Fördermittel für rund 900 Projekte in Osteuropa

Freitag, 20. April 2007

Solidaritätsaktion Renovabis zieht Bilanz für das Jahr 2006

PASSAU/FREISING. Auf das breite Spektrum der Projektarbeit von Renovabis hat Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth hingewiesen. Für die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa gehörten die Hilfe für die Stärkung der Kirchen und die Verbesserung der Lebensverhältnisse von bedürftigen Menschen zusammen, betonte Demuth in Passau. In der Drei-Flüsse-Stadt präsentierte der Redemptoristenpater gemeinsam mit Ortsbischof Wilhelm Schraml am Freitag (20. April) den Renovabis-Jahresbericht 2006.

Demuth bezog sich bei der Vorstellung der Jahresbilanz auf eine Aussage von Benedikt XVI. bei seinem Besuch in der bayerischen Heimat. In seiner Predigt auf dem Messegelände in München-Riem hatte der Papst im September 2006 darauf hingewiesen, dass „das Soziale und das Evangelium einfach nicht zu trennen“ seien. Renovabis fühle sich hier besonders angesprochen, sagte Demuth.

Vermehrte „Investition in die Köpfe“

So unterstützte Renovabis im letzten Jahr insgesamt 899 Projekte in 25 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas mit 30,91 Millionen Euro. Die Mittel kamen vor allem kirchlich-pastoralen Projekten (13,1 Millionen Euro), Sozial- und Bildungsmaßnahmen (12,5 Millionen Euro) sowie weiteren Aufgaben (5,3 Millionen Euro) zugute. Zu letzteren zählen die Förderung von Laienarbeit sowie Medienprojekte. 115 Studienstipendien vergab Renovabis 2006 an junge Frauen und Männer. Demuth zeigte sich überzeugt, dass „solche Investitionen in die Aus- und Weiterbildung junger Menschen in unseren Partnerländern besonders nachhaltige Wirkung entfalten“. Diese Erkenntnis spiegelt sich im inhaltlichen Zuschnitt der Projekte wider: Inzwischen überwiegen in einigen Ländern die „Investitionen in die Köpfe“. Der Ausgabenanteil liegt im Bildungsbereich bereits seit mehreren Jahren konstant zwischen circa 15 und 20 %. Im Jahr 2006 stieg er sogar auf über 22 %.

Demuth erinnerte daran, dass die Übergangsprozesse in den ehemals kommunistischen Staaten des Ostens für viele Menschen bis heute eine dauerhafte Verschlechterung ihrer materiellen Lage mit sich gebracht hätten. „Vielerorts ist die Kluft zwischen Arm und Reich in den letzten Jahren noch größer geworden“, so Demuth. Keiner solle sich deshalb der Illusion hingeben, dass Hilfe nicht mehr gebraucht werde. Renovabis wolle hier weiterhin seinen Beitrag leisten.

„Insgesamt zufrieden stellende Bilanz“

Mit Blick auf den Haushalt und die Kollektengelder 2006 sprach Demuth von einer „insgesamt zufrieden stellenden Bilanz“. Zwar schlugen weitere Kürzungen bei der Zuweisung von kirchlichen Haushaltsmitteln durch den Verband der Diözesen Deutschlands in Höhe von 630.000 Euro (von 16,49 auf 15,86 Millionen Euro) zu Buche. Dagegen stiegen aber die Mittel-Zuwendungen der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe um fast zehn Prozent: von 4,1 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 4,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Ein leichtes Plus gab es 2006 auch bei den Kollektengeldern: Das Gesamtergebnis belief sich auf 7,53 Millionen Euro. Das waren rund 100.000 Euro mehr als im Vorjahr.

Die Bilanz bei den Spendengeldern beziehungsweise Erbschaften fiel hingegen mit einem Minus von 193.000 Euro etwas schlechter aus. Dennoch sprach Demuth von einer insgesamt stabilen Gesamtbilanz. Die Gesamtsumme aus Kollekten- und Spendengeldern in Höhe von 11,69 Millionen Euro (gegenüber 11,79 Millionen Euro im Jahr 2005) bedeute für Renovabis „eine Konsolidierung auf hohem Niveau“.

Der Renovabis-Jahresbericht 2006 kann kostenlos bei Renovabis unter Telefon 08161/5309-39/-49 angefordert oder als PDF-Datei heruntergeladen werden (ca. 2.5 MB).