01. April 2010

Renovabis wünscht frohe Ostern

In diesem Jahr fallen der „östliche“ und der „westliche“ Ostertermin auf das gleiche Datum, den 4. April. Wir dürfen das Fest der Auferstehung Christi also mit unseren Brüdern und Schwestern in den Orthodoxen Kirchen gemeinsam feiern. Ein schönes Zusammentreffen gerade im Jahr des 2. Ökumenischen Kirchentages, der vom 16. bis 20. Mai in München stattfindet und sehr passend auch zu unserem diesjährigen Aktionsleitwort „Alle sollen eins sein“ (Joh 17,21). In diesem geschwisterlichen Sinne wünschen wir allen Besuchern und Besucherinnen unserer Homepage ein gesegnetes Osterfest. Lesen Sie mehr zum „östlichen“ und „westlichen“ Ostertermin.

Hintergrund-Information zum „östlichen“ und „westlichen“ Ostertermin

„Fast alle Orthodoxen Kirchen berechnen den Ostertermin nach dem sogenannten ‚Julianischen Kalender’. Dieser hat seinen Namen von Julius Caesar, der im Jahr 46 v. Chr. einen neuen Kalender in Kraft setzte (…). Dieser war zwar relativ genau, blieb aber doch nach jeweils 128 Jahren einen Tag hinter den astronomischen Gegebenheiten zurück. Um dieses Problem zu beheben, verfügte Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 eine Kalenderreform, durch die das Jahr 1582 um 10 Tage gekürzt wurde. Dieser sogenannte ‚Gregorianische Kalender’ wurde jedoch zunächst nur in der ‚katholischen Welt’ rezipiert. Erst im 18. Jahrhundert übernahmen nach und nach auch die protestantisch geprägten Länder den Gregorianischen Kalender. Die mehrheitlich orthodoxen Länder übernahmen ihn zumeist erst am Beginn des 20. Jahrhunderts. Heute liegt die Differenz zwischen dem Julianischen und dem Gregorianischen Kalender bei 13 Tagen (…)

Besonders deutliche „Auswirkungen hat die Verwendung (dieser) unterschiedlichen Kalender auf die Berechnung des Ostertermins. Nach einer bereits vom Konzil von Nizäa (325) festgelegten Regel wird das Osterfest am Sonntag nach dem ersten Vollmond gefeiert, der auf die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche (am 21. März) folgt. Die Konsequenzen der unterschiedlichen Kalender für die Berechnung des Ostertermins lassen sich am Beispiel des Jahres 2005 gut verdeutlichen: Der erste Vollmond nach dem 21. März fiel nach Gregorianischem Kalender auf den 25. März. Daher haben alle Kirchen, die den Gregorianischen Kalender verwenden, das Osterfest im Jahr 2005 am 27. März gefeiert. Nach Julianischem Kalender (13 Tage hinter dem Gregorianischen zurück) war am 25. März jedoch erst der 12. März. Der erste Vollmond nach der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche fiel daher nach Julianischem Kalender auf den 24. April, weshalb die orthodoxen Christen das Osterfest im Jahr 2005 erst am 1. Mai gefeiert haben. Die Differenz zwischen dem ‚östlichen’ und dem ’westlichen’ Ostertermin kann daher bis zu fünf Wochen betragen. Es gibt aber auch Jahre, in denen der Ostertermin auf das gleiche Datum fällt.“ Das ist in diesem Jahr, am 4. April 2010, der Fall.

  • nach: Johannes Oeldemann, Die Kirchen des Christlichen Ostens, Verlagsgemeinschaft Topos plus, 2006 (S. 146 bis 148)
Inhalt erstellt: 01. April 2010, zuletzt geändert: 12. April 2010