Mehr als Paprika und Piroschka

Mittwoch, 20. Juni 2007

Aktuelles Heft der Renovabis-Zeitschrift OWEP stellt Ungarn vor

FREISING. Ungarn – das ist für viele Deutsche noch immer gleichbedeutend mit Paprika, Piroschka und Operettenseligkeit. Bei derartigen Klischees hat es das mitteleuropäische Land schwer, sich einigermaßen wirklichkeitsgetreu darzustellen. Die aktuelle Ausgabe der Renovabis-Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) setzt hier an: Die Autoren nähern sich der Geschichte und Kultur des EU-Mitgliedsstaats und spüren dem besonderen Reiz Ungarns nach. Ein Interview mit dem Erzabt der bedeutenden Benediktinerabtei Pannonhalma, Asztrik Várszegi, eröffnet das Themenheft. Darin beschreibt der Ordensmann die gesellschaftlich-geistige Situation im heutigen Ungarn und beleuchtet dabei durchaus selbstkritisch auch die Rolle der Kirche. Historisch-politische Beiträge schließen sich an: Ralf Göllner, wissenschaftlicher Referent am Ungarischen Institut in München, zeichnet die Geschichte Ungarns von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zwei Wendepunkten der neuesten ungarischen Geschichte, dem Friedensvertrag von Trianon sowie dem Aufstand von 1956, widmet sich Árpád von Klimó, Privatdozent für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin. Mit der Politik Ungarns gegenüber seinen Nachbarstaaten und den dort lebenden ungarischen Minderheiten beschäftigt sich Privatdozent Herbert Küpper vom Institut für Ostrecht in München

Ungarn - ein christlich geprägtes Land

Trotz aller Brüche der jüngeren Vergangenheit ist Ungarn ein christlich geprägtes Land. Nach letzten Umfragen bekennt sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung zum katholischen Glauben. Entsprechenden Raum nimmt das Thema Kirche im vorliegenden Heft ein: Ihre aktuelle Situation untersucht der Soziologe Gergely Rosta von der Péter-Pázmány-Universität in Piliscsaba. Mit der schwierigen Situation der Kirche in der kommunistischen Zeit befasst sich der Budapester Religionssoziologe Professor Miklós Tomka. Den Aspekt des multireligiösen Ungarn beleuchten Professor András Máté-Tóth, Religionswissenschaftler an der Universität Szeged, und seine Schülerin Mariann Molnár. Vielfältig zeigt sich die neuere Literaturszene Ungarns. Sie hat in Deutschland viele Kenner und Liebhaber. Diesen Bereich stellt die Hungarologin Christina Kunze vor. Zwei Beiträge von Markus Leimbach, Leiter der Auslands-Abteilung von Renovabis, runden das Heft ab. Seine Länderinformation vermittelt wesentliche Eckdaten zu Land, Politik und Gesellschaft. Außerdem skizziert Leimbach die Schwerpunkte der Renovabis-Projektarbeit in Ungarn. Einem der bedeutendsten Filmregisseure Ungarns, Barna Kabay, ist schließlich ein Porträt am Ende des Hefts gewidmet.

Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird von der Solidaritätsaktion Renovabis und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam herausgegeben. Sie kostet als Einzelexemplar 6,50 Euro und kann per E-Mail owep@renovabis.de angefordert werden. Hier ein Überblick über den Inhalt des aktuellen Hefts. unter www.owep.de möglich. Dort lassen sich ausgewählte Artikel im Volltext lesen. Außerdem sind dort alle Ausgaben von „OST-WEST“ 2007 bereits erschienen ist Heft 1 mit dem Schwerpunkt „Säkularisierung in Europa“. Mehr zu Renovabis unter www.renovabis.de