Fördermittel für fast 1.000 Projekte in Osteuropa

Dienstag, 08. April 2008

Aktion Renovabis zieht Bilanz für das Jahr 2007

KÖLN/FREISING. Eine „insgesamt zufrieden stellende“ Bilanz für das zurückliegende Geschäftsjahr 2007 hat der Hauptgeschäftsführer des katholischen Osteuropa-Hilfswerks, Pater Dietger Demuth gezogen. So stieg das Gesamtaufkommen der „Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“ im Vergleich zum Vorjahr um 200.000 Euro leicht auf 35,2 Millionen Euro im Jahr 2007. Demuth äußerte sich am Dienstag (8. April) in Köln, wo er gemeinsam mit Erzbischof Kardinal Joachim Meisner den Renovabis-Jahresbericht 2007 vorstellte.

Mit Blick auf die Entwicklung von Kollekten- und Spendengeldern sprach Demuth von einer „Konsolidierung auf hohem Niveau“. Renovabis habe sich auf einem zunehmend „enger“ werdenden deutschen Spendenmarkt weiterhin gut positionieren können. Renovabis konnte im Jahr 2007 Einnahmen durch Kollekten und Spenden in Höhe von 11,52 Millionen Euro verbuchen. Rückläufig sind allerdings die Kollektengelder. So belief sich das Gesamtergebnis der Kollekten im Jahr 2007 auf 7,02 Millionen Euro, rund 500.000 Euro oder 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Als „ausgesprochen positiv“ bewertete Demuth dagegen die Entwicklung bei den Spendengeldern und Erbschaften. Mit etwa 4,5 Millionen Euro an Einnahmen verzeichnete Renovabis ein Plus von fast 340.000 Euro oder 8,12 Prozent gegenüber 2006.

Investition in Aus- und Weiterbildung junger Menschen

Nur geringfügig unter der Zahl des Vorjahres liegt das Gesamtfördervolumen von Renovabis im Jahr 2007: So stellte die Aktion fast 30,6 Millionen Euro für insgesamt 993 Projekte in 27 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas zur Verfügung. Dabei reichte das Spektrum der Projekte von kirchlich-pastoralen über sozial-caritative bis hin zu Bildungs- und Medienprojekten. Demuth machte deutlich, dass es Renovabis stets um eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ und somit um Hilfe zur Übernahme von Eigenverantwortung gehe. In diesem Zusammenhang spiele die Investition in die Bildung sowie Aus- und Weiterbildung junger Menschen in den Partnerländern eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2007 vergab Renovabis allein 126 Studienstipendien an junge Frauen und Männer. „Wir sind überzeugt davon, dass dies nachhaltig wirkt“, betonte der Redemptoristenpater.

Demuth verwies auch auf den Trend bei der Renovabis-Projektvergabe: Schon seit Jahren gingen die Bewilligungen der Anträge mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Osteuropa einher. Die Förderschwerpunkte würden sich „weiter nach Osten“ verschieben. Das zeige sich etwa in der relativ großen Anzahl von Projekten in der Ukraine, in Rumänien, Russland und Weißrussland. In diesen Ländern gibt es zum Teil gewaltige soziale Notlagen. Auch steht die katholische Kirche dort vor besonders großen Problemen. In diesem Zusammenhang erinnerte Kardinal Joachim Meisner daran, wie wichtig die großen kirchlichen Hilfswerke seien. Er zitierte dabei aus der ersten Enzyklika von Papst Benedikt XVI., „Deus caritas est“. Meisner hob hervor, dass in den Hilfswerken Mittel und Instrumente konzentriert würden, „um den Not leidenden Schwestern und Brüdern auf der ganzen Welt Hilfe zukommen zu lassen“. Mit Blick auf Renovabis sagte der Kölner Erzbischof wörtlich: „Hier wurde durch die Katholiken in Deutschland ein ganz wichtiger Beitrag zur ureigensten Aufgabe (‚opus proprium’) der Kirche geleistet.“

Der Renovabis-Jahresbericht 2007 kann kostenlos bei Renovabis unter Telefon 08161/5309-39/-49 angefordert werden oder laden Sie ihn hier herunter (ca. 1,6 MB).