„In die Zukunft schauen“

Donnerstag, 28. Juni 2007

Bischof Wiktor Skworc, Vorsitzender der polnisch-deutschen Kontaktgruppe, ruft Polen und Deutsche zur Zusammenarbeit auf

TARNÓW/FREISING. Für eine Fortsetzung des Dialogs und der Zusammenarbeit von Polen und Deutschen hat sich der Bischof von Tarnów in Südpolen, Wiktor Skworc, ausgesprochen. In einem Gespräch mit Renovabis-Geschäftsführer Gerhard Albert verwies Skworc auf die berühmt gewordene „Botschaft der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Brüder im Hirtenamt Christi“ aus dem Jahr 1965 sowie die gemeinsame Erklärung von polnischer und deutscher Bischofskonferenz von 2005. Damals jährte sich der bahnbrechende Briefwechsel zwischen polnischen und deutschen Bischöfen zum 40. Mal. Beide Dokumente blieben die Grundlage für das Verhältnis „aller Menschen guten Willens in Polen und in Deutschland“, so Bischof Skworc. Aus den Aussagen des Briefwechsels von 1965 und der gemeinsamen Erklärung von 2005 leite sich die künftige gemeinsame Verantwortung ab. „Gerade wir Christen müssen jetzt weiter zusammenarbeiten und nach vorn in die Zukunft schauen“, unterstrich Skworc, der auch Ko-Vorsitzender der Kontaktgruppe von polnischen und deutschen Bischöfen ist. „Es ist zweifellos wichtig, dass wir unsere gemeinsame Geschichte kennen“, so Skworc weiter. „Aber wir dürfen nicht zu tief im Vergangenen verharren. Die Gefahr ist sonst zu groß, dass der Blick rückwärts gerichtet bleibt und die Aufrechnung kein Ende nimmt.“

„Kräfte niemals wieder gegeneinander richten“

Im Briefwechsel von 1965 hatten sich polnische und deutsche Bischöfe zur Verständigung und Versöhnung beider Völker bekannt. Und auch in der Erklärung von 2005 heißt es wörtlich: „Deutsche und Polen dürfen ihre geistigen und materiellen Kräfte niemals wieder gegeneinander richten; sie sind aufgerufen, sie zum Wohle aller in das zusammenwachsende Europa einzubringen und dessen christliche Identität zu stärken. Diese Aufgabe kann erfüllt werden, wenn Deutsche und Polen sich bewusst machen, dass sie auch viel Gutes in ihrer gemeinsamen Geschichte verbindet.“ –

Hintergrund der Äußerungen von Bischof Skworc sind die momentanen Schwierigkeiten zwischen Polen und Deutschland. Seit Bestehen von Renovabis zählt Polen zu einem der wichtigsten Projektländer der katholischen Solidaritätsaktion. Allein im Jahr 2006 förderte Renovabis 74 Projekte in Höhe von 2.628.643 Euro sowie 23 Stipendien mit 288.620 Euro. Insgesamt unterstützte Renovabis dank der Hilfe deutscher Katholiken von 1993 bis heute 1.959 Projekte und stellte dafür 54.281.735 Euro zur Verfügung. Renovabis-Geschäftsführer Albert bekräftigte die Absicht, dass die Solidaritätsaktion ihre Arbeit in Polen fortsetzen und weiter eng mit den Projektpartnern zusammenarbeiten werde: „Auch im EU-Land Polen ist die Not etwa auf dem Land, unter alten Menschen und kinderreichen Familien nach wie vor sehr groß. Deshalb muss Renovabis dort weiter helfen“.