Osteuropa-Fernsehtipps
27. März 2010 – 02. April 2010

Tagesübersicht


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Samstag, 27. März

00.30-01.15 Phoenix

Die längste Straße der Welt (1/3): Moskau - Wladiwostok

Ein Film von Sabine Falk, Marcus Fischötter, MDR/2005

10.000 Kilometer auf Russlands Straßen! Die 3teilige Reihe eröffnet neue Einblicke in das ehemals abgeschottete Reich und zeigt ein Land mit großem Potenzial und krassen Gegensätzen.

01.15-02.00 Phoenix

Die längste Straße der Welt (2/3): Moskau - Wladiwostok

Ein Film von Sabine Falk, Marcus Fischötter, MDR/2005

Bislang war Russland nur mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn vollständig zu durchqueren. Doch mittlerweile wurde nach 25 Jahren Bauzeit in Fernost das letzte Teilstück eines großen Straßenprojekts vollendet. Der Film macht sich auf, um die neue Strecke zu entdecken und Geschichten von Menschen rechts und links des Weges zu erzählen.

02.00-02.40 Phoenix

Die längste Straße der Welt (3/3): Moskau - Wladiwostok

Ein Film von Sabine Falk, Marcus Fischötter, MDR/2005

Ausgangspunkt der Reise durch das riesige Land war Moskau, dann ging es durch Sibirien bis an den Pazifischen Ozean nach Wladiwostok. Die beiden Autoren Sabine Falk und Marcus Fischötter treffen im märchenhaften Tatarstan auf alte Traditionen, in Burjatien am Baikalsee einen buddhistischen Arzt, der mit Jahrtausende alten Rezepten Schweizer Pharmafirmen beeindruckt, chinesische Bauern auf Kolchoseland und reiche Russen am Pazifik.

02.40-03.25 Phoenix

Moskau - Menschen und ihre Stadt

Ein Film von Christian Klemke, RBB/2006

03.25-04.10 Phoenix

Frühling für St. Petersburg. Die Stadt der Zaren wird 300

Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2003

04.10-04.55 Phoenix

Tore zur Welt. Der Hafen von Wladiwostok

Ein Film von Elke Windisch, RBB/2006

Beherrsche den Osten - das ist die wörtliche Übersetzung von Wladiwostok, Russlands Tor zum Pazifik. Im Kalten Krieg lagen im Hafen von Wladiwostok die Atom-U-Boote der Pazifikflotte. Vor neugierigen Blicken Fremder noch immer gut geschützt, beeinflusst sie bis heute das Leben von Hafen und Stadt. Der Film erzählt von Menschen, die in Wladiwostok leben und arbeiten.

04.55-05.15 Phoenix

Walaam. Wiedergeburt eines Klosters in Russland

Ein Film von Joachim Bartz, ZDF/2005

05.15-06.00 Phoenix

Russlands kaltes Herz (1/2): Eine Sommerreise auf dem Ob

Ein Film von Andreas Voigt, SWR/2005

Sibirien - damit verbinden hierzulande die Menschen immer noch Verbannung und Straflager, meterhohen Schnee und bittere Kälte. In Russland ist der Name viel mehr: Metapher für Grenzenlosigkeit und Unendlichkeit, Symbol für den Kampf gegen die Wildnis. Wörtlich übersetzt heißt Sibirien „schlafende Erde“. Der 2teilige Film ist eine Reise entlang des Flusses Ob, der auf mehr als 4.000 Kilometern Sibirien vom Altai im Süden bis zur Kara See im Norden durchfließt. Regisseur Andreas Voigt und sein Team haben links und rechts des Ob nach Geschichten und Schicksalen gesucht, die zeigen, wie die Menschen in Russlands „wildem“ Osten leben, denken und fühlen.

06.00-06.45 Phoenix

Russlands kaltes Herz (2/2): Entlang des Ob zum Polarkreis

Ein Film von Andreas Voigt, SWR/2005

Im zweiten Teil brechen Filmemacher Andreas Voigt und sein Team im Herbst vom mittleren Ob auf in den Norden, dem sibirischen Winter entgegen. Links und rechts des Stroms finden sie große und kleine Geschichten und bewegende Schicksale, die Einblick geben, wie die Menschen in Russlands „kaltem Herzen“ leben.

06.45-07.30 Phoenix

Von Odessa nach Odessa - Eine Reise ums schwarze Meer (1/2)

Ein Film von Jens Stubenrauch, RBB/2007

07.30-08.15 Phoenix

Von Odessa nach Odessa - Eine Reise ums schwarze Meer (2/2)

Ein Film von Jens Stubenrauch, RBB/2007

11.36-12.20 MDR

Karelien - Wo Russland finnisch ist

Ein Film von Petteri Saario

Sergei wächst in dem winzigen Sieben-Seelen-Dorf Venehjärvi in Russisch-Karelien auf. Karelien gilt als die Wiege der finnischen Kultur, und die Karelier leben dort noch heute inmitten unberührter Wälder als Selbstversorger von ihren Höfen und der Natur. Für den alten Bootsbauer Sulo und seine Frau Valentina ist das Leben dort angenehm, doch für einen jungen Mann hat die Idylle auch ihre Schattenseiten: Es gibt noch nicht einmal gleichaltrige Mädchen in Venehjärvi.

Die sieht er nur in dem 25 Kilometer entfernten Vuokkiniemi, wo er zur Schule geht. Sergei muss sich entscheiden, ob er das genügsame Leben seiner Vorfahren führen will oder einmal Industriearbeiter in der Eisenerzmine von Kostomuksha wird. Über fünf Jahre begleitet Filmemacher Petteri Saario den Jungen beim Fischen und auf der Jagd, taucht in die mystische Welt der Karelier ein und porträtiert zugleich Sulo, den schlagfertigen Bootsbauer, der immer für einen deftigen Witz zu haben ist.

17.45-18.15 Arte

Zu Tisch in … Rumänien

Ein Magazin, Deutschland 2003, ZDF

Schon früh am Morgen ruft der Klang der hölzernen Toaca die Nonnen des Klosters „Celic Dere“ zu ihrer Morgenandacht. In einem festgelegten Rhythmus schlägt eine Schwester auf das lange Holz, dem man auf den ersten Blick nicht ansieht, welch frommen Zweck es erfüllt. Die lange Morgenandacht, der wichtigste Gottesdienst des Tages, wird durch ein erstes Glockengeläut eröffnet. In „Celic Dere“, am Rande des Donaudeltas in der ostrumänischen Dobrudscha, sind die jahrhundertealten orthodoxen Klosterrituale bis heute lebendig.

In der kommunistischen Ära blieben nur die alten Nonnen im Kloster zurück. Die jüngeren wurden einfach verjagt und der Eintritt ins Klosterleben sehr erschwert. So sollten klösterliche Gemeinschaften durch den Lauf der Zeit abgeschafft werden. Heute will die junge Äbtissin Cassiana neuen Schwung ins Kloster bringen und junge Frauen zum Eintritt in ihre Gemeinschaft bewegen.

Viele Hände werden gebraucht, um die zahlreichen Arbeiten zu erledigen, die in „Celic Dere“ anfallen, wo man sich mit allem selbstversorgt. Obst, Gemüse, Fleisch - alles produzieren die Nonnen selbst. Nur der Fisch kommt aus dem See, der bei dem großen, benachbarten Kloster namens Saon liegt. Aus einem Hecht bereiten die Nonnen von Saon „Gefüllten Fisch“. Vorsichtig wird die Haut abgezogen und der von Gräten befreite Fisch durch den Wolf gedreht. Eier, Zwiebeln, Möhren und Kräuter reichern die Füllung an, die dann in die Hechthaut eingenäht wird. Der geschmorte Hecht ist der Höhepunkt eines feierlichen Klostermahls.

Sonntag, 28. März

06.00-06.45 Phoenix

Königsberg - ferne, fremde Heimat (1/2): Ostpreußen und das Erbe Stalins - Die Winterreise

Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005

06.45-07.30 Phoenix

Königsberg - ferne, fremde Heimat (2/2): Hoffnung am Haff - Die Sommereise

Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005

08.25-08.50 Arte

Es war einmal … Die Entdeckung unserer Welt: Bering - Ein Däne in Sibirien

Ein Magazin, Frankreich 1996, ARTE, Synchronfassung

Im Jahre 1689 kommt Peter der Große auf den Zarenthron. Er will sein Land nach Osten öffnen wie nach Westen. Und so schaut sein Wappentier, der Adler mit zwei Köpfen, von der Residenz in Sankt Petersburg in beide Himmelsrichtungen. Peter der Große kennt Europa, das er selbst bereist hat, recht gut. Doch im Osten liegt Sibirien, „das schlafende Land“ und nur die Zugvögel, so sagt man, wissen, wie weit dieses Land reicht.

