„Du bist nicht allein“

Freitag, 16. Juli 2010

Weltaidskonferenz in Wien: Caritas international und Renovabis geben Menschen mit HIV/AIDS im Osten Europas eine Stimme

FREISING/FREIBURG IM BREISGAU. Auf den fatalen Zusammenhang von Drogenkonsum und HI-Infektionen im Osten Europas haben der Leiter der Projektabteilung von Renovabis, Markus Leimbach, und die Referatsleiterin bei Caritas international Andrea Hitzemann, wenige Tage vor Beginn der Weltaidskonferenz (18. bis 23. Juli) in Wien hingewiesen. „Drogennutzer bilden in Mittel- und Osteuropa noch immer die Mehrheit der Menschen mit HIV“, sagte Leimbach am Freitag (16. Juli) in Freising. Entsprechend habe die Verbindung von HIV und Sucht in den letzten Jahren zunehmend stärkeres Gewicht in den Projekten der Renovabis-Partner bekommen. – Neben der Russischen Föderation ist die Ukraine in (Ost-)Europa am schwersten betroffen: Anfang 2010 befanden sich hier nach offiziellen Angaben 101.182 Menschen mit der Diagnose HIV unter medizinischer Beobachtung, davon 11.827 mit der Diagnose AIDS. UNAIDS und die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzen jedoch, dass nur jeder Vierte um seine Infektion weiß und etwa 360.000 Menschen ab 15 Jahren mit HIV leben. Während sich die HIV-Epidemie seit ihrem Ausbruch Mitte der 90-er Jahre anfangs vor allem unter jungen männlichen Drogennutzern verbreitete, steigen mittlerweile bei den neu gemeldeten Fällen die Anteile der sexuellen Übertragung und der Anteil der Frauen.

Seit fünf Jahren unterstützen Renovabis und Caritas international die Qualifizierung und Vernetzung der HIV/AIDS-Projekte in Mittel- und Osteuropa durch Beauftragung einer Beraterin: Zu dem Aufgabenfeld von Dr. Monika Rosenbaum zählt insbesondere die fachliche Begleitung der Partner vor Ort. Gemeinsam entwickeln sie Strategien, wie etwa HIV- und Suchtprävention in die Arbeit mit Straßenkindern integriert werden können. „Die Caritas unterstützt vielerorts besonders die gefährdeten Jugendlichen. Deshalb fördern wir systematische Prävention und Aufklärung in allen Kinder- und Jugendprojekten“, so Andrea Hitzemann, zuständige Referatsleiterin bei Caritas international in Freiburg im Breisgau. Bei der Weltaidskonferenz werden die Caritasvertreter an drei Tagen im Rahmen des öffentlich zugänglichen „Global Village“ Aspekte ihrer Arbeit vorstellen: die Unterstützung von Kindern und Familien, die Pflege von Menschen mit HIV und Sucht sowie die Arbeit des Caritas-Netzwerks in Osteuropa.

Riesenkuvert und Briefe von Menschen, die mit HIV leben

Bei der Weltaidskonferenz in Wien präsentieren die katholischen Hilfswerke Renovabis und Caritas international das Engagement von katholischen Organisationen in Osteuropa. Ukrainische, russische und georgische HIV-Fachleute der örtlichen Caritas sowie Mitarbeiter aus benachbarten Arbeitsfeldern wie der Suchthilfe, Straßenkinderarbeit oder Hauskrankenpflege stellen ihre Arbeit in Vorträgen und Diskussionen dar. Dabei legen die Caritas-Fachleute ihren Schwerpunkt auf die Begleitung und Pflege von Menschen mit HIV und Sucht sowie auf die Unterstützung von Angehörigen, besonders von Kindern und pflegenden Müttern. Ein Postsack voller Briefe von Kindern und Erwachsenen, die in Osteuropa mit HIV/AIDS leben, sowie ein symbolisches Riesenkuvert geben den Klienten der katholischen HIV-Projekte bei der Konferenz eine Stimme. Unter dem Titel „Du bist nicht allein. Hilfe für Menschen mit HIV/AIDS im Osten Europas“ macht Renovabis in Wien mit unterschiedlichen Publikationen auf die Projektarbeit aufmerksam.