Bosnien und Herzegowina 15 Jahre nach Dayton: In Europa und doch am Abgrund?

Freitag, 08. April 2011

REGENSBURG/FREISING. Der Staat Bosnien und Herzegowina ist Ende 1995 nach dreieinhalb Kriegsjahren durch den Vertrag von Dayton „befriedet“ worden. Mit der damals definierten hochkomplizierten Staatsordnung – ein ungleiches Viereck aus schwachem Gesamtstaat, den zwei Teilstaaten (der Föderation Bosnien-Herzegowina und der Republika Srpska) und der Vertretung der internationalen Staatenwelt – erhielt das Land zugleich einen Existenzrahmen, der für politische Teilhabe, gesellschaftliches Zusammenleben und für eine europäische Perspektive Bosniens schwierige Bedingungen geschaffen hat. Nach begrenzten, oft von außen aufgezwungenen Erfolgen zugunsten einer Normalisierung des Institutionen-Gefüges scheinen die Gräben zwischen den Ethnien heute erneut häufig unüberwindbar.

Wieweit das Land also heute an einem Abgrund steht, diskutieren aus aktuellem Anlass ausgewiesene Experten mit einem der wichtigsten Zeitzeugen der Kriegsjahre, mit dem Bischof von Banja Luka, Dr. Franjo Komarica. Dem 1946 geborenen Bischof der bosnischen Diözese, die im Lauf des Bürgerkrieges ethnischen Säuberungen ausgeliefert war und systematische Zerstörungen erlitt, gelang es, die Volksgruppen mutig zu befrieden. Durch unerschrockenen persönlichen Einsatz konnte Komarica wohl Tausende von Menschenleben retten. Im Jahr 2004 wurde der Bischof von Banja Luka offiziell für den Friedens-Nobelpreis nominiert.

Moderiert von Professor Michael Albus (früher ZDF, jetzt Chefredakteur von „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ / Renovabis, Freising) beteiligen sich der Politikwissenschaftler Vedran Džihić (Wien), die Historikerin Armina Galijaš (Graz) und der Theologe Rade Kisić (Belgrad) an dem Gespräch. Sie äußern sich zur aktuellen Lage und zu den Perspektiven von Bosnien-Herzegowina, eines Staates, der innerlich weiterhin gespalten, dennoch auf eine Zukunft in der Europäischen Union hofft.

In Kooperation mit Renovabis und dem Pustet Verlag findet diese Podiumsdiskussion am Donnerstag, 14. April, um 19 Uhr in Regensburg im Südost-Institut, Landshuter Straße 4, statt.

Veranstaltungsort: „Raum 319“ im Südost-Institut / Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa, Landshuter Straße 4, 93047 Regensburg ist zu erreichen vom Hauptbahnhof Regensburg (Haupteingang) rechts über Bahnhofstraße, Doktor-Martin-Luther-Straße, Landshuter Straße (dritte Straße rechts); insgesamt ca. fünf Minuten Fußweg.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Dr. Konrad Clewing, Südost-Institut, Regensburg, Telefon 0 941 / 943 54 71, e-mail: clewing@suedost-institut.de
Dr. Christof Dahm, Renovabis, Freising, Telefon: 0 8161 / 53 09 70, e-mail: da@renovabis.de
Thomas Schumann (Pressekontakt) 0 8161 / 53 09 35, e-mail: tho@renovabis.de