Der junge Däne Vitus Bering wird an den Hof des Zaren und der Kaiserin vorgeladen. Er erhält den Auftrag, das Land im Osten zu erkunden. Zwei Jahre soll es dauern, bis Bering die sibirische Küste erreicht. Dort baut er ein Schiff und schließlich kann er nach einer mühevollen Fahrt beweisen, dass es dort eine Meerenge gibt, die Alaska und Sibirien trennt. Den russischen Auftraggebern gefallen die Ergebnisse von Berings Reise sehr. Sie schicken eine neue Expedition los, die „Große Nord-Expedition“, die das neue Land Sibirien erkunden soll. 2.000 Männer und Frauen gehen auf große Fahrt. Es sind Seeleute, Bauern, Soldaten, Handwerker und Viehzüchter. Bering und seine Leute benötigen sieben Jahre, um ihren Auftrag zu erfüllen.

Im Jahre 1741 bricht Bering mit zwei Schiffen nach Alaska auf. Nach einer gefährlichen Fahrt durch das Eismeer erreicht er schließlich die Küste Alaskas. Doch die Reise fordert ihren Tribut. Bering und viele seiner Leute sterben an den Folgen von Skorbut und gelangen nicht mehr nach Hause zurück.

21.45-22.30 Phoenix

In den Höhen Tadschikistans - Unterwegs mit Stephan Stuchlik

Ein Film von Stephan Stuchlik, ARD-Studio Moskau, PHOENIX / WDR/2010

Montag, 29. März

11.30-12.15 NDR

Wisente und Wölfe

Ein Film von Rainer Bergomaz und Marion Pöllmann

Wisenten sind die Giganten Osteuropas. Kein anderes Säugetier in Europa ist größer und gewaltiger als sie. Durch die Jagd wurde diese Art beinahe ausgerottet, und nur intensive Züchtungsprogramme haben die Erhaltung dieser charismatischen Tiere gerettet.

In der Grenzregion zwischen der Slowakei, Polen und der Ukraine im Gebirge der Karpaten ziehen die letzten freilebenden Wisente der Welt durch die weiten Wälder. Wild und auf sich alleine gestellt leben sie hier wie vor Tausenden von Jahren.

Der Film begleitet über zwei Jahre das Leben eines kleinen Wisentkalbes: Er zeigt die Geburt der kleinen Marisha in Gefangenschaft und den schwierigen Start ins Leben. Das Muttertier hatte nicht genügend Milch, und so wurde das Kälbchen mit der Flasche groß gezogen. Als junge Kuh wird Marisha in die Freiheit entlassen. Doch wird sie sich in der Wildnis behaupten können? Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wird Marisha schließlich in eine Herde aufgenommen und bekommt schon bald ihr erstes Kalb.

Die Kamera begleitet den Nachwuchs bei seinen ersten unsicheren Schritten im Sommer und ist im Herbst dabei, wenn die Tiere zu tieferen Weidegründen ziehen. Dabei wird die Herde von einem Wolfsrudel begleitet. Doch auch andere Jäger wie zum Beispiel Bären warten auf eine günstige Gelegenheit … Werden Mutter und Kalb den Winter überleben?

Dienstag, 30. März

00.05-01.00 Phoenix

Moskauer Mächte - Russisch-orthodoxe Christen zwischen Thron und Altar

Ein Film von Christian Rathner, ORF/2009

15.30-16.30 3sat

Sankt Petersburg - Fenster nach Europa

Ein Film von Luise Wagner-Roos und Martin Papirowski

Ein Fenster nach Europa wollte Peter der Große schaffen, als er 1703 den Grundstein für seine neue Hauptstadt des Russischen Reichs legte. 50.000 Leibeigene beorderte er in das Sumpfdelta der Newa, um die Hafenstadt aus dem Boden zu stampfen. Unter Katharina der Großen wurde Sankt Petersburg schließlich zu der blühenden Metropole, die Peter der Große sich erträumt hatte: ein „Venedig des Nordens“, eine Stadt der Künste, der Wissenschaft und der Literatur. Viele Künstler, Handwerker, Forscher und Philosophen aus Europa folgten dem Ruf der Zarin. Sie brachten neuartige Ideen mit nach Sankt Petersburg und verschmolzen sie mit den alten östlichen Traditionen. Es entstand ein kulturelles Zentrum, das im Westen seinesgleichen suchte.

