Gegen das Vergessen

Dienstag, 10. Mai 2011

Ausstellungseröffnung „25 Jahre Tschernobyl. Menschen – Orte – Solidarität“ mit Zeitzeugengespräch am 16. Mai 2011, 17 Uhr im Münchner Hauptbahnhof

MÜNCHEN. 25 Jahre sind seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vergangen, doch das Thema ist nicht nur aufgrund des Atomunglücks in Fukushima immer noch aktuell: Die Solidaritätsaktion Renovabis, der Bund Naturschutz in Bayern und die Tschernobyl-Kinderhilfe München wollen darauf aufmerksam machen, dass die Auswirkungen des Super-GAUs bis heute spürbar sind – sowohl für die Menschen als auch für die Natur.

Gemeinsam zeigen sie vom 14. bis zum 29. Mai im nördlichen Flügelbahnhof des Münchner Hauptbahnhofs die Ausstellung „25 Jahre nach Tschernobyl. Menschen – Orte – Solidarität“. Für Schulklassen werden Führungen und nach Absprache Zeitzeugengespräche angeboten, denn Jugendliche sollen für die Lehren aus dem bisher größten Reaktorunglück sensibilisiert werden. Auch bei der Ausstellungseröffnung wird der Liquidator Igor J. Pismenskij, der die Hubschrauberflüge mit Sand und Blei vom Dach des nahe gelegenen Hotels in Pripjat aus koordinierte, von seinen Erfahrungen berichten.

Die Schau, die vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk konzipiert wurde, besteht aus einer Fotoausstellung von Rüdiger Lubricht sowie einer Sachausstellung mit interaktiven und multimedialen Elementen: Mithilfe von Ton- und Textdokumenten wird ein Überblick über den Ablauf der Havarie gegeben. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Schicksal der betroffenen Menschen. Mehr als 600.000 Liquidatoren waren an der Eindämmung der Katastrophe und den Aufräumarbeiten beteiligt. Dokumentiert werden sowohl die Schicksale dieser Helfer als auch der Umsiedler sowie der Menschen, die bis heute in den verstrahlten Gebieten leben. Vorgestellt werden außerdem die internationale Solidaritätsbewegung nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl sowie die damit verbundene Tätigkeit zahlreicher Initiativen.

Eine solche Solidarität ist weiterhin erforderlich, denn viele Langzeitfolgen zeigen sich seit Jahren: In Folge der radioaktiven Dauerbelastung nehmen Krebserkrankungen und Fehlbildungen besonders bei Kindern weiterhin zu. Die Tschernobyl-Kinderhilfe unterstützt die Behandlung dieser Strahlenopfer der zweiten Generation. Renovabis ermöglichte bisher ca. 2500 Kindern aus den besonders verstrahlten Gebieten Erholungsaufenthalte in den Karpaten. Für das katholische Osteuropahilfswerk ist die Ausstellung ein besonderer Akzent im Rahmen seines Jahresthemas „Gottes Schöpfung: uns anvertraut!“.

Die Vernissage mit Schirmherrn Hep Monatzeder, dem Dritten Bürgermeister der Landeshauptstadt, findet am 16. Mai um 17 Uhr statt.

Den Flyer zur Ausstellung können Sie hier herunterladen.