Kardinal Meisner: Projekte der Partner werden kompetent gefördert

Freitag, 19. März 2010

Renovabis bewilligt gut 13,6 Millionen Euro für 283 neue Projekte seiner Partner im Osten Europas

FREISING. Die mittel-, ost- und südosteuropäischen Partner von Renovabis, dem katholischen Osteuropa-Hilfswerk in Deutschland, dürfen weiterhin mit der nachhaltigen Unterstützung dieser Organisation rechnen. Bei der turnusgemäßen Trägerkreis-Sitzung unter dem Vorsitz des Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner sind am Donnerstag (18. März) mehr als 13,6 Millionen Euro (exakt 13.643.289,88 Euro) für 283 neue Projekte von Partnern in den meisten der insgesamt 29 Länder, in denen Renovabis kooperiert, bewilligt worden. Kardinal Meisner begründete die solidarische Unterstützung der Kirchen durch Renovabis im Osten Europas so: „Die christlichen Kirchen im Osten Europas sind innerlich - geistig und geistlich - durchaus stark, aber es mangelt ihnen an materiellen Voraussetzungen.“ Allerdings gäben, so der Kardinal weiter, die Kirchen dort in ihren Gesellschaften ein wichtiges Zeugnis der christlichen Botschaft.

Dies wurde auch aus den jüngst von der „Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“ ermöglichten Projekten deutlich. In Armenien etwa sind 92.000 Euro bereitgestellt worden, damit in der griechisch-katholischen Diözese Gyumri eine Wasserversorgung die Not der Menschen lindert und sie durch den gemeinsamen Bau der Einrichtung befähigt werden, von Zusammenhalt und Selbstorganisation zu profitieren. In einem Projekt in der Tschechischen Republik geht es um den Aufbau einer Palliativstation im Krankenhaus der Borromäerinnen. Die Krankenpflegeschwestern des Heiligen Karl Borromäus arbeiten seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Prag. 2005 haben sie den massiven Pflegebedarf von unheilbar Kranken und Sterbenden bemerkt. Die Schwestern wollen damit einem gesellschaftlichen Trend entgegenwirken, der Todkranke allzu oft sich selbst überlässt. Ihr Hospiz-Anliegen wird mit 242.000 Euro unterstützt.

In der Republik Moldau, einem der südosteuropäischen Armenhäuser, wird in dem winzigen römisch-katholischen Diasporabistum eine Kirchen- und eine Pfarrhausrenovierung gefördert. Durch das Projekt des Ortsbischofs Anton Cosa zusammen mit der Pfarrei sollen die pastoralen und sozialen Aktivitäten an Schubkraft gewinnen – die Menschen eine Perspektive bekommen. Dies wird mit 80.000 Euro bezuschusst. Im ukrainischen Lviv (Lemberg) kann ein besonderes Studentenwohnheim gebaut werden, weil es jetzt die Förderung von 800.000 Euro zugesagt bekommen hat. Unter einem Dach leben hier nämlich Studierende unterschiedlicher Konfessionen, aber auch Nichtstudierende und insbesondere im Erdgeschoss des Gebäudes Behinderte mit unterschiedlichen Handicaps, die aber auf Hilfe angewiesen sein werden.

Der Trägerkreisvorsitzende Kardinal Meisner rief dazu auf, „diese Arbeit weiterhin durch Spenden zu unterstützen“. Er lobte die Mitarbeiter von Renovabis als „kompetente Helfer“ im Osten Europas. Aufgrund detaillierter Kenntnisse der Situation vor Ort würden die Projekte mit „großem Fingerspitzengefühl“ geplant, so Meisner.