Lubliner Erzbischof Józef Życiński in Rom verstorben

Freitag, 11. Februar 2011

Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft glaubwürdig vertreten

ROM/LUBLIN/FREISING. Erzbischof Józef Życiński, Metropolit von Lublin, ist gestern (Donnerstag, 10. Februar) im Alter von erst 62 Jahren in Rom verstorben. Der Erzbischof hatte dort an einer Sitzung der Kongregation für das Katholische Bildungswesen teilgenommen. Todesursache, so die polnischen Zeitungen, sei wohl ein Schlaganfall gewesen. „Er war ein markantes Gesicht der Kirche Polens“, erinnert sich Dr. Gerhard Albert, Geschäftsführer von Renovabis: „Überall war Erzbischof Życiński zuhause, überall hatte er Freunde. In seinem Land verlieh Monsignore Życiński der Kirche Ansehen und Aufmerksamkeit.“

Der Erzbischof habe sich sehr für die Arbeit der Solidaritätsaktion Renovabis interessiert. „Er trug als kreativer Projektpartner das Anliegen des Dialogs zwischen Kirche und Gesellschaft mit großer Glaubwürdigkeit mit. Unser Nachbarland verliert mit Sicherheit eine seiner bedeutendsten Persönlichkeiten, Renovabis einen engagierten und vorausschauenden Partner“, so Albert.

In Polen galt der führende Theologe, Philosoph und Hochschullehrer ebenfalls als einer der bedeutendsten Intellektuellen. Życinski, der auch Großkanzler der Katholischen Universität Lublin (Ostpolen) war, stand in einem ständigen konstruktiven Dialog mit Wissenschaftlern, Kirchenrepräsentanten und engagierten Menschen im In- und Ausland. Der Erzbischof und Gelehrte sei wohl der prominenteste kirchliche Teilnehmer am öffentlichen Leben in Polen und auch in den Medien gewesen, schreiben heute polnische Zeitungen in ihren Nachrufen.

Życinski war von 1990 bis1997 Ortsbischof von Tarnów. Seit 14. Juni 1997 diente er dem Erzbistum Lublin als dessen Oberhirte und Metropolit der gesamten ostpolnischen Kirchenprovinz. Außerdem war der Erzbischof Berater der Kongregation für das Katholische Bildungswesen in Rom sowie Mitglied des Päpstlichen Rates für die Kultur. Er war Mitglied des Ständigen Rates der Polnischen Bischofskonferenz und der Gemeinsamen Kommission der Bischofskonferenz mit der Regierung von Polen. Zusätzlich war der Erzbischof Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg.