„Alle stehen unter Schock“
Donnerstag, 14. August 2008
Georgische Caritas-Projektreferentin schreibt Renovabis – Zahl der Flüchtlinge wächst täglich
TBILISI/FREISING. Auf die täglich wachsende Zahl von Flüchtlingen in der georgischen Hauptstadt Tbilisi (Tiflis) hat die Projekt-Referentin der Caritas Georgia, Ilona Adamova, hingewiesen. Nach aktuellen Informationen von UN-OCHA (United Nations-Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) halten sich bereits rund 56.000 Flüchtlinge in der Stadt auf. Laut Adamova ist diese Zahl aber längst überholt, da seit Mittwoch (13. August) zahlreiche Flüchtlinge neu nach Tbilisi geströmt seien. Viele von ihnen stammen aus Dörfern in Südossetien und aus der zentralgeorgischen Stadt Gori, die im Mittelpunkt der Kampfhandlungen zwischen russischen und georgischen Truppen standen. Auch in Tbilisi habe es Bombenangriffe gegeben, so Adamova. Momentan sei es jedoch ruhig in der Stadt. Noch bis einschließlich Freitag (15. August) hat die georgische Regierung eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.
Nach Auskunft von Adamova bemühen sich die Caritas-Mitarbeiter nach Kräften, die Flüchtlinge mit Lebensmitteln, Medikamenten und warmem Essen zu versorgen. „Alle stehen unter Schock, fühlen sich ratlos, haben Angst und sind für jede Hilfe sehr dankbar“, so die 35-Jährige. Sobald es möglich sei, wollten aber alle nach Hause zurückkehren. Hoffentlich werde sich die Situation bald verbessern, „so dass sich ihr Wunsch erfüllt“. – Adamova äußerte sich am Donnerstag (14. August) in einem Situationsbericht für Renovabis. Das katholische Osteuropa-Hilfswerk ist Partner der Caritas Georgia. In Tbilisi unterstützt Renovabis verschiedene Hilfsprojeke.
Caritas Georgia verteilt Lebensmittel und Medikamente
In Tbilisi seien viele Flüchtlinge in Kindergärten und Schulen untergebracht, so Adamova. Einige hätten Unterschlupf bei Verwandten und Freunden gefunden. Seit vergangenem Sonntag liefen die Hilfsmaßnahmen der Caritas. Im Augenblick engagiere sich der Verband in drei Flüchtlingszentren in Tbilisi. Dabei übernehmen die in Georgien tätigen Hilfsorganisationen unterschiedliche Aufgaben. In einem der Flüchtlingszentren, das sich im Olympiazentrum am Stadtrand von Tbilisi befindet, richtete die Caritas eine Suppenküche ein. Gestern (13. August) habe man dort den Betrieb aufgenommen und Essen an 258 Flüchtlinge ausgegeben, schreibt Adamova. Bereits einen Tag später (14. August) habe sich ihre Zahl dort auf 330 erhöht. Die Hälfte von ihnen seien Kinder und Jugendliche. In den übrigen beiden Zentren werden zusätzliche 332 Flüchtlinge mit warmem Essen aus der Suppenküche der Caritas Georgia versorgt. Brot, Brötchen und anderes Gebäck stammen aus der caritas-eigenen Bäckerei in der georgischen Hauptstadt.
Adamova wies darauf hin, dass Meldungen von steigenden Flüchtlingszahlen nicht abrissen. So befinden sich seit Donnerstag (14. August) weitere 600 Flüchtlinge aus dem Kodori-Tal in der westgeorgischen Stadt Kutaisi. Diese benötigten außer einem Dach über dem Kopf auch dringend Lebensmittel, Medikamente und Gegenstände des täglichen Bedarfs. Dank der von Renovabis finanziell geförderten Caritas-Bäckerei in der Stadt würden dort täglich 100 Brotlaibe an die Flüchtlinge ausgegeben.
