„Kroatien im Blick behalten“

Mittwoch, 27. September 2006

Renovabis begrüßt EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien – NRW-Europaminister Michael Breuer besuchte Geschäftsstelle

FREISING. Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth hat die Aufnahme von Bulgarien und Rumänien zum 1. Januar 2007 in die Europäische Union (EU) begrüßt. Gleichzeitig appellierte Demuth an Politiker im Land und in Brüssel, Kroatien nicht aus dem Blick zu verlieren. In dem südosteuropäischen Staat werde derzeit leidenschaftlich um die Zukunft des Landes gerungen, sagte Demuth. Die Aussicht auf einen baldigen Beitritt zur EU wäre für Kroatien und seine Menschen ein wichtiges positives Signal für den Frieden im Inneren und in der gesamten Region. Kroatien steht nach der EU-Erweiterung um Bulgarien und Rumänien einer Aufnahme in die europäische Staatengemeinschaft am nächsten. Vom Stopp für neue Beitritte, wie es die EU-Kommission jüngst gefordert hat, wäre das südosteuropäische Land besonders betroffen.

Demuth äußerte sich bei einem Besuch des nordrhein-westfälischen Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Michael Breuer, in der Renovabis-Geschäftsstelle auf dem Freisinger Domberg. Breuer hatte zuvor an einer gemeinsamen Kabinettssitzung der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern in München teilgenommen. Breuer betonte, dass auch er einen Beitritt Kroatiens als „großen Gewinn“ für die europäische Staaten-gemeinschaft betrachte. Gleichzeitig würde die Aufnahme des südost-europäischen Landes zu einer Beruhigung auf dem Balkan beitragen. Deshalb unterstützten die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern die Beitrittsverhandlungen mit Kroatien. Andererseits machte Breuer deutlich, dass ein Ende der Erweiterung vorläufig nötig sei, damit sich die EU konsolidieren könne. Es dürfe nicht der Eindruck eines Beitritts-Automatismus entstehen.

Rumänien, Bulgarien und auch Kroatien gehören zu den 28 Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas, in denen sich Renovabis engagiert. Allein im Jahr 2005 förderte die Solidaritätsaktion in den drei genannten Ländern insgesamt 115 Projekte in einem Umfang von rund 3,8 Millionen Euro.