Der Film „Sankt Petersburg“ stellt die Metropole des Ostens vor.

16.30-17.00 3sat

Ein Tag im Moskauer Untergrund

Ein Film von Elisabeth Weyer

Ein Russe und eine Deutsche - zwei Menschen, die einander wohl nie begegnen werden - verbindet dennoch eines: die Moskauer Metro, die schönste und schnellste U-Bahn der Welt. Fahrer Igor ist einer von 2.765 Fahrern, und sein Fahrgast Martina ist eine deutsche Journalistin, die seit zwölf Jahren in Moskau lebt und jeden Tag mit der U-Bahn zu ihren Terminen ins Stadtzentrum fährt - wie täglich etwa zehn Millionen andere Passagiere.

Der Film „Ein Tag im Moskauer Untergrund“ begleitet die Beiden für einen Tag. Dabei ist einiges über sie persönlich, über die legendäre Metro und darüber, wie man in der 14-Millionen-Metropole lebt, zu erfahren: So zeigt der Film etwa, wie Igor sich morgens aus dem Bett quält, warum er sich vor jedem Schichtbeginn einem Gesundheits-Check unterziehen muss, wie schnell er durch den Untergrund rast und warum Metro-Fahrer zu sein eine große Ehre ist. Von Martina erfährt man, weshalb Metrofahren für sie kein Stress, sondern ein Lebensgefühl ist, und welche der alten Prunkstationen sie besonders liebt.

17.00-18.00 3sat

Moskau und der goldene Ring

Ein Film von Sabine Klauser

Im Mittelalter war Susdal eine der bedeutendsten Städte weit und breit, größer als Paris oder London - heute liegt sie tief in der russischen Provinz. Sie ist eine typisch russische Stadt mit Kreml, Kirchen, Palästen und Wehrschlössern, die den orthodoxen Glauben zunächst gegen die islamischen Mongolen und später gegen die katholischen Schweden verteidigten. Außerdem ist Susdal einer der Orte rund um Moskau, die sich als „goldener Ring“ um die 600 Jahre alte Hauptstadt von Russland winden. In diesen Städten, Klöstern und Kirchen schlug bis zur Oktoberrevolution das Herz Russlands. Nach über 70 Jahren läuten dort wieder regelmäßig die Glocken, und die verbliebenen Klöster und Kirchen erstrahlen in neuem Glanz.

Der Film „Moskau und der goldene Ring“ stellt Russlands Hauptstadt und die umliegenden Orte vor.

19.30-20.15 Br-Alpha

Ostpreußens Norden (1/2): Von Königsberg bis zur Memel

Mittwoch, 31. März

07.10-07.35 Arte

Es war einmal … Die Entdeckung unserer Welt - Bering - Ein Däne in Sibirien

Ein Magazin

(Wh. vom 28.03.2010)

11.00-11.45 Br-Alpha

Ostpreußens Norden (1/2): Von Königsberg bis zur Memel

(Wh. vom Vortag)

19.30-20.15 Br-Alpha

Ostpreußens Norden (2/2): Von Tilsit nach Trakehnen

23.50-00.45 Arte

Fett, faul und wild entschlossen - Mladen schafft den Marathon

Im Mittelpunkt des Films steht der Regisseur Mladen Maticevic selbst. Er ist 40, fett, niedergeschlagen und steckt in einer handfesten Midlifecrisis. Seine Karriere scheint nicht voranzugehen, er hat keinen Spielfilm mit Clint Eastwood oder anderen Superstars gedreht, wie er immer wollte. Die Hoffnungen, die seine Lehrer an der Filmhochschule in ihn gesetzt hatten, hat er nicht erfüllt. Er empfindet sich als Versager …

Da sieht er im Fernsehen den Rotterdam Marathon. Und plötzlich hat er ein Lebensziel: Er wird den Belgrad Marathon laufen. Er registriert die ganze Skepsis und den Spott seiner Familie und Freunde, aber das alles lässt ihn kalt. Er beginnt – gnadenlos gegen sich selbst - mit den physischen und geistigen Vorbereitungen zu dieser sportlichen Höchstleistung.

