„Wir brauchen einen langen Atem“

Freitag, 14. März 2008

Renovabis-Trägerkreis bewilligt über 15 Millionen Euro für 368 neue Projekte

FREISING. Mit 15,5 Millionen Euro unterstützt die Aktion Renovabis insgesamt 368 neue Projekte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Die Summe von 15.507.677,30 Euro bewilligte der Trägerkreis des katholischen Osteuropahilfswerks unter Vorsitz des Kölner Erzbischofs Kardinal Joachim Meisner bei seiner turnusmäßigen Frühjahrs-Sitzung auf dem Domberg in Freising (13. März).

Die Maßnahmen umfassen allein 71 Großprojekte mit einer Gesamtsumme von mehr als zehn Millionen Euro (exakt 10.558.660,00 Euro). So bezuschusst Renovabis beispielsweise den Bau des Priesterzentrums der Erzdiözese Vrhbosna-Sarajevo in Bosnien und Herzegowina mit 320.000 Euro. In Tschechien finanziert die Aktion die Ausstattung des Hospizes in Cercany mit 300.000 Euro. Und in Albanien beteiligt sich Renovabis mit 500.000 Euro an der Erweiterung des Berufsschulzentrums in Rreshen. Außerdem stellt Renovabis 90.000 Euro für die Einrichtung eines Obdachlosenheims der Albertinerbrüder im ukrainischen Saporoshe bereit.

Kardinal Meisner: Es bleibt noch sehr viel zu tun

Mit Blick auf das nunmehr 15-jährige Wirken von Renovabis in den Ländern des Ostens machte Kardinal Meisner deutlich, dass sich in diesem Zeitraum nicht richten lasse, was an kirchlichen Strukturen in sieben Jahrzehnten Kommunismus und härtester Christenverfolgung zerschlagen wurde. „Die Kirchen standen im Jahr 1989 am ,Punkt Null’. Es war dringend nötig, ihnen, aber auch den armen, alten und hilfsbedürftigen Menschen über Renovabis beim Neubeginn zu helfen“, so Meisner. Die Aktion habe hierbei viel geleistet, aber es bleibe auch künftig viel zu tun.

In diesem Zusammenhang verwies der Vorsitzende des Renovabis-Aktionsausschusses, der Magdeburger Bischof Gerhard Feige, auf die ungleichen Verhältnisse in und außerhalb der Europäischen Union. Diese würden die Menschen auf dem Kontinent noch lange begleiten. Um in Notsituationen wirksam helfen zu können, bedürfe es nicht nur spontaner Einzelaktionen, so Feige. „Wir brauchen einen langen Atem und weiterhin viele kontinuierliche Maßnahmen.“ Wer daran zweifle, könne sich in jedem der Renovabis-Partnerländer selbst davon überzeugen, betonte der Magdeburger Bischof. – (Zur Erläuterung: Der Renovabis-Aktionsausschuss entwirft Konzepte, Richtlinien und Leitgedanken der Aktion Renovabis.)

Insgesamt fördert Renovabis über seine Partner kirchlich-pastorale, sozial-caritative und zivilgesellschaftliche Projekte in nunmehr 29 Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas. In den 15 Jahren seines Bestehens half Renovabis bei der Verwirklichung von über 14.700 Projekten mit einer Gesamtsumme von mehr als 420 Millionen Euro.

Im laufenden Jahr rückt Renovabis unter dem Motto „Alt. Arm. Allein?“ die Situation von alten Menschen im Osten Europas in den Mittelpunkt. Gerade die ältere Generation lebt dort in großer Not. Vom Umbruch nach der politischen Wende von 1989/90 konnte sie am wenigsten profitieren.

Die Renovabis-Pfingstaktion wird in diesem Jahr bundesweit vom 17. bis 21. April im Bistum Augsburg eröffnet.