Große Erleichterung

Mittwoch, 13. August 2008

Krieg in Georgien: Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth ist froh, „dass Wahnsinn ein Ende hat“

FREISING. Mit großer Erleichterung hat das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis auf die Ankündigung Russlands reagiert, die blutigen Kämpfe in Georgien zu beenden. „Angesichts von rund 2.000 Toten und hunderttausenden von Flüchtlingen bin ich froh, dass dieser Wahnsinn ein Ende hat“, sagte Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth am Mittwoch (13. August) in Freising. Er fühle besonders mit den Familien, die Angehörige verloren hätten, sowie mit all denen, die aus dem Kriegsgebiet geflüchtet seien. Ihnen allen sei er auch im Gebet verbunden, betonte der Redemptoristenpater, der als Kind selbst die Schrecken der Vertreibung infolge des Zweiten Weltkriegs erfahren hat.

Eigentliche Herausforderungen beginnen erst

Demuth machte deutlich, dass mit dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen die eigentlichen Herausforderungen im Umgang mit der betroffenen Zivilbevölkerung erst begännen. So müssten die Trauernden nun begleitet und die Flüchtlinge versorgt werden. Durch die Kriegszerstörungen hätten viele von ihnen ihre Existenzgrundlage verloren, so Demuth. Über seine Projektpartner in Georgien versuche Renovabis, den Betroffenen so gut es gehe zu helfen. Glücklicherweise sei nach dem augenblicklichen Stand der Dinge niemand der Partner zu Schaden gekommen, zeigte sich Demuth erleichtert.

In Georgien arbeitet Renovabis eng mit der Caritas Georgia zusammen. So wurde etwa in der Hauptstadt Tbilisi (Tiflis) im so genannten Haus der Caritas unter anderem ein Projekt für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsverzögerungen aus sozial schwachen Familien eingerichtet. Handwerkliche Tätigkeiten dienen als psychosoziales Angebot. Insgesamt besuchen 300 Kinder die Einrichtung, 30 leben als Sozialwaisen ständig dort, 270 kommen entweder vor oder nach dem Unterricht. In der kriegsgeschüttelten Stadt Gori in Ostgeorgien betreut die Caritas Jugendliche ohne Ausbildung mit Migrantenhintergrund. Außerdem hat der Generaldirektor der Caritas Georgia, Pater Witold Szulczynski, ein polnischer Salesianer, unter anderem eine Bäckerei und Konditorei sowie eine Pizzeria in Tbilisi aufgebaut. Eine weitere Bäckerei-Filiale gibt es in Kutaisi nordwestlich von Tbilisi. In diese Stadt haben sich viele Vertriebene aus den umkämpften Regionen Abchasien und Südossetien geflüchtet. An sie verteilt die Caritas Backwaren und Lebensmittel.

Allein in diesem Jahr hat Renovabis für Projekte in Georgien bereits rund 230.000 Euro bewilligt.