Gemeinsam für Europas Osten

Dienstag, 06. September 2005

Katholische Osteuropa-Hilfswerke wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren

Zu ihrer jährlichen Tagung trafen gestern in Freising Vertreter von vier in Mittel-, Ost- und Südosteuropa tätigen katholischen Hilfsorganisationen zusammen. Neben verantwortlichen Mitarbeitern von Kirche in Not/Ostpriesterhilfe und der Solidaritätsaktion Renovabis nahmen auch Repräsentanten der Amerikanischen und der Italienischen Bischofskonferenz an den Beratungen teil.

Das turnusmäßige Treffen, zu dem in diesem Jahr Renovabis eingeladen hatte, diente wieder dem Informations- und Erfahrungsaustausch über die jeweiligen Projektförderungen in Osteuropa. Auch wurde über zahlreiche gemeinsam finanzierte Projekte, die vorwiegend mit kirchlichen Partnern durchgeführt werden, beraten.

Als Beispiel einer besonderen Notsituation wurde die Lage mancher, vor allem kleiner weiblicher Ordensgemeinschaften angesprochen. Die materielle Situation vieler Ordensschwestern sei dramatisch und werde sich absehbar noch verschlechtern, weil es kaum Möglichkeiten der Ausbildungsfinanzierung und keinerlei Alters- oder soziale Absicherung gebe. Hier seien die katholischen Werke gefordert, auch wenn – wie bei allen Hilfsprojekten – darauf geachtet werden müsse, keine dauernden finanziellen Abhängigkeiten entstehen zu lassen. Jede Unterstützung müsse die Befähigung zu mittelfristig selbstständiger Problemlösung zum Ziel haben.

Begrüßt wurde von den Werke-Vertretern die erfreuliche Entwicklung der Kirchen in der Ukraine, die nicht zuletzt von den freiheitlicheren Rahmenbedingungen nach der „Orangenen Revolution“ profitieren. Dennoch sei gerade in der Ukraine noch viel zu tun. Sowohl Renovabis wie auch Kirche in Not/Ostpriesterhilfe haben hier derzeit deutliche Förderschwerpunkte.

Ein wichtiges Thema des Freisinger Treffens waren gemeinsame Bildungsprojekte der Hilfswerke in Bosnien-Herzegowina. Einmal mehr wurden hier die interethnischen „Schulen für Europa“ in der Erzdiözese Sarajewo genannt, aber auch auf eine katholische Schule im überwiegend serbischen Banja Luka hingewiesen, die soeben – am Tag des Treffens der Werke – ihren Schulbetrieb aufgenommen habe. Die katholische Kirche in Bosnien wird besonders von der Italienischen Bischofskonferenz stark unterstützt.

Die Vertreter der katholischen Hilfswerke aus Deutschland, Italien und den USA verständigten sich schließlich darauf, ihre regelmäßigen Konsultationen fortzusetzen und die Kooperation in den Partnerländern in Osteuropa weiter zu intensivieren.