sich auch die bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk. Für eine „Ethik der Entrüstung“ setzt sich Schwester Dr. Lea Ackermann (Solwodi) ein und stellt ihre Ideen dazu zur Diskussion.
Dem Aktionsbündnis gegen Frauenhandel gehören heute rund 20 Organisationen an, die überwiegend aus dem kirchlichen Raum kommen.