Der Hauptteil des Dokumentarfilms zeigt die Wunden einer verzweifelten Welt, kritischer Situationen, dringender Problembewältigung und individueller Tragödien. Er erlaubt selten, zu lachen, und es scheint gewöhnlich auch unpassend zu sein. Maticevic gibt jedoch nicht Unerfahrenheit vor, sondern verbindet spielerisch spontane Szenen mit Dokumentarrekonstruktionen. Grundsätzlich mit sehr viel Witz und Selbstironie verspottet er sich selbst. Die Geschichte des Helden ohne eine wirkliche Chance im Kampf mit dem schlimmsten Gegner – seiner eigenen Trägheit – ist dynamisch und anrührend zugleich erzählt. Die Spannung wird bis zum Schluss gehalten, der keineswegs vorhersehbar ist.

Der Film ist voll erfrischendem Humor und dabei auch eine ausgezeichnete Allegorie des Marathonlaufs als täglicher Überlebenskampf in einer Weltregion, die immer noch versucht, mit Wirtschaftsübergang und Folgen des Krieges fertig zu werden.

Bekannt wurde Mladen Maticevic 2002 mit seinem Film „One on One“, ein städtisches Basketball-Drama. Davor hatte der Regisseur mehrere Dokumentarfilme für Serbiens Nationalen Rundfunk und unter der unabhängigen Produktionsfirma B92 gedreht, darunter auch 1996 „Getto“. In ihm wird Cavke, der Drummer einer bekannten Gruppe des Punkrocks/Alternative Elektricni orgazam, vorgestellt.

Donnerstag, 01. April

10.30-11.15 Phoenix

Der Himmel über Pommern (1/2): Land und Leute in Polens Norden

Ein Film von Birgit Gehlen, Hermann Feldhoff, WDR/2006

11.00-11.45 Br-Alpha

Ostpreußens Norden (2/2): Von Tilsit nach Trakehnen

(Wh. vom Vortag)

11.15-12.00 Phoenix

Der Himmel über Pommern (2/2): Begegnungen im Frühling

Ein Film von Birgit Gehlen, Hermann Feldhoff, WDR/2006

16.30-17.15 3sat

Im schlesischen Himmelreich (1/2): Der Graf und die Kohlendiebe

Ein Film von Thomas Euting

Das heutige Schlesien ist in die polnischen Verwaltungsbezirke Niederschlesien, Oppeln und Schlesien unterteilt. Im Alltag spricht man einfach nur von Nieder- und Oberschlesien: Eine Region, in der die Menschen 1.000 Jahre lang Opfer der machtpolitischen Interessen von Böhmen, Habsburgern, Preußen und Polen waren. Eine Region aber auch, die sich im Zuge der EU-Erweiterung als ein multikultureller Ort der Begegnung und als Mittler zwischen Ost und West erweist. Im Oberschlesischen Industrie- und Steinkohlerevier kehrt der schwer kranke Valentin Graf Ballestrem noch ein letztes Mal an die Stätte seiner Kindheit zurück, in das Dorf um Schloss Plawniowitz. Seine Vorfahren zählten zu den bedeutendsten Großindustriellen Oberschlesiens.

Der Familie gehörten Kohlegruben, Wälder, Säge- und Stahlwerke, in denen 50.000 Menschen Arbeit hatten. Wie die meisten Schlesier hat auch seine Familie 1945 alle Besitztümer verloren. Die wieder aufgeflammte Diskussion um Eigentumsansprüche vertriebener Deutscher in Polen bezeichnet der alte Herr als einen „Chauvinismus“, dem man „gelebte Versöhnung“ entgegensetzen müsse: „Wenn Deutsche von Polen beleidigt werden und man zurückschlagen möchte, dann sollte man schweigen, vielleicht sogar eine ganze Generation lang. Geduld und Toleranz werden dazu führen, dass antideutsche Ressentiments abflauen.“ Thomas Euting hat das heutige Schlesien bereist. Der erste Teil seiner Reise führt nach Oberschlesien.

