18. Treffen der Renovabis-Partnerschaftsgruppen

Samstag, 04. Dezember 2010

Grenzübergreifende Sorge um die Schöpfung und motivierende Begegnungen

Freising. Mit den ökologischen Herausforderungen im Osten Europas haben sich in Freising gut 120 Engagierte aus dem ganzen Bundesgebiet beim 18. Partnerschaftstreffen von Renovabis, der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, beschäftigt. Zwei Tage setzten sie sich, von einem Umweltethik-Fachmann aus der Ukraine in die Thematik eingeführt, mit Anfragen an die Praxis und auch mit dem Selbstverständnis der Kirche in seinem Land als Beispiel für die Situation in einigen Regionen im Osten Europas auseinander. In einem „Europa-Café“ diskutierten die deutschen Partnerschaftsgruppen mit Gästen aus Bulgarien, Weißrussland, Polen und der Ukraine darüber, worin die größten Umweltprobleme in Osteuropa bestehen, welchen Einfluss Umweltprobleme auf die Partnerschaften oder auf die von ihnen geförderten Projekte haben und schließlich, wie solche Umweltsorgen in den deutschen Pfarreien oder im Umfeld der Partnerschaftsgruppen im Westen ins Bewusstsein zu bringen wären. Dabei herrschte einhellig die Meinung vor, dass nicht nur die zerstörte Umwelt in den Fokus zu rücken sei. Es dürften - neben dem Tschernobyl-Desaster, den allseits bekannten Müllbergen von Albanien oder dem verheerenden chemischen Goldabbau in Rossja Montana in Rumänien - die Schönheiten der osteuropäischen Natur nicht vergessen werden. Vor allen Dingen seien Diejenigen mit größtem Respekt zu unterstützen, die in ihren Ländern im Sinne von „Hegern und Pflegern“ in Gottes Schöpfungsgarten, gerade auch unter Bezugnahme auf die Religion, bereits handeln.

In Arbeitskreisen diskutierten die Multiplikatoren des Renovabis-Anliegens weitere Sach- und Fachfragen. In einer Gesprächsgruppe erfuhren sie auch das Leitwort für die Pfingstaktion 2011 von Renovabis: „Gottes Schöpfung - uns anvertraut! Ost und West in gemeinsamer Verantwortung“. Davon angetan, wurden zum Beispiel Müllsammelaktionen und Wiederverwertung, sowie die Entdeckung von Klöstern für ökologische Themen in Ost und West und auch die Vermittlung von „Schöpfung mit allen Sinnen“ vorgeschlagen.

Klar, dass bei dieser Gelegenheit im Gespräch auch neue Netzwerke geknüpft und alte Fäden wieder aufgenommen worden sind. Ihren je eigenen neuen Kontakt stellten die Partnerschaftsgruppen auch zum neuen Hauptgeschäftsführer von Renovabis her: Der Jesuitenpater Stefan Dartmann (53) war nur einen Tag vor Beginn des Treffens durch den Vorsitzenden der Kommission Weltkirche der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick, in sein neues Amt eingeführt worden.

Pater Dartmann SJ nahm den begeisternden und begeisterten Einsatz dieser Partnerschaftsgruppen für Mittel-, Südost- und Osteuropa dankbar auf. Er lobte sie als „Feuerseelen“, einem aus dem Schwedischen („Eldsjälar“) übertragenen Ausdruck für von einer Sache mit Leib und Seele Überzeugte. Die Beziehung von Dartmann zu Schweden rührt von seinem fast zwei Jahrzehnte währenden Wirken als Seelsorger in dem skandinavischen Land her, dessen Staatsangehörigkeit er sogar besitzt.