Grünes Licht für 556 Projekte im Osten

Freitag, 31. Oktober 2008

Renovabis-Trägerkreis bewilligt Fördermittel für Hilfsmaßnahmen in Höhe von rund 16,5 Millionen Euro

KÖLN/FREISING. Fördermittel in Höhe von rund 16,5 Millionen Euro hat der Renovabis-Trägerkreis bei seiner turnusmäßigen Herbst-Sitzung in Köln bewilligt. Damit kann das katholische Osteuropa-Hilfswerk weitere 556 Projekte in Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas fördern. Bereits im Frühjahr hatte das Gremium unter Vorsitz des Kölner Erzbischofs Kardinal Joachim Meisner 15,5 Millionen Euro für 368 Hilfsmaßnahmen im Osten Europas freigegeben.

Von der jetzt bewilligten Summe (exakt 16.542.287,00 Euro) entfallen allein 6.522.210,00 Euro auf 40 so genannte Großprojekte. Dazu zählen etwa die Erweiterung des Berufsschulzentrums im albanischen Rreshen (500.000 Euro) sowie die Förderung eines Kinderdorfs für behinderte Mädchen und Jungen im weißrussischen Gomel (400.000 Euro), aber auch ein Zuschuss zu den laufenden Kosten in den Pfarreien der Diözese „Verklärung des Herrn“ im russischen Novosibirsk (339.000 Euro), ferner der Bau eines katholischen Zentrums mit Räumen für Seelsorge, Bildung und Verwaltung in Pristina im Kosovo (375.000 Euro) sowie die Finanzierung von 26 Jahresstipendienplätzen des Katholischen Akademischen Ausländerdienstes (260.000 Euro).

Kardinal Meisner: Was in 15 Jahren bewegt wurde, ist enorm

An der Sitzung des Renovabis-Trägerkreises nahmen erstmals auch die frühere Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Magdalena Bogner, sowie der Bischof von Görlitz, Konrad Zdarsa, in seiner Funktion als Mitglied der Unterkommission für Osteuropa der Deutschen Bischofskonferenz teil. Gleichzeitig verabschiedete Kardinal Meisner mit dem Präsidenten des Maximilian-Kolbe-Werks, Friedrich Kronenberg, offiziell einen der Renovabis-Gründerväter aus dem Gremium. Kronenberg hatte in seiner damaligen Funktion als Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) den Stein für eine „Aktion partnerschaftlicher Solidarität der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“ ins Rollen gebracht und leitete viele Jahre die Mitgliederversammlung des Renovabis e.V. Der Kölner Erzbischof würdigte Kronenbergs besonderen Beitrag zur Entstehung und Entwicklung des Osteuropa-Hilfswerks. „Was in den letzten 15 Jahren durch Renovabis bewegt wurde, ist enorm“, unterstrich Meisner die Bedeutung der Solidaritätsaktion. Dabei erinnerte er an die gleichlaufenden Bemühungen von Deutscher Bischofskonferenz und ZdK zu Beginn der 90-er Jahre, die zur Gründung eines eigenen Hilfswerks für Osteuropa geführt hatten. Nachfolger von Kronenberg, der zuletzt dem Renovabis-Verwaltungs- sowie Stiftungsrat vorsaß, ist Prälat Hellmut Puschmann. Ihm steht der Osnabrücker Generalvikar Theo Paul als Stellvertreter zur Seite.

Die Renovabis-Gremienmitglieder legten ebenfalls das Leitwort für die Pfingstaktion 2009 fest. Unter dem Motto „Zur Freiheit befreit“, einem Zitat aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater, nimmt das Osteuropa-Hilfswerk 20 Jahre Wende zum Anlass, um an den Fall des „Eisernen Vorhangs“ im Osten Europas zu erinnern. Dabei soll besonders die Rolle der Kirche bei der Überwindung des Kommunismus herausgestellt werden. Außerdem will Renovabis deutlich machen, dass es in den Ländern des Ostens nach wie vor eine große Zahl benachteiligter Menschen gibt, die dringend Hilfe benötigen.