17.15-18.00 3sat

Im schlesischen Himmelreich (2/2): Wo der Westen den Osten trifft

Ein Film von Thomas Euting

Der Fluch des Kriegs zieht sich noch immer durch Schlesien. Im Bergland der Beskiden erzählt ein alter Bauer, dass er die Deutschen hasst: „Aber nur die, die mir damals mit der Panzerfaust den Arm weggeschossen haben!“ Am anderen Ende Schlesiens, ganz im Westen, sitzt eine alte Frau allein in einer kleinen Holzkirche. Zwischen ihren Fingern hält sie einen Rosenkranz. „Der ist das einzige, was ich gerettet habe“, sagt sie, „damals, als die Russen kamen, die Mädchen und Frauen zusammengetrieben und vergewaltigt und dann das Dorf in Brand gesteckt haben.“

Panzerfaust und Rosenkranz bleiben bis heute Sinnbilder tiefster Risse: Symbole für den verblassenden Traum der deutschen Vertriebenen, dass ihre verlorene Heimat Schlesien vielleicht doch noch einmal deutsch werden möge - und für die Zukunftsängste jener Polen, die nach dem Krieg Schlesien besiedelten und heute noch fürchten, die Deutschen könnten vielleicht doch noch zurückkommen.

Es gibt aber auch Momente vorbehaltloser Versöhnung: In Hennersdorf umarmen sich zwei Frauen - eine Deutsche, die als Kind aus Schlesien vertrieben wurde, und eine Polin, deren Eltern aus dem polnischen Osten nach Hennersdorf zwangsumgesiedelt wurden. Unter dem Kastanienbaum, unter dem sie als Kinder gespielt haben, reichen sie sich die Hände, denn „im Herzen sind wir beide Schlesier.“

Thomas Euting hat das heutige Schlesien bereist. Der zweite Teil seiner Reise führt in den Osten und Westen Schlesiens.

20.15-21.00 NDR

mareTV: Danziger Bucht

Sie gehört zu den schönsten Regionen, die Deutschlands Nachbarland Polen zu bieten hat: kilometerlange Sandstrände, prächtige Seebäder und eine malerische Hansestadt - die Danziger Bucht ist Polens „Ostseeperle“.

Der Fisch wird schon kommen, man muss nur fest genug daran glauben … Die Fischer der Halbinsel Hela halten einmal im Jahr zu Ehren ihres Schutzheiligen eine Messe ab - mitten auf dem Meer. Tagelang schmücken sie ihre Boote, um dann in einer eindrucksvollen Prozession auf die Ostsee hinaus zu schippern.

Der Oberländische Kanal ist eines der ungewöhnlichsten Wasserbauwerke der Welt. Der Höhenunterschied von 100 Metern wird hier nicht mithilfe von Schleusen, sondern auf Schienen bewältigt. Die Schiffe werden auf Trailer verladen, dann geht es mithilfe von Wasserkraft und Seilzug bergauf oder bergab bis zum Frischen Haff, das an die Danziger Bucht grenzt. Das Maschinisten-Bruderpaar Alojzy und Josef Skowronski sorgt dafür, dass kein Schiff auf dem Trockenen bleibt. Und sie selbst auch nicht. Denn die Pausen sind lang und werden mit dem polnischen Bier Specjal überbrückt.

Früher hat Renata in der Werksküche der legendären Danziger Werft gearbeitet. Sie erinnert sich gern an die Zeiten, als die Arbeit im Hafen nie stillstand, und an die Aufbruchstimmung unter den Solidarnosc-Genossen. Heute aber ist alles anders. Ihre Kunden sind nicht mehr nur Schweißer im Blaumann, sondern vermehrt Künstler mit Dreadlocks, die ihre Ateliers in den stillgelegten Werftschuppen eingerichtet haben. Gut für Renata und ihre vier Kantinen, die sie sehr resolut führt.

Die Mitglieder des Tauchklubs Hai sind zwar alle schon ein bisschen älter, haben aber immer noch „Biss“. Es gibt kaum ein Wrack in der Danziger Bucht, das sie noch nicht aufgesucht haben. Der Vorsitzende Jerzy Janczukowicz hat die gefundenen

Unterwasserschätze zu Einrichtungsgegenständen umfunktioniert. Seine pittoreske Villa ist Klubhaus, Wohnort und Museum zugleich. Kronleuchter und Treppengeländer zum Beispiel stammen von der „Wilhelm Gustloff“. Und schließlich trifft das „mareTV“-Team noch leidenschaftliche Jazzmusiker im altehrwürdigen Seebad Sopot.

