Ein Zuhause für Straßenkinder
- Land: Ukraine
- Förderbereich: Soziale Aufgaben
Projektbeschreibung
In Osteuropa leben rund eine Million Kinder und Jugendliche auf der Straße - auch in der Ukraine, z.B. in Charkow. Die Millionenstadt Charkow im Nordosten der Ukraine zeigt sich auf der einen Seite als eine aufstrebende Industriestadt. Doch unübersehbar sind Armut und Elend vieler Menschen, die am Rande des Existenzminimums leben müssen. Für Familien ist es besonders schwer. Viele Eltern müssen mehrere Beschäftigungen gleichzeitig wahrnehmen, um sich und ihre Kinder überhaupt ernähren zu können. Wenn sie mit der Situation völlig überfordert sind, trifft das gerade die Kinder besonders hart: von alkoholabhängigen Elternteilen geschlagen zu werden, bei der eigenen Familie keine Unterstützung und Zuwendung zu finden - das ist ein Schicksal, das viele Straßenkinder teilen. In ihrer Verzweiflung treibt es die Kinder auf die Straße, wo sie nach einem besseren Leben suchen. Ihre Situation wird hier allerdings oft noch schlimmer. Sie leben in Schächten, Kellern oder leer stehenden Häusern ohne Heizung. Sie schnüffeln Klebstoff, um Hunger und Krankheiten besser ertragen zu können oder betäuben sich mit Alkohol - Zukunftsperspektiven können sie so nicht entwickeln.
Fürsorge und Hilfe statt sozialer Ausgrenzung
Polnische Don Orione Schwestern arbeiten bereits seit 10 Jahren mit Straßenkindern in Charkiv. Ihre Arbeit besteht bisher aus zwei Schwerpunkten:
1. Eine mobile Hilfe im Zentrum der Stadt, d.h. die Schwestern fahren dreimal in der Woche mit einem gemieteten Kleinbus die wichtigsten Orte an, an denen sich die Straßenkinder treffen. Dort verteilen sie Essen und nehmen somit überhaupt Kontakt zu den Straßenkindern auf.
2. Die dreimonatige Unterbringung der Kinder und Jugendlichen in einem innenstadtnahen Zentrum, das von den Hl. Vinzenz-de-Paul-Missionaren betreut wird, mit dem die Schwestern eng zusammenarbeiten. Dieses Zentrum gibt es seit gut zwei Jahren. Die Kinder und Jugendlichen können sich auch tagsüber in dem Zentrum aufhalten und dort betreut werden.
Straßenkinder in Charkiv/Ukraine, betreut durch die Don Orione Schwestern
Straßenkinder in Charkiv/Ukraine, betreut durch die Don Orione Schwestern
Schwester Renata Jurczak PSMC berichtet uns in einem Brief:
Wir nehmen uns Zeit für die Kinder, sprechen mit ihnen über ihre Ängste und Sorgen, helfen, wo wir können. Wir versorgen sie mit Essen, Medikamenten und Kleidung. Über 60 Kinder erreichen wir pro Tag.
Ein altes Haus soll zu einem neuen Zuhause werden
Renovabis will die Schwestern nun bei einem wichtigen weiteren Projekt unterstützen: einem Haus, in dem Straßenkinder dauerhaft leben können. Am Stadtrand von Charkow konnten die Schwestern ein altes Haus kaufen, das nun zu einem neuen Zuhause für 60 Kinder und Jugendliche ausbaut werden soll. Die Straßenkinder können dort wohnen, sie werden medizinisch versorgt, vor allem aber erhalten sie hier Zuneigung und Geborgenheit! Die Schwestern sorgen dafür, dass sie Kinder wieder zur Schule gehen und kümmern sich gemeinsam mit ihnen auch um eine gute Berufsausbildung, so dass sie in Zukunft ein selbständiges, eigenverantworliches Leben führen können.
Unterschlupf im Kellerloch
Alexanders Schicksal ist typisch und steht stellvertretend für hunderte andere Kinder und Jugendliche. Seine Eltern waren arm, verdienten kaum genug, um zu überleben. Die Mutter kam immer erst spät abends von der Arbeit. Sein Vater war oft betrunken, er schlug Alexander und seine beiden Geschwister. Irgendwann lief er von zu Hause weg. Seine Eltern suchten nicht einmal nach ihm. Alexander lebte von Essensresten, die er fand, stahl vor lauter Hunger Lebensmittel. In einer Hausruine fand er ein flaches Kellergewölbe, das sein Unterschlupf wurde. Er ist oft krank, eine Verletzung hat sich stark entzündet, doch niemand kümmert sich um ihn. Er fand bisher nirgend wo Hilfe. Doch Alexander hat Glück. Er wird im Straßenkinderzentrum der Schwestern ein sicheres Zuhause finden.
Projektbewertung
Das geplante Straßenkinderzentrum bedeutet für Kinder und Jugendliche, die derzeit unbetreut auf der Straße leben, eine große Chance auf eine gesicherte Zukunft. Hier werden sie bis zum Ende ihrer Ausbildung aufwachsen – fernab der Gefahren des Straßenlebens und mit der Chance, ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Renovabis unterstützt die Schwestern bei den Kosten für den Um- und Ausbau des Hauses. Die laufenden Personal- und Sachkosten für den Betrieb des Hauses werden auch Mittel der Stadt Charkiv gedeckt.
- Projektträger: Sr. Renata Jurczak, Piccole Suore Missionarie dalla Carita (PSMC)
- Fördersumme: 70.000 EUR
- Bewilligungsjahr: 2010
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Infos zur Ukraine
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