„Verlierer der Geschichte“

Mittwoch, 31. Mai 2006

Bamberger Erzbischof Schick ruft zu Solidarität mit Menschen in Osteuropa auf

BAMBERG/FREISING. An die schwierigen Lebensverhältnisse der Menschen im Osten Europas hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erinnert. Die frühere Sowjetunion habe viele Völker Osteuropas durch den Eisernen Vorhang für Jahrzehnte vom Fortschritt der übrigen Welt abgeschnitten, sagte Schick in Bamberg. Polen, die Ukraine, Kroatien, Lettland und Georgien sowie zahlreiche andere Länder seien die Verlierer in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Seit der politischen Wende von 1989 versuchten sie, Anschluss an die Entwicklung zu bekommen.

Der Bamberger Erzbischof verwies auf die vielen Jugendlichen ohne Zukunftsperspektiven, auf die alten und kranken Menschen ohne Medizin und Versorgung, sowie auf die zahlreichen Kinder ohne Schule und Ausbildung. „Diese Menschen brauchen und verdienen unsere Solidarität“, machte Schick deutlich. Ihr Fortschritt käme allen zugute, denn „ihre Entwicklung fördert die Einheit und den Frieden in ganz Europa“. – Schick äußerte sich aus Anlass der Renovabis-Pfingstaktion, die an diesem Sonntag (Pfingstsonntag, 4. Juni) mit einer bundesweiten Kollekte in allen katholischen Pfarrgemeinden beendet wird. Der Bamberger Erzbischof rief die deutschen Katholiken zu einer großzügigen Spende auf.

Die offiziellen Abschlussveranstaltungen der Renovabis-Pfingstaktion finden vom 1. bis 4. Juni im Erzbistum Bamberg statt. Das katholische Osteuropa-Hilfswerk hat seine Aktivitäten in diesem Jahr unter das Motto „Vergessen… im Osten Europas“ gestellt. Mit seinem Leitwort lenkt Renovabis den Blick auf die Verlierer der gegenwärtigen Entwicklungsprozesse in den östlichen Ländern Europas.