Wertvoll, aber gefährdet

Donnerstag, 03. Mai 2007

Renovabis stellt sich auf die Seite von Familien in Osteuropa ­ Eröffnung der diesjährigen Pfingstaktion in Münster

MÜNSTER/FREISING. Auf die schwierige Situation von Familien in den östlichen Ländern Europas hat Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth zum Auftakt der diesjährigen Pfingstaktion des katholischen Osteuropa-Hilfswerks hingewiesen. Demuth erinnerte daran, dass gerade sie zu den großen Verlierern der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Mittel-, Ost- und Südosteuropa gehörten. Vielerorts litten besonders Familien unter den Nachwirkungen von unmenschlicher Herrschaft und Bürgerkriegen, so Demuth. „Nicht selten sind Familien ganz auf sich allein gestellt, auch weil die sozialen Sicherungssysteme vielerorts nur mangelhaft funktionieren“, betonte der Redemptoristenpater in Münster. In der westfälischen Bischofsstadt findet in diesem Jahr die bundesweite Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion statt. Diese steht 2007 unter dem Motto „Einander Halt sein! Ehe und Familie im Osten Europas stärken“. Renovabis stellt sich damit bewusst auf die Seite der Familien im Osten. Die Solidaritätsaktion unterstreicht damit nachdrücklich den Wert, aber auch die Gefährdung von Familie.

Bischof Lettmann: Renovabis ist keine Einbahn-Bewegung

Renovabis wolle dazu beitragen, dass die Familie trotz aller Schwierigkeiten im Osten Europas eine Zukunft habe, sagte Demuth. So fördert Renovabis über seine Partner in den 28 Projektländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas gezielt katholische Familienzentren, etwa in Moskau, Kaliningrad (Königsberg) oder im litauischen Kaunas, und unterstützt zahlreiche sozial-caritative Maßnahmen der Familienhilfe. Gerade in der schlimmsten Zeit seien Beziehungen wichtig, „ob man sie sich ausgesucht hat oder nicht“, so Demuth. „Dieses familiäre Netz wird oft zum einzigen Halt, wenn die äußere Situation zum Fürchten ist.“

Der Bischof von Münster, Reinhard Lettmann, würdigte das Wirken von Renovabis in Osteuropa. Die Solidaritätsaktion sei keine Einbahn-Bewegung, sondern fördere den Austausch zwischen Ost und West. Davon profitierten beide Seiten. Lettmann rief die Katholiken seines Bistums auf, sich tatkräftig an der Renovabis-Aktion zu beteiligen. Renovabis stelle sich den Herausforderungen menschlicher Tragödien im Osten Europas und helfe gezielt jungen Ehen und Familien.

Im Rahmen der bundesweiten Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion finden im Bistum Münster zahlreiche Veranstaltungen statt, an denen auch Gäste aus Mittel- und Osteuropa mitwirken. Die Aktion selbst wird am Sonntag, 6. Mai 2007, um 10 Uhr im münsterschen Sankt-Paulus-Dom von Bischof Lettmann mit einem Festgottesdienst eröffnet. Mit der Renovabis-Kollekte am Pfingstsonntag, 27. Mai 2007, endet die Renovabis-Pfingstaktion. Die Abschlussveranstaltungen finden vom 24. Mai bis 27. Mai 2007 im Bistum Würzburg statt.