Ist Bosnien-Herzegowina auf dem Weg in die Europäische Union?

Freitag, 17. November 2006

Hoher Repräsentant Schwarz-Schilling beim Renovabis-Podium

BERLIN/FREISING. „Dayton war kein gerechter Friede, aber das Abkommen hat Frieden gebracht“, dies hat Christian Schwarz-Schilling, der von den Vereinten Nationen bestellte Hohe Repräsentant im Range eines politischen Bevollmächtigten, am Donnerstag abend beim Kathedralforum St. Hedwig in Berlin erklärt.

Schwarz-Schilling äußerte sich bei einer Kooperationsveranstaltung mit dem Osteuropa-Hilfswerks Renovabis. Auch elf Jahre nach dem Friedensvertrag von Dayton leide Bosnien-Herzegowina unter den Folgen des jahrelangen Bür­gerkrieges. Schwerwiegende soziale Folgen für den Alltag der Menschen habe vor allem die hohe Arbeitslosigkeit von nahezu 50 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung. Obwohl grundlegende Schwierigkeiten etwa bei Verfassungsaufbau und Regierungsbildung die Handlungsfähigkeit des Staates stark beeinträchtigen, machte Schwarz-Schilling einige Lichtblicke aus. So ermöglichten in Städten und Gemeinden Bürgermeister die Rückehr von Flüchtlingen; auch trügen sie zur Verständigung zwischen Serben, Kroaten und Bosniaken bei. Ebenso lasse die Einrichtung eines Staatsgerichtshofes und die Durchführung einer Verwaltungsreform hoffen.

Christian Schwarz-Schilling bilanzierte, dass die Annäherung an die Europäische Union wohl noch länger dauern werde. Er appellierte an die Verantwortung der Europäer, diesen Prozess durch Jugendbegegnungen, kulturellen Austausch und wirtschaftliches Engagement zu unterstützen. Solches Engagement zeichnet die Arbeit der Solidaritätsaktion Renovabis aus, wie der Weihbischof von Sarajewo, Pero Sudar, hervorhob.