„Wirksame Hilfe im Osten Europas“

Donnerstag, 16. März 2006

326 neue Renovabis-Projekte für fast 16 Millionen Euro

FREISING. Die Bewilligung von knapp 16 Millionen Euro für 326 Projekte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa hat jetzt der Trägerkreis von Renovabis, des Osteuropa-Hilfswerks der katholischen Kirche in Deutschland, beschlossen. Bei seiner Sitzung unter Leitung des Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner machte das Gremium erneut bewusst, dass die Solidarität der deutschen Katholiken mit Menschen in Not in allen Weltgegenden - und eben auch in den ärmeren Ländern im Osten Europas - nach wie vor sehr hoch sei. Kardinal Meisner hob hervor, dass er von Reisen in Mittel- und Osteuropa wisse, „wie wirksam Renovabis dort helfen konnte und wie groß das Vertrauen der Menschen in die Unterstützung durch Renovabis in Gegenwart und Zukunft“ sei. Meisner lobte aber auch die durchsichtige und sparsame Verwaltung von Renovabis, die sich im vergangenen Jahr in der Nominierung für den „Transparenzpreis“ gezeigt habe. Das Vertrauen der Spender sei gerechtfertigt, dass die Mittel in den Projekten gut eingesetzt würden.

Unter den jetzt bewilligten Projekten sind allein 56 Großprojekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 11 Millionen Euro. Ihr Schwerpunkt liegt im Bildungsbereich - Schulen, Universitäten und Erwachsenenbildung. Das im Herbst 2005 eingeweihte Loyola-Gymnasium im kosovarischen Pristina kann nun bedarfsgemäß weiter ausgebaut werden. Auch die Lehrerausbildung mit Schwerpunkt christliche Ethik in der Ukraine zählt zu den bewilligten Projekten. Im Bereich Erwachsenenbildung wird die Familien-Seelsorge in Litauen und Ungarn gestärkt. Bei den neuen Projekten zur Jugendsozialarbeit fällt ein Straßenkinderprojekt in Tirana/Albanien auf, das - im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe - von jungen Erwachsenen initiiert und betrieben wird. Von ebensolcher Bedeutung ist der Aufbau von Jugendhilfestationen in Russland. Beide Projekte werden in Kooperation mit den Caritasverbänden vor Ort und dem Deutschen Caritasverband durchgeführt. Damit ist die fachliche inhaltliche Begleitung gesichert.

Insgesamt fördert Renovabis zur Zeit Hilfsprojekte in 24 Ländern. Unterstützung sei aber auch in jenen acht osteuropäischen Ländern, die inzwischen Mitglieder der Europäischen Union sind, nach wie vor nötig. Dies unterstrich der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick als Aktionsausschussvorsitzender von Renovabis. „Ungeachtet der finanziellen Unterstützung durch die EU hat sich die Situation der Kirchen durch die Mitgliedschaft nicht grundsätzlich verändert; gerade für sie ist es schwierig, an den EU-Förderprogrammen teilzuhaben“, so Schick. Er betonte weiter, dass es auch in diesen Ländern große soziale Nöte gebe, „bei denen staatliche Hilfen nicht greifen und die Kirchen vor Ort - mit Unterstützung durch Renovabis - gefordert sind“.

In diesem Jahr richtet Renovabis unter dem Motto „VERGESSEN … im Osten Europas“ den Blick besonders auf die Verlierer der „stürmischen Entwicklungen“ und Transformations-Prozesse in den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, wie die deutschen Bischöfe in ihrem Hirtenwort zur Renovabis-Pfingstaktion 2006 formulieren.