„Nation definiert sich nicht durch Religion“
Mittwoch, 27. August 2008
Internationaler Kongress Renovabis: Bundeskanzlerin Merkel schreibt Grußwort – Über 300 Teilnehmer aus 28 Ländern
FREISING. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deutlich gemacht, dass der demokratische Rechtsstaat kein Gottesstaat sein könne und dürfe. Der demokratische Rechtsstaat erhalte zwar seine Grundlage durch den Gottesbezug. Eine staatlich verordnete Religionszugehörigkeit sei jedoch „zu Recht undenkbar“, so Merkel. Mit Sorge betrachte man daher jeglichen Versuch, das Bekenntnis zu einer Religion für nationalistische Zwecke zu missbrauchen. „Denn Nation definiert sich nach unserem Verständnis nicht durch Religion“, betont Merkel.
Die Bundeskanzlerin äußert sich in einem Grußwort an Veranstalter und Gäste des zwölften Internationalen Kongresses Renovabis. Die Tagung auf dem Domberg in Freising steht in diesem Jahr unter dem Motto „Bruchstellen in Europa!? Religion und Nation im 21. Jahrhundert“. Zu der Veranstaltung vom 4. bis 6. September haben sich mittlerweile mehr als 300 Teilnehmer aus 28 europäischen Ländern angemeldet. Das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis richtet den dreitägigen Kongress aus.
Pressekonferenz mit Erzbischof Marx zum Auftakt
Die Kongress-Gäste kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Unter den Repräsentanten der Kirchen sind der Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hočevar, Erzbischof Paolo Pezzi aus der Erzdiözese Mutter Gottes in Moskau sowie Weihbischof Donal McKeown aus der nordirischen Diözese Down and Connor. Professor Thomas Bremer vom Ökumenischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster sowie Liliya Berezhnaya, Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Osteuropas und seiner Kulturen der Universität Passau, vertreten unter anderen den Bereich der Wissenschaft.
Über Referate, bei Podiumsdiskussionen und in Arbeitsgruppen werden sich die Teilnehmer im Verlauf der Tagung mit dem spannungsreichen Verhältnis von Religion und Nation auseinandersetzen. Dabei hat die Themenstellung nicht zuletzt durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und Georgien eine zusätzliche, traurige Aktualität erhalten.
Zum Auftakt des Kongresses findet am Donnerstag, 4. September 2008, um 13 Uhr eine Pressekonferenz im Kapitelsaal des Kardinal-Döpfner-Hauses auf dem Domberg in Freising statt. Dort stellen sich der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, die Leiterin der Vertretung der EU-Kommission in Polen, Róża Gräfin Thun, sowie Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth den Fragen der Journalisten. Dazu sind Sie als Medienvertreter/in sehr herzlich eingeladen.
Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. Christof Dahm und Thomas Hartl vom Renovabis-Kongress-Referat zur Verfügung: Telefon 08161/5309-70 oder -71, Fax: -44, E-Mail: kongress@renovabis.de
