Gemeinsam wachsen: Förderung einer integrativen Schule in Litauen
- Land: Litauen
- Förderbereich: Soziale Aufgaben
Projektbeschreibung
Lange Zeit war in der litauischen Gesellschaft kein Platz für Kinder mit Behinderungen. Viele von ihnen hatten keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. 1993 wurde in der Hauptstadt Vilnius eine Schule gegründet, die auch für Kinder mit Behinderungen offen ist: ein Erfolgsmodell. Anfangs besuchten 250 Kinder die Schule. Der Ausbau im Jahr 1995 war eines der ersten Projekte von Renovabis und ermöglichte, dass heute 580 Kinder am Unterricht teilnehmen können.
Mittlerweile ist aber der Altbau renovierungsbedürftig, Küche und Speiseraum müssen dringend erneuert werden. Der Speisesaal ist zu klein für alle Kinder und nicht behindertengerecht. Ziel der Umbaumaßnahmen ist, dass auch Schüler im Rollstuhl gemeinsam mit ihren Mitschülern zu Mittag essen können. Längst hat die Schule Vorbildcharakter für viele andere integrative Projekte in Litauen.
Gemeinsam lernen und gemeinsam spielen
Die Schwestern und Lehrer kümmern sich liebevoll um diese Kinder. Jedes Kind wird so betreut und gefördert, dass es bestmöglich lernen kann. Blinde Kinder arbeiten an Computern mit einer speziellen Tastatur und lernen, wie sie sich in ihrer Umgebung sicher bewegen können. Für Schwerhörige gibt es spezielle Mikrofone, Kinder im Rollstuhl erhalten gezielte Physiotherapien. Eine besondere Hilfe sind die zusätzlichen Betreuer, die die Kinder im Schulalltag unterstützen. Kinder mit geistigen Behinderungen besuchen eine Förderklasse und lernen je nach individuellem Leistungsvermögen beispielsweise Schreiben oder Rechnen. Außerdem üben sie alltägliche Situationen ein, um ihr Leben möglichst selbstständig zu meistern.
Die Jungen und Mädchen in der Schule machen einen sehr glücklichen Eindruck. Sie sitzen aufmerksam in den Klassenräumen und spielen gemeinsam in der Pause im Schulhof. Auf den ersten Blick sieht man nicht immer einen Unterschied zwischen den Kindern.
Das berichtete Dr. Angelika Schmähling, Länder- und Projektreferentin, nach ihrem Besuch des Projektes im Frühjahr 2011. Ihre Beobachtung ist das Ziel des integrativen Ansatzes: Bedingungen zu schaffen, in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen und sich entfalten können.
Projektbewertung
Die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher in Litauen steckt noch in den Kinderschuhen und viele Institutionen scheuen die nötigen Umbaumaßnahmen und den Betreuungsaufwand. Darum hat die Versme-Schule mit ihrem Ansatz der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen Vorbildfunktion für das litauische Schulwesen. Die Schulleitung möchte die Schule als methodologisches Zentrum weiterentwickeln, damit sowohl Lehramtsstudenten als auch Direktoren und Lehrer das Konzept kennenlernen und verbreiten können.
Renovabis unterstützt die Schwestern beim Aus- und Umbau des Speisesaals, damit in Zukunft alle Kinder, egal ob sie im Rollstuhl sitzen oder nicht, gemeinsam essen können.
- Projektträger: Alvyra Galkiene, Schuldirektorin
- Fördersumme: 17.830 EUR
- Bewilligungsjahr: 2011
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Informationen zu Litauen
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