„Solidarität muss Nord und Süd, Ost und West vereinen“

Montag, 03. März 2008

Glückwünsche für Renovabis – Aktion engagiert sich seit 15 Jahren für die kichliche und gesellschaftliche Erneuerung im Osten Eu

BONN/TRIER/FREISING. Die Notwendigkeit unteilbaren solidarischen Handelns hat der frühere Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Friedrich Kronenberg, unterstrichen. Die Kirche sei nur wirklich katholisch, nur dann umfassende Weltkirche, wenn kirchliche Solidarität, ähnlich wie die Windrose, Nord und Süd, Ost und West vereine, sagte Kronenberg am Montag (3. März) in Bonn. Er äußerte sich zum 15. Jahrestag der Gründung von Renovabis, der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Kronenberg zählt zu den „Gründervätern“ von Renovabis. –

Am 3. März 1993 hatte die Deutsche Bischofskonferenz auf Anregung des ZdK bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Mülheim an der Ruhr die Aktion ins Leben gerufen. Sie sollte zum Aufbau der Kirche in den ehemals sozialistischen Ländern im Osten Europas sowie bei der Erneuerung der Gesellschaft beitragen.

Verpflichtung zur weltweiten Entwicklungszusammenarbeit

Europa habe die heutige Welt nachhaltig geprägt, sagte Kronenberg. Daraus erwachse die Verpflichtung zur weltweiten Entwicklungszusammenarbeit von Nord und Süd. „Europa kann dieser Verpflichtung nur überzeugend nachkommen, wenn auch im eigenen Haus die Zusammenarbeit von Ost und West gelingt“, betonte der promovierte Volkswirt und ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete. Ohne Renovabis gäbe es unverzeihliche Defizite an Solidarität in der Kirche und an verantwortlichem Engagement Europas in der Einen Welt, so Kronenberg weiter. „Renovabis hat schon nach 15 Jahren Tätigkeit die Kirche und die Gesellschaft in Europa spürbar vorangebracht.“ Kronenberg verwies auf das Ziel, das bereits bei der Gründung von Renovabis in den Blick genommen worden sei: So sollte die „Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“ schrittweise zu einer „Solidaritätsaktion der Katholiken in Europa“ geführt werden.

Psalmwort wurde zum Namen der neuen Aktion

Der emeritierte Trierer Weihbischof Leo Schwarz, der im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz maßgeblich die Gründung von Renovabis vorangetrieben hatte, erinnerte an die Namensfindung für die neue Aktion der deutschen Katholiken. Damals vor 15 Jahren sei man auf den Psalm 104 Vers 30 gestoßen, in dem es heiße: „Du erneuerst das Antlitz der Erde“. Das lateinische Wort „Renovabis“ sei somit zum Leitwort der Aktion geworden. „Ich hätte nicht gedacht, dass in den zurückliegenden 15 Jahren dieses Wort der Heiligen Schrift so konkret werden würde“, so Weihbischof Schwarz am Montag in Trier. Immer wieder erlebe er im Osten der europäischen Welt den Aufbruch und die Erneuerung: „Ohne die Hilfe von Renovabis wäre das nicht möglich gewesen“, unterstrich Schwarz. Er dankte ausdrücklich den Partnern von Renovabis und den deutschen Katholiken, „die durch ihre großherzigen Spenden die Hilfe an Ort und Stelle ermöglichen“.