"Persönliche Kontakte sind unersetzlich"
Samstag, 09. Dezember 2006
Beim 14. Renovabis-Partnerschaftstreffen betont der Prager Erzbischof Kardinal Vlk, wie wichtig der direkte Austausch ist
FREISING. Als unersetzlich für das Zusammenwachsen von West- und Osteuropa hat der Prager Erzbischof Kardinal Miloslav Vlk die persönlichen Kontakte bezeichnet. Ein gegenseitiger Austausch allein über offizielle Papiere oder E-Mail sei unmöglich, sagte Vlk zum Abschluss des 14. Renovabis-Partnerschaftstreffen am Samstag (09. Dezember) in Freising. Bei der Veranstaltung waren auf Einladung der Solidaritätsaktion Einzelpersonen, Vertreter von Pfarrgemeinden sowie von Verbänden und Vereinen aus dem gesamten Bundesgebiet auf dem Domberg zusammengekommen. Sie alle engagieren sich meist ehrenamtlich auf der Basis von Partnerschaften in Mittel- und Osteuropa. Vor den rund 150 Teilnehmern hob Kardinal Vlk den besonderen Stellenwert des Partnerschaftstreffens hervor und bedauerte gleichzeitig, dass es ein vergleichbares Forum des Erfahrungsaustauschs im gesamten ost- und mitteleuropäischen Raum nicht gibt. Vlk dankte den Verantwortlichen von Renovabis dafür, dass sie eine solche Plattform der Begegnung geschaffen hätten. Darüber hinaus würdigte der Prager Erzbischof das weltkirchliche Engagement der deutschen Katholiken, die nicht nur die Menschen in Mittel- und Osteuropa im Blick hätten.
Situation von Familien im Osten Europas
In diesem Jahr stand das Renovabis-Partnerschaftstreffen ganz im Zeichen der Situation von „Familien im Osten Europas“. Zwei Tage lang hatten sich die Teilnehmer durch Erfahrungsberichte von Gästen unter anderem aus Litauen, Slowenien und der Ukraine ein unmittelbares Bild von der schwierigen wirtschaftlichen sowie sozialen Lage der Familie in Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas machen können. Dabei nutzten die Ehrenamtlichen die Gelegenheit, sich über die Arbeit mit ihren Partnern im östlichen Europa auszutauschen und sich gegenseitig in ihrem Einsatz zu bestärken. Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth sprach in diesem Zusammenhang von einem Netzwerk der Partnerschaft mit Mittel- und Osteuropa, das nach und nach entstehen könne. In diesem Netzwerk stütze man sich und könne gemeinsam mehr erreichen als jeder einzelne für sich allein. Demuth spielte mit diesem Bild auch auf das Leitwort der Renovabis-Pfingstaktion 2007 an. Unter dem Motto „Einander Halt sein“ will das katholische Osteuropa-Hilfswerk im kommenden Jahr auf die Bedeutung, aber auch Gefährdung von Ehe und Familie im Osten Europas hinweisen.
Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Das katholische Hilfswerk wurde im März 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gegründet und hat seinen Sitz in Freising bei München. Renovabis unterstützt seine Partner bei der kirchlich-pastoralen, sozial-caritativen und zivilgesellschaftlichen Erneuerung in den früher kommunistischen Ländern des Ostens. In den letzten 13 Jahren half Renovabis in 28 Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas bei der Verwirklichung von rund 13.500 Projekten mit einem Gesamtvolumen von fast 375 Millionen Euro. Mehr zu Renovabis im Internet unter www.renovabis.de
