Vorbildhafte Versöhnungsarbeit
Montag, 30. Oktober 2006
Polnische Bischöfe loben friedensstiftenden Einsatz deutscher Katholiken
FREISING. Als vorbildhaft hat der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Józef Michalik, die Versöhnungsbemühungen der deutschen Katholiken im Miteinander der Nachbarländer Polen und Deutschland bezeichnet. Dies berichtete Renovabis-Geschäftsführer Gerhard Albert nach seiner Rückkehr von einer Projektreise durch Polen. Angesichts der momentanen politischen Spannungen zwischen beiden Staaten habe sich Michalik deshalb dafür ausgesprochen, dass die deutschen Katholiken ihre Stimme weiterhin deutlich erheben und ihre friedensstiftende Arbeit vertiefen sollten, so Albert. Der Erzbischof von Przemysl habe dabei auf das vergleichbar komplizierte Verhältnis seines Heimatlandes zur Ukraine sowie der Slowakei zu Ungarn verwiesen. Hier wie dort orientierten sich Christen bereits am positiven Beispiel polnischer und deutscher Katholiken.
Deutsch-polnisches Verhältnis „viel besser als sein Ruf“
Ähnlich äußerten sich laut Albert auch der Warschauer Erzbischof und Primas von Polen, Kardinal Józef Glemp, sowie der Erzbischof von Krakau, Kardinal Stanislaw Dziwisz. Beide würdigten die Leistungen der deutschen Katholiken auf dem Weg zu einem friedlichen Miteinander mit dem polnischen Nachbarn. Je schwieriger das Verhältnis auf Regierungsebene sei, umso wichtiger würden die kirchlichen Kontakte, so Dziwisz. Diese seien selbst durch aktuelle politische Wechselfälle nicht leicht zu erschüttern, zitierte Albert den Krakauer Erzbischof und früheren Privatsekretär des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. Überhaupt sei das deutsch-polnische Verhältnis „viel besser als sein Ruf“, so der Eindruck des Renovabis-Geschäftsführers nach seinen Gesprächen in Polen. Dies würde durch aktuelle Umfragen in Polen bestätigt.
Stationen der Projektreise waren unter anderen Breslau, Krakau, Lublin, Przemysl und Warschau. Dort nahm Albert an der 50-Jahr-Feier des traditionsreichen „Clubs der katholischen Intelligenz (KiK)“ teil. Dabei dankten die Vereinsverantwortlichen dem katholischen Osteuropa-Hilfswerk für die finanzielle Unterstützung. Renovabis hatte für den Ausbau des neuen Vereinssitzes in Warschau 80.000 Euro zur Verfügung gestellt. KiK gilt als der führende katholische Verein Polens und versteht sich als „ein unabhängiger Ort der Begegnung und Freundschaft“.
