Wasserversorgung der Bevölkerung in Shirak Marz

ArmenienArmenienDie Dorfbewohner holen das Wasser mit Kannen in ihre Häuser.Die Dorfbewohner holen das Wasser mit Kannen in ihre Häuser.

Projektbeschreibung

Der Bezirk Shirak Marz ist das Armenhaus im Norden Armeniens. Durch die geographische Lage bei 1500 bis 2000 m Höhe über dem Meeresspiegel gedeihen Landwirtschaft und Viehzucht nur spärlich. Die vom Erdbeben 1988 zusammengefallenen Häuser sind zu gefährlichen Ruinen geworden. Hinzugekommen sind die notdürftig gebauten Baracken der aus Aserbaidschan geflüchteten Armenier. Trotz geringer staatlicher Infrastrukturleistungen und der Eigeninitiative der Bevölkerung ist es schwer, die einfachsten Lebensverhältnisse zu verbessern. Die mangelhafte Wasserversorgung stellt eine Bedrohung für die Bevölkerung dar. Fehlendes Trinkwasser verursacht hygienische und sanitäre Missstände – Krankheiten sind oft die Folge. Die unregelmäßige Bewässerung der Felder gefährdet zudem die Existenzgrundlage der Landbevölkerung.

Wenn der Regen ausfällt, sinken die Ernteerträge dramatisch.Wenn der Regen ausfällt, sinken die Ernteerträge dramatisch. Die Caritas Armenien hat deshalb 2006 begonnen, im Projekt „Parish Social Ministries“ die Partizipation von lokalen Kräften zu stärken und ihre dringendsten Probleme zu identifizieren. Alle daran teilnehmenden Gemeinden benennen fehlendes Trinkwasser in den Häusern als Hauptursache für hygienische und sanitäre Missstände. Renovabis hat in Nordarmenien bereits zwei Projekte im Bereich der Wasserversorgung unterstützt.

Auf Initiative des Anfang 2010 emeritierten Erzbischofs Karakeheyan und der Caritas Armenien wird das Wasser- und Abwasserprogramm in den Dörfern von Shirak Marz fortgeführt. Auch der neue Ordinarius hat sich das Projekt zu Eigen gemacht. Bisher wurden bereits 33 Dörfer an ein eigens gebautes Wasser- und Abwasserleitungssystem angeschlossen. Die Bevölkerung hat sich daran beteiligt und ist nun mit der Wartung der Wasserleitungen betraut. Das Projekt hat nicht nur eine funktionierende Wasserversorgung zur Folge, es stärkt darüber hinaus auch die Dorfgemeinschaft selbst und ihren Zusammenhalt („community building“).

Im aktuellen Projekt werden die Dörfer Getk, Akhurik, Haykavan, Jajur, Arapi und Arevik (ca. 300 Familien und deren Landwirtschaft) mit Wasser- und Abwasserleitungen versorgt. Bislang mussten sie Wasser in Eimern aus den entfernt liegenden Brunnen holen oder warten, bis fliegende Händler Wasser in Flaschen in den Dörfern verkaufen.

Erzbischof em. Neshan Karakeheyan Gyumri, ArmenienErzbischof em. Neshan Karakeheyan Gyumri, ArmenienErzbischof em. Neshan Karakeheyan Gyumri, Armenien: Wasser ist der Stoff des Lebens und sollte jedem Menschen in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Es ist erschütternd zu sehen, in welch erbärmlichen hygienischen Verhältnissen die Dorfbewohner leben. Das wollen wir mit Ihrer Hilfe ändern. Mit jeder neuen Wasserleitung strömt auch Hoffnung und neues Glück in das Dorf. Die Kinder leben gesünder und die Ernteerträge steigen. Lassen wir die Menschen in Shirak Marz an einem Leben teilhaben, das für uns so selbstverständlich ist.

Projektbewertung

Die Caritas Armenien hat langjährige Erfahrung mit Wasserleitungsprojekten und kann gute Ergebnisse auch im Bereich „community building“ vorweisen. Die Bevölkerung beteiligt sich durch Eigenleistungen und ist auch mit der Wartung der Wasserleitungen betraut. Das Projekt hat Modellcharakter und wird in weiteren Dörfern wiederholt.

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