„Wir lassen die Familien nicht im Stich“

Donnerstag, 24. Mai 2007

Renovabis beendet Pfingstaktion in Würzburg

WÜRZBURG/FREISING. Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth hat nachdrücklich die Absicht des katholischen Osteuropa-Hilfswerks unterstrichen, bedrängte Familien im Osten Europas nicht im Stich zu lassen. Angesichts der Tatsache, dass gerade Familien zu den großen Verlierern der wirtschaftlichen und sozialen Umwandlungen in den einst kommunistischen Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas zählten, wolle Renovabis die Situation der Familien durch entsprechende Maßnahmen vor Ort nachhaltig verbessern. „Familien brauchen Halt, damit sie selbst Halt geben können“, sagte Demuth am Donnerstag (24. Mai) in Würzburg. Dort findet am Wochenende (24. bis 27. Mai) der bundesweite Abschluss der Renovabis-Pfingstaktion statt.

Bischof Hofmann: Weltkirchliches Engagement ist wichtig

Der Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann, stellte mit Blick auf das Wirken von Renovabis die große Bedeutung des missionarischen und weltkirchlichen Engagements heraus. Hofmann verwies auf das bischöfliche Hirtenwort „Allen Völkern sein Heil – Die Mission der Weltkirche“ aus dem Jahr 2004. Die deutschen Bischöfe schreiben dort dem weltkirchlichen Auftrag die drei Dimensionen „Weltkirche als Lern-, Gebets- und Solidargemeinschaft“ zu. Die Solidaritätsaktion Renovabis sei die Antwort der deutschen Katholiken auf den gesellschaftlichen und religiösen Neuanfang in den einst kommunistischen Ländern im Osten. „Renovabis bündelt das große Potential des katholischen Engagements für die Menschen in Osteuropa“, sagte der Bischof.

Der Apostolische Nuntius in Rumänien, Erzbischof Jean-Claude Périsset, hob die „schädlichen“ Folgen der Auswanderung vor allem von jungen Menschen für die Entwicklung des neuen Mitgliedslands der Europäischen Union (EU) hervor. Viele Familien würden gerade an den Folgen der dauerhaften Abwesenheit von Familienmitgliedern zerbrechen. Périsset würdigte in diesem Zusammenhang den beispielhaften sozialen Einsatz der katholischen Kirche in Rumänien. In dem überwiegend orthodoxen Land sind katholische Christen in der Minderheit.

Auf die schwierige Lage von Familien in seiner ukrainischen Heimat machte der griechisch-katholische Weihbischof von Kiew, Bohdan Dzyurakh, aufmerksam. Mittlerweile würde fast die Hälfte der Ehen in der Ukraine scheitern. Dzyurakh hob zwar die Notwendigkeit materieller Hilfe für benachteiligte Menschen in dem Land hervor, warb aber gleichzeitig für ein Zeugnis des Glaubens und der christlichen Liebe. Durch das kirchliche Vorbild ließen sich die staatlichen Stellen vielleicht zu mehr Anstrengungen im sozialen Bereich inspirieren.

Seine Landsfrau und nationale Koordinatorin der Gesundheitsprogramme der Caritas Ukraine, Dzvenyslava Chaykivska, machte deutlich, welch hohen Stellenwert die Familie nach wie vor in ihrer Heimat genieße. Deshalb sei es wichtig, die Familien zu unterstützen. Im Fall wirtschaftlicher Not seien Familien so weit zu stabilisieren, dass die Kinder bei ihren Eltern bleiben könnten und nicht in staatlichen Heimen unterkommen müssten.