Christliche Akzente der Solidarität
Donnerstag, 22. März 2007
Renovabis-Trägerkreis bewilligt knapp 16 Millionen Euro für 372 neue Projekte
FREISING. Mit knapp 16 Millionen Euro unterstützt die Solidaritätsaktion Renovabis insgesamt 372 neue Projekte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Die Summe von 15.671.669,70 Euro bewilligte der Trägerkreis des katholischen Osteuropahilfswerks unter Vorsitz des Kölner Erzbischofs Kardinal Joachim Meisner bei seiner turnusmäßigen Frühjahrs-Sitzung auf dem Domberg in Freising (21. März).
Unter den jetzt bewilligten Maßnahmen sind allein 71 Großprojekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als neun Millionen Euro (exakt 9.635.513,00 Euro). So fördert Renovabis finanziell unter anderem den Bau eines Hospizes der Caritas für sterbenskranke Menschen in Ostrava in der Tschechischen Republik. Es beteiligt sich ferner an den Kosten zur Fertigstellung eines Klosters der Karmeliterinnen im ostkroatischen Levanska Varos und bezuschusst die Arbeiten an einem Mädcheninternat im albanischen Shkodre. Außerdem unterstützt Renovabis weiterhin das Institut für Ehe und Familie der griechisch-katholischen Universität in Lviv (Lemberg) in der Ukraine.
Bischof Feige: Erblasten eines atheistischen Menschenbilds
Die Solidarität mit benachteiligten Menschen im Osten Europas sei ihm ein echtes Anliegen, betonte der neue Vorsitzende des Renovabis-Aktionsausschusses, der Magdeburger Bischof Gerhard Feige. So gäbe es in Mittel- und Osteuropa noch sehr viele Probleme zu bewältigen. „Die Erblasten aus sozialistischer Misswirtschaft und einem atheistischen Menschenbild lassen sich nicht kurzfristig beheben“, sagte Feige in Freising. Renovabis mache den betroffenen Menschen Mut und leiste vor Ort entscheidende Hilfe zur Selbsthilfe. Außerdem setze Renovabis spezifisch christliche Akzente der Solidarität, indem es beispielsweise den Hospizgedanken finanziell und ideell fördere. Bischof Feige selbst pflegt gute Beziehungen zu den Kirchen des Ostens und zur Orthodoxie. Auch deshalb habe er das Engagement von Renovabis stets mit „großem Wohlwollen“ betrachtet, so Feige. – (Zur Erläuterung: Der Renovabis-Aktionsausschuss entwirft Konzepte, Richtlinien und Leitgedanken der Aktion Renovabis.)
Insgesamt fördert Renovabis über seine Partner kirchlich-pastorale, sozial-caritative und zivilgesellschaftliche Projekte in 28 Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Dies gilt nach wie vor auch für die zehn Länder unter ihnen, die inzwischen Mitglieder der Europäischen Union (EU) sind. Seit 1993 half Renovabis bei der Verwirklichung von knapp 14.000 Projekten mit einer Gesamtsumme von mehr als 380 Millionen Euro.
Im laufenden Jahr stellt sich Renovabis unter dem Motto „Einander Halt sein. Ehe und Familie im Osten Europas stärken“ ganz bewusst auf die Seite der Familien in Osteuropa. Diese gehören zu den großen Verlierern der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen nach der Wende in den früher kommunistischen Staaten des Ostens.
