Bischof Mixa: „Im Engagement nicht nachlassen“
Donnerstag, 17. April 2008
Bundesweite Renovabis-Eröffnung am 20. April erstmals im Bistum Augsburg
Augsburg, 17.4.2008 (Pressestelle Bistum Augsburg). Bischof Dr. Walter Mixa hat sich erfreut über die Eröffnung der bundesweiten Renovabis-Aktion 2008 im Bistum Augsburg gezeigt. Vor Journalisten in Augsburg erinnerte er an die Gründung der Solidaritätsaktion deutscher Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa durch die Deutsche Bischofskonferenz vor 15 Jahren. „Wir sollten uns nicht aus der Verantwortung stehlen und in unserem Engagement für die Menschen in Mittel- und Osteuropa nicht nachlassen“, so Bischof Mixa. Die Aktion 2008 steht unter dem Leitwort „Alt. Arm. Allein? Alte Menschen im Osten Europas“.
Das Engagement des Bistums Augburg für Mittel- und Osteuropa reicht nach Angaben von Weltkirchenreferent Prälat Dr. Bertram Meier rund 40 Jahre zurück. Meier, der auch der Diözesanbeauftragte für Renovabis ist, sagte, dass bereits 1969 unter den schwierigen Bedingungen des „Eisernen Vorhangs“ vier Projekte mit 50.000 DM gefördert worden sind. In den Folgejahren sei dies konstant geblieben. Mit der Wende 1989 sei der Projektetat des Referates Weltkirche vorübergehend auf über 4,5 Millionen DM angehoben worden. Der Anteil der Fördermittel für Mittel- und Osteuropa liege bei rund 30 Prozent der Gesamtmittel des Projektetats des Weltkirchenreferates. „Neben Rumänien werden Nachbarländer wie Polen, Tschechien, Russland, die baltischen Staaten oder die Ukraine immer wieder unterstützt. Weltkirchenarbeit ist nicht Schekbuchdiplomatie, sondern Aufbau von menschlichen Beziehungen. Wir gehören alle zu der einen globalen Kirche“, so Meier.
Der Hauptgeschäftsführer von Renovabis, Pater Dietger Demuth, wies darauf hin, dass alte Menschen im Osten Europas mehrfach benachteiligt seien. Dazu gehöre, dass selbst die Mindestrenten unter dem Existenzminimum lägen. Renovabis stelle sich deshalb bewusst auf die Seite der alten Menschen, damit sie ein Leben in Würde führen könnten. Gemeinsam mit seinen Partnern vor Ort fördere Renovabis Maßnahmen des betreuten Wohnens oder Projekte der häuslichen Krankenpflege, den Bau und Betrieb von Alten- und Pflegeheimen sowie von Sterbehospizen. Als Beispiel verwies Demuth auf das Engagement von Renovabis in der Ukraine. Dort unterstützte die Solidaritätsaktion die örtliche Caritas beim Aufbau von vier Sozialstationen und stellte dafür insgesamt 400.000 Euro bereit. Derzeit beteiligt sich Renovabis finanziell mit 162.000 Euro an einem integrativen Sozialprojekt der Caritas Odessa. Dort werden alte, HIV-infizierte sowie behinderte Menschen umfassend psychosozial und medizinisch betreut.
Die dramatische Situation wurde von Erzbischof Dr. György Jakubinyi von Alba Julia / Rumänien und der stellvertretenden Direktorin der Caritas Lettland, Inese Mičule, vorgestellt. In Lettland – wo durch das dortige Wohlfahrtsministerium das Existenzminimum mit 182 Euro pro Monat angegeben werde – liege die Durchschnittsrente bei 155 Euro pro Monat, erläuterte Mičule. Erzbischof Jakubinyi, der zu den internationalen Gästen beim Eröffnungsgottesdienst am Sonntag, 20. April 2008, im Augsburger Mariendom gehören wird, dankte Renovabis und Bischof Mixa für das umfangreiche Engagement in den östlichen Ländern Europas. Der Pontifikalgottesdienst mit Bischof Dr. Walter Mixa, Erzbischof Dr. György Jakubinyi, Bischof Ladislav Hučko (Apostolischer Exarch für die Katholiken des Byzantinischen Ritus in der Tschechischen Republik), Prälat Josef Socha (Generalvikar der Diözese Hradec Králové / Tschechische Republik) und weiteren Gästen beginnt um 9.30 Uhr.