21.00-21.45 NDR

mareTV: Pommersche Bucht - Frühling zwischen Haff und Bodden

Ein Film von Jan Hinrik Drevs

Eine Reportage über die Menschen an der Pommerschen Bucht, die in der einzigartigen Landschaft zwischen Greifswalder Bodden und Stettiner Haff leben und arbeiten. Immer im Frühjahr spannt Inselwart Wolfgang Göttel auf der Greifswalder Oie, dem Bodden vorgelagert, seine „Japan-Netze“. Er wartet auf Zugvögel, die auf ihrer Reise gen Norden hier Rast machen. Zu Hunderten fängt er sie, nicht als Delikatesse, sondern als Forschungsobjekt. Sorgfältig beringt dürfen sie weiterziehen.

Usedom fasziniert durch seine Gegensätze: An der Ostseeküste die mondänen „Kaiserbäder“ Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck, im Hinterland ursprüngliche Dörfer wie zum Beispiel Ost-Klüne. In der Drei-Häuser-Gemeinde lebt Karla Gaede. Wenn sie ihre Schwester in West-Klüne besuchen will, steigt sie ins Ruderboot. Gleich um die Ecke ragen die Reste der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Eisenbahnhubbrücke von Karnin aus dem Brackwasser. Von hier aus bricht Bootsführer Sörensen vom Bundesgrenzschutz auf. An der Grenztonne treffen er und seine Mannschaft auf das polnische Kontrollboot. Einmal im Monat kommt ein Beamter des EU-Nachbarn an Bord, fährt mit auf Streife durchs Stettiner Haff und die „Kaiserfahrt“, ein Kanal, der Haff und Ostsee verbindet. Seit deutscher Schrott zunehmend nach Polen verschifft wird, nehmen die Beamten regelmäßig die Kähne mit alten Kühlschränken und rostigen Kotflügeln ins Visier.

Bei den Fischern hört die deutsch-polnische Freundschaft auf: Um Stör, Hering und Aale gibt es einen starken Konkurrenzkampf. Einen Gegner haben sie aber doch gemeinsam: den Kormoran, der sich nach der Wende so stark ausgebreitet hat, dass er heutzutage wieder geschossen werden darf.

23.45-00.30 Phoenix

Budapest, Die Dohány-Synagoge - Faszination Glaube

Ein Film von Marita Neher, ZDF / Arte/2006

Freitag, 02. April

11.30-12.15 NDR

Ostern in Ostpreußen

Ein Film von Wolfgang Wegner

Der letzte Schnee ist geschmolzen, die ersten Störche und Kraniche sind aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. Es ist kurz vor Ostern in Ostpreußen. In Kocarki, dem ehemaligen Kotzagen in Masuren leben Helga und August Roszig mit Kindern und Enkeln. Sie gehören zu den wenigen Deutschen, die im ehemaligen Ostpreußen geblieben sind.

Nicht anders als Weihnachten zählt Ostern für sie zu den Höhepunkten des Jahres. Wie ihre polnischen Nachbarn pflegen sie die alten Traditionen.

20.15-21.45 NDR

Landpartie - Stettiner Haff

Heike Götz ist unterwegs am nordöstlichsten Zipfel Deutschlands: Zwischen Usedom und der polnischen Grenze liegt das Stettiner Haff. Entlang der Peene erkundet Heike Götz die Region zwischen Ueckermünde und Pasewalk: mit dem Fahrrad, der Draisine oder auch auf einem Floß, einer Segelyacht oder einem slawischen Segelschiff. Dabei besucht sie u. a. eine aus Korea stammende Mühlenwirtin, eine Seidenraupenzüchterin, die damit an preußische Traditionen anknüpft, und auch eine aus Bayern stammende Familie, die in dieser Region Europas größte Rinderfarm aufgebaut hat.

Außerdem lässt sich die Moderatorin in die Welt der Slawen vor 1.000 Jahren einführen, fabriziert Bauernhof-Eis, arbeitet bei Deutschlands ältester Forstsamendarre mit und erfährt etwas über die heilende Wirkung von Bucheckern und Buchenblättern. „Landpartie“ ist eine nach journalistischen Kriterien gestaltete Fernsehreihe, die bewusst auf Trachtengruppen und Volksmusik verzichtet. Die Sendereihe mit der Moderatorin Heike Götz präsentiert norddeutsche Lebensart auf dem Lande.