Erste Konferenz zur Suchtprävention in Bosnien-Herzegowina
Donnerstag, 17. November 2005
Freising. „Narko ne – keine Drogen“ heißt eine Initiative für suchtpräventive Jugendarbeit, die vor vier Jahren in der mittelbosnischen Kleinstadt Vitez entstanden ist. „Narko ne“ kümmert sich um Jugendliche, die aufgrund ihrer familiären und sozialen Situation besonders gefährdet sind, in Abhängigkeit von legalen (Alkohol, Tabak) oder illegalen (Cannabis, Marihuana etc.) Suchtmitteln zu geraten. Zielgruppe sind vor allem die 12- bis 19-Jährigen.
Freizeitangebote für junge Menschen gibt es in Bosnien und Herzegowina praktisch nicht. Kinder und Jugendliche der Risikogruppen stehen häufig allein, haben wenig Lebensqualität und kaum Zukunftsperspektiven. Bosnien-Herzegowina leidet – auch zehn Jahre nach dem Friedensabkommen von Dayton – noch stark unter den Auswirkungen des Bosnien-Kriegs (von 1992 bis 1995). Laut Umfragen wollen rund 62 Prozent der Jugendlichen das Land verlassen, sobald sich ihnen eine Chance dazu bietet. Hier setzt „Narko ne“ an und versucht gezielt, junge Leute durch Präventionsprogramme in Schulen, aber auch durch Betreuungs-, Freizeit- und Ferienangebote zu erreichen und sie vor der Sucht zu bewahren. Projektkoordinatorin Schwester Madeleine Schildknecht, eine katholische Ordensfrau aus der Schweiz, sieht „Narko ne“ auf einem guten Weg. Seit dem Start der Initiative seien mehr als 40.000 Arbeitsstunden von Freiwilligen bzw. Ehrenamtlichen geleistet worden, rund 270 Studenten konnten in Seminaren für die Mitarbeit in der Suchtprävention ausgebildet werden und sind großenteils bereits entsprechend im Einsatz.
Am Wochenende sollen nun auf der ersten Konferenz zur Suchtprävention in Bosnien-Herzegowina die Resultate der bisherigen Arbeit, die seit 2001 mit mehr als 40.000 Euro vom Osteuropa-Hilfswerk Renovabis gefördert wurde, vorgestellt werden. An der Konferenz in der Hauptstadt Sarajevo, nehmen – dem multiethnischen Ansatz von „Narko ne“ entsprechend – Vertreter der Gesundheitsministerien beider Landesteile, der Republik Srpska und der Föderation teil.
Aus Anlass der Konferenz soll auch die neue Homepage www.narkone.org öffentlich zugänglich sein.
