Gewinner und Verlierer
Mittwoch, 24. Mai 2006
Neue Ausgabe von „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ beleuchtet die Schattenseite der europäischen Integration
FREISING. Der Autor zieht nüchtern Bilanz. „Die meisten Menschen hatten keine Möglichkeit, an der Privatisierung und am wirtschaftlichen Geschehen teilzunehmen“, so Andrij Waskowycz. „Sie fielen in die Armutsfalle, sind Vergessene.“ Waskowycz, Caritas-Präsident der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, zeichnet ein desolates Bild von der Situation der Menschen in seiner Heimat. Bis heute leidet das Land unter den wirtschaftlichen Folgen des Zerfalls der Sowjetunion. Hinzu kommen nationale und religiöse Spannungen, die noch immer grundlegende Reformen verhindern. Und dabei bildet die Ukraine unter den Ländern Mittel- und Osteuropas keine Ausnahme.
Waskowycz gehört zu der illustren Riege von Autoren aus verschiedenen Ländern und Fachrichtungen, die für die neue Ausgabe der Renovabis-Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) die Schattenseite des europäischen Integrationsprozesses beleuchten. Sie wollen dazu beitragen, die Folgen der Globalisierungsprozesse differenzierter zu betrachten. „Gewinner und Verlierer in Europa“ lautet der Themenschwerpunkt. Damit steht das OWEP-Heft im engen inhaltlichen Zusammenhang zum Renovabis-Jahresmotto „Vergessen… im Osten Europas“. Die diesjährige Pfingstaktion des Osteuropa-Hilfswerks wird am Pfingstsonntag (4. Juni) mit der bundesweiten Kollekte in allen katholischen Pfarrgemeinden abgeschlossen.
Neben der Ukraine erläutern die Autoren die Thematik auch am Beispiel des neuen EU-Mitgliedsstaats Polen, so der Bremer Soziologe Professor Zdzisław Krasnodębski in seinem Beitrag über „Verlierer und Gewinner in Ostmitteleuropa“. Mit den Folgen des EU-Beitritts für die polnische Landwirtschaft beschäftigt sich Professor Walenty Poczta, Dozent an der Landwirtschaftsakademie in Posen.
Weitere Autoren sind der Wirtschaftsethiker Professor Michael Schramm aus Hohenheim, der Ethnologe Ivan Đorđević von der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, ferner der Hochkommissar für Einwanderung und ethnische Minderheiten in Portugal, Rui Marques, EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn sowie der frühere bayerische Kultusminister und ehemalige ZdK-Präsident Professor Hans Maier.
Beim 96. Deutschen Katholikentag in Saarbrücken (24. bis 28. Mai 2006) diskutieren Autoren des aktuellen OWEP-Hefts zum Thema „Gewinner und Verlierer in Europa“ am Freitag, 26. Mai, von 14.30 bis 16 Uhr in Halle 6 auf dem Messegelände. Bei dem Katholikentreffen wirkt das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis bei zahlreichen Veranstaltungen mit. Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird gemeinsam von Renovabis und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) herausgegeben. Sie kostet als Einzelexemplar 6,15 Euro und kann bei Renovabis in Freising auch unter E-mail: owep@renovabis.de angefordert werden.
Ein umfassender Überblick über den Inhalt des aktuellen Hefts ist auf der Internetseite möglich. Dort lassen sich auch ausgewählte Artikel im Volltext lesen. Außerdem sind dort alle bisher erschienenen Ausgaben von „OST-WEST“ aufgeführt.
