Sichere Basis für Zusammenarbeit

Mittwoch, 03. Mai 2006

Osteuropa-Hilfswerk Renovabis begrüßt Abkommen zwischen Vatikan und Republik Bosnien-Herzegowina

FREISING. Das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis hat das jüngst unterzeichnete neue Abkommen zwischen dem Vatikan und der Republik Bosnien und Herzegowina begrüßt. Der Grundlagen-Vertrag stelle die Beziehungen dieses Staates zur katholischen Kirche endlich auf eine sichere Grundlage, sagte Renovabis-Geschäftsführer Gerhard Albert in Freising. „Eine solche Regelung war überfällig.“

Das Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Bosnien und Herzegowina regelt die rechtliche Stellung der katholischen Kirche sowie der Bereiche, in denen sie eigenverantwortlich in der Zivilgesellschaft tätig werden kann. Seit dem Übergang vom kommunistischen Regime im früheren Jugoslawien stand ein solcher Vertrag aus, konnte aber wegen des Balkan-Kriegs von 1992 bis 1995 und seiner Folgen erst jetzt abgeschlossen werden.

Die Kirche habe nun freie Entfaltungsmöglichkeit auf kulturellem, erzieherischem, pastoralem und caritativem Gebiet sowie im Medienbereich, betonte Albert. Besonders wichtig sei die Garantie ihrer Trägerschaft von Schulen und wohltätigen Einrichtungen. „Dadurch erhält Renovabis gute Voraussetzungen für die weitere Zusammenarbeit mit unseren kirchlichen Partnern im Land und für deren gezielte Unterstützung beim Ausbau ihrer Projekte“, machte der Renovabis-Geschäftsführer deutlich.

Das Osteuropa-Hilfswerk förderte im Jahr 2005 allein 25 Projekte in Bosnien und Herzegowina, darunter die Jugendbildungsarbeit in der Diözese Banja Luka mit 150.000 Euro und die multiethnische Europaschule in Sarajevo mit 325.000 Euro. Insgesamt stellte Renovabis für Maßnahmen in dem Balkan-Land im vergangenen Jahr eine Summe von mehr als zwei Millionen Euro zur Verfügung.

In Bosnien und Herzegowina machen Christen rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung aus. Die größte Gruppe bilden die orthodoxen Gläubigen (31 Prozent) vor den Katholiken (15 Prozent).

Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Das katholische Hilfswerk wurde im März 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gegründet und hat seinen Sitz in Freising bei München. Renovabis unterstützt seine Partner bei der pastoralen, sozialen und gesellschaftlichen Erneuerung in den früheren kommunistischen Ländern des Ostens. In den letzten 13 Jahren half Renovabis in 27 Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas bei der Verwirklichung von rund 13.000 Projekten mit einem Gesamtvolumen von fast 370 Millionen Euro. Mehr zu Renovabis hier auf der Homepage.