Rote Karte für sexuelle Ausbeutung
Donnerstag, 23. März 2006
Renovabis und Solwodi sagen Menschenhandel und Zwangsprostitution den Kampf an
FREISING. Im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution machen Renovabis und die Hilfsorganisation Solwodi („Solidarität mit Frauen in Not“) gemeinsame Sache. Über eine Aufklärungs-Kampagne wollen Renovabis und Solwodi im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft speziell Frauen und Mädchen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa über die Machenschaften von Anwerbern und die unlauteren Angebote von Menschenhändlern informieren. Das katholische Osteuropa-Hilfswerk nutzt dabei seine Kontakte zu Partner-Organisationen in diesen Ländern.
Darüber hinaus zeigt Solwodi Zuhältern und Freiern die „Rote Karte“ für sexuelle Ausbeutung: Auch in Deutschland wird über Plakate und Flyer auf das Leid der Opfer von Zwangsprostitution aufmerksam gemacht und den Opfern Beratung und Hilfe angeboten. Solwodi hat für den Zeitraum vom 1. Mai bis 31. Juli einen kostenlosen Notruf eingerichtet.
Die Solidaritätsaktion Renovabis und Solwodi gehören dem bayernweiten „Aktionsbündnis gegen Frauenhandel“ an. In diesem Netzwerk engagieren sich über 20 Organisationen, Verbände und Einrichtungen. Jüngstes Mitglied sind die Schwestern vom Guten Hirten der Südwestdeutschen Ordensprovinz. Das Aktionsbündnis will mit Aufklärungsarbeit und durch Kampagnen auf das Problem des Menschenhandels und der Zwangsprostitution aufmerksam machen.
Das Netzwerk sieht sich in seiner Arbeit bestärkt durch einen aktuellen Appell des Europäischen Parlaments. Darin fordern die Abgeordneten die Mitgliedsstaaten auf, einen „mehrsprachigen Telefonhilfsdienst“ einzurichten sowie eine „offensive Kommunikationskampagne“ durchzuführen, um den zur Prostitution gezwungenen Mädchen und Frauen zu helfen.
Auch die Frau des deutschen Bundespräsidenten, Eva Luise Köhler, würdigte die Arbeit des Aktionsbündnisses. In einem Schreiben an Renovabis-Geschäftsführer Burkhard Haneke sprach Köhler von einem „wichtigen Beitrag“, den das Netzwerk leiste.
Weitere Informationen zum Thema Frauenhandel und zum „Aktionsbündnis gegen Frauenhandel“ gibt es im Internet unter www.gegenfrauenhandel.de
