Selbstbilder – Fremdbilder
Donnerstag, 15. Mai 2008
Aktuelles Heft der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ beleuchtet „Identitäten in Europa“
FREISING. Was macht ein Volk zu dem, was es ist? Faktoren wie Sprache, Religion, Kultur und Territorium gehören sicher dazu. Gerade in Europa mischen sich diese Zuordnungen jedoch erheblich. Im aktuellen Heft der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Beziehungen“ stellen die Autoren dar, wie vielfältig und oft auch problematisch sich die Identität der Europäer und der Völker Europas im Mit- und Nebeneinander präsentiert.
Zu Beginn der Ausgabe spürt Inga Beinke dem soziologischen Phänomen von Identität nach. Anschließend beleuchtet Jörg Lüer, Generalsekretär der Europäischen Konferenz Justitia et Pax, Identitätsfragen im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit. Dem Thema „europäische Identität“ widmen sich zwei Abgeordnete des Europäischen Parlaments: Elmar Brok (Europäische Volkspartei) betont die Bedeutung der europäischen Werte als Grundlage für die Zukunft Europas. Viktória Mohácsi (Fraktion der Liberalen) skizziert die Lage der Roma als einer benachteiligten Minderheit.
Umfrage über Katholiken in Deutschland und Polen
Zwei Beispiele aus dem Westen Europas stehen für Sonderfälle des Identitätsbegriffs. So setzt sich der Jesuit Professor Jan Kerkhofs aus Leuven mit dem Phänomen „des“ Belgiers auseinander und Antje Bräcker beschreibt das Wesen der Basken in Spanien sowie Frankreich. Professorin Jutta Scherrer wendet den Blick nach Osten und untersucht die Rolle der orthodoxen Kirche für das Selbstverständnis des heutigen Russlands.
Für Europa als Ganzes, mehr noch für die beiden Völker selbst, ist das deutsch-polnische Verhältnis bedeutsam. Unter dem Titel „Katholiken in Deutschland, Katholiken in Polen – gegenseitige Erfahrungen und Erwartungen“ stellt das Heft die Ergebnisse einer kleinen Umfrage vor. Dazu äußern sich je fünf Autoren aus beiden Ländern. Die deutsche Seite vertritt etwa der frühere bayerische Kultusminister und langjährige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Professor Hans Maier. Auf polnischer Seite blickt Wojciech Pięciak, Redakteur der katholischen Krakauer Wochenzeitung „Tygodnik Powszechny“, zurück auf die Entwicklung des deutschen Katholizismus in den letzten 20 Jahren – sozusagen auf die „Ära“ von Kardinal Karl Lehmann.
Abgeschlossen wird das Heft mit einem Beitrag über Entstehung und Ziele der Maximilian-Kolbe-Stiftung. Autor ist Stiftungs-Präsident Friedrich Kronenberg. Außerdem skizziert Irena Pavlović die Haltung der Serbischen Orthodoxen Kirche zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo.
Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und von der Aktion Renovabis herausgegeben. OWEP kostet als Einzelexemplar 6,50 Euro. Die Zeitschrift kann telefonisch 08161/5309-71 oder per E-Mail: owep@renovabis.de angefordert werden.
Ein Überblick über den Inhalt der aktuellen Ausgabe ist im Internet unter www.owep.de möglich. Außerdem sind dort zwei Beiträge im Volltext abgedruckt. Heft 1/2008 stand im Zeichen der „Wege zu Gott“ und behandelte schwerpunktmäßig Wallfahrtsorte und Pilgerwege.
