Weltkirchliches Engagement – „eine Konstante der Katholizität“

Freitag, 02. Dezember 2005

Appell für partnerschaftliche Solidarität beim Treffen der Renovabis-Diözesanvertreter

Freising, 2. Dezember 2005. Die katholischen Hilfswerke und Diözesen dürfen auch „in Zeiten des knapper werdenden Geldes“ in ihrem weltkirchlichen Engagement nicht nachlassen. Das betonte der Freiburger Domkapitular Wolfgang Sauer jetzt beim Jahrestreffen der Renovabis-Diözesanvertreter in Freising.

Die Solidarität der Kirche zeige sich aber nicht nur durch das „in den Osten oder den Süden transferierte Projektgeld, sondern auch in der Bereitschaft zur unmittelbaren Begegnung und zum Aushalten einer auch kirchlich globalisierten Situation“, sagte Sauer. Weltkirchliches Engagement könne gerade durch „Begegnungserfahrungen“ als Bereicherung und als eigentlicher Reichtum des Katholischen erlebt werden.

Der zurückliegende Weltjugendtag habe gezeigt, „wie es für die vielzitierte Basis ein geradezu trostvoller Impuls sein kann, etwa in der Jugend anderer Länder ein unbefangenes Bekenntnis zum Kirchesein zu erleben.“ Diese Unbefangenheit, ein sympathisches und gerade dadurch missionarisches christliches Zeugnis abzulegen, sei „eine Konstante der Katholizität“, die nicht relativiert werden dürfe. Sauer, der in der Erzdiözese Freiburg für die weltkirchliche Arbeit verantwortlich ist, erinnerte dabei auch an den partnerschaftlichen Aspekt des Engagements der katholischen Hilfswerke. Die Hilfswerke hätten der Kirche in Deutschland in den zurückliegenden Jahrzehnten geholfen, neben der Sensibilität für die atemberaubende Not in anderen Ländern auch die „Vitalität von Christentümern in Augenschein zu nehmen“, die unter schwierigen Bedingungen ein gewinnendes und die jeweiligen Gesellschaften prägendes Christentum lebten.

Werke wie Renovabis wurden – so Sauer – „auf diese Weise auch zu Impulsen der Selbsterneuerung, die eine solchermaßen ‚renovierte‘ Ortskirche wie die unsere davor bewahren, in einen bornierten Provinzialismus zurückzufallen“. Weltkirchliches Engagement wirke so auch zurück auf die Kirche und die Christen in Deutschland. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, zitierte Sauer den Theologen Martin Buber. Das bedeute mit Blick auf unsere eigene Situation schließlich: „Ohne die partnerschaftliche Verbundenheit mit anderen Ländern werden wir auch mit unseren pastoralen Restrukturierungsprozessen keinen Erfolg haben.“