„Die wohl drängendste Frage unserer Zeit“
Montag, 09. August 2010
Renovabis-Kongress thematisiert ökologische Herausforderungen im Osten Europas – Grußadressen im Vorfeld
Zahlreiche prominente Stimmen aus Kirche, Gesellschaft und Politik unterstreichen im Vorfeld des 14. Internationalen Kongresses von Renovabis, der vom 2. bis 4. September in Freising stattfindet, die Bedeutung des diesjährigen Themas. So betont Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Grußwort die Wichtigkeit „grenzübergreifender Diskussionen“. Umweltprobleme wie etwa der Klimawandel könnten „nur in enger Kooperation über Grenzen hinweg bewältigt werden“. Renovabis greife, so die Kanzlerin, mit dem Kongress „die wohl drängendste Frage unserer Zeit auf: die Bewahrung der Schöpfung, der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit“.
Der Vertreter des Heiligen Stuhls in Deutschland, der Apostolische Nuntius Erzbischof Jean Claude Perisset, verweist in seiner Grußadresse auf den Zusammenhang des Kongressthemas mit der Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag 2010: „Die Schöpfung bewahren, um den Frieden zu fördern“. Diese Verbindung sieht auch der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, der die Mahnung des Papstes zum verantwortlichen Gebrauch natürlicher Ressourcen aufgreift. Ein Schlüssel zur Lösung vieler Umweltprobleme liege in der „Wiederentdeckung der Suffizienz, also der Tugend des rechten Maßes, oder mit den Worten des Heiligen Vaters, dem Entwickeln einer ‚authentischen Humanökologie’“.
„Unsere Welt als Gottes Schöpfung zu deuten, die uns Menschen anvertraut ist, gehört zum Kern des christlichen Glaubens“, betont der Magdeburger Bischof Gerhard Feige in seinem Schreiben zum Renovabis-Kongress. Angesichts der Brände in Russland, der Überschwemmungen in Pakistan und der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sei das Kongressthema „auf eine geradezu bedrängende Weise aktuell“, es sei „wahrhaft ein Thema von gesamteuropäischer, ja von globaler Bedeutung“. Mit Blick auf die Länder Mittel- und Osteuropas konstatiert Feige, es gebe dort erfreulicherweise schon viele ökologische Initiativen. Wichtig und ein Gebot der Stunde sei nun „voneinander zu wissen, voneinander zu lernen und sich auch zu vernetzen“.
Das „Prinzip der Nachhaltigkeit“ als ethischen Maßstab für den verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung hebt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Alois Glück in seinem Grußwort an Renovabis hervor. Dieser Grundsatz betreffe den Erhalt der Artenvielfalt und den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen ebenso wie den Klimaschutz und die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen. Auch Alois Glück begrüßt, dass der Renovabis-Kongress Fragen der christlichen Schöpfungsverantwortung aufwerfe und konkrete Probleme wie etwa die Umweltverschmutzung „auf kontinentaler Ebene“ diskutiere. Denn Emissionen machten bekanntlich nicht an nationalen Grenzen halt. Es sei daher, so der ZdK-Präsident „schon im ureigenen Interesse geboten, diesen ökologischen Herausforderungen in nationalstaatsübergreifender Perspektive und in gegenseitiger Solidarität zu begegnen